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Mozilla fordert Antworten: Setzt Microsoft Nutzerdaten für das KI-Training ein?

Ob Microsoft die Daten seiner Nutzer für das Training von KI -Modellen verwendet, geht laut Mozilla aus dem neuen Servicevertrag des Konzerns nicht klar hervor.
/ Marc Stöckel
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Microsoft bleibt bezüglich der Verwendung von Nutzerdaten vage. (Bild: pixabay.com / efes)
Microsoft bleibt bezüglich der Verwendung von Nutzerdaten vage. Bild: pixabay.com / efes

Die für die Entwicklung des freien Webbrowsers Firefox bekannte Mozilla Foundation ruft Internetnutzer weltweit dazu auf, eine Petition(öffnet im neuen Fenster) zu unterzeichnen. Darin fordert die Stiftung von dem Softwarekonzern eine unmissverständliche Antwort auf die Frage, ob er persönliche Daten der Anwender für das Training seiner KI-Systeme verwenden will.

Grund für die Petition ist laut Mozilla die Tatsache, dass Microsoft mit seinem neuen Servicevertrag(öffnet im neuen Fenster) , der am 30. September in Kraft treten soll, bisher selbst unter Experten für wenig Klarheit in Bezug auf die Verwendung der Nutzerdaten sorgt. Die Mozilla Foundation beauftragte insgesamt vier Juristen, drei Datenschutzexperten und zwei Aktivisten damit, den neuen Vertrag genauer zu untersuchen.

Dabei kamen die Profis zu einem ernüchternden Ergebnis: Keinem von ihnen sei es gelungen, dem Servicevertrag klar zu entnehmen, ob Microsoft plane, die persönlichen Daten der Kunden für das Training seiner KI-Modelle einzusetzen. Dies beziehe sich auf verschiedene Arten von Nutzerdaten, beispielsweise jenen aus Dateianhängen, Chatprotokollen oder multimedialen Inhalten, und betreffe insgesamt 130 Produkte des Konzerns, zu denen etwa Microsoft Office, Skype, Teams, Xbox und viele andere weitverbreitete Dienste zählten.

KI-Anbieter treffen auf datenschutzrechtliche Bedenken

Seit der Veröffentlichung von ChatGPT durch OpenAI gibt es einen regelrechten Hype um das Thema künstliche Intelligenz. Auch Microsoft ließ sich nicht lange Zeit, um zunächst mit einem in seine Suchmaschine Bing integrierten KI-Chatbot von diesem Trend zu profitieren. Seitdem kündigte der Konzern zahlreiche weitere KI-Tools an , die teilweise auch schon veröffentlicht wurden und sich durch sämtliche Produktkategorien des Unternehmens ziehen.

Datenschützer kritisieren seit Einsetzen des KI-Booms regelmäßig, dass viele Anbieter KI-basierter Anwendungen ihre zugrunde liegenden Modelle ungefragt mit den Daten von Nutzern trainieren, die einer solchen Verarbeitung gar nicht zugestimmt haben. Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber äußerte sich zuletzt kritisch zu diesem Thema und forderte die Umsetzung technischer Maßnahmen, um öffentlich zugängliche Nutzerdaten vor einer automatisierten Erfassung durch die KI-Anbieter zu schützen.


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