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Mozilla: Firefox zeigt erstmals Werbung in neuen Tabs

Der Firefox-Browser ist nicht mehr werbefrei. Mozilla verspricht ein "brandneues Kachelerlebnis". Persönliche Nutzerdaten sollen dabei nicht gesammelt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Ungewohntes Bild: Anzeigenhinweis im Firefox-Browser
Ungewohntes Bild: Anzeigenhinweis im Firefox-Browser (Bild: Screenshot Golem.de)

Wenige Tage nach dem zehnten Jubiläum von Firefox hat Mozilla seine umstrittenen Werbeexperimente in dem Browser freigeschaltet. Unter der Überschrift "Ein brandneues Kachelerlebnis" erläutert Mozilla den Einsatz sogenannter verbesserter Kacheln für bestehende Nutzer und sogenannter Verzeichnis-Kacheln für neue Nutzer. Wie die US-Website adexchanger.com berichtete, sind die Werbekacheln in neuen Tabs seit Donnerstag zu sehen. Zu den ersten Anzeigenkunden gehören demnach die Seiten booking.com und das Video-on-demand-Portal Radius-TWC, das für den neuen Film über Edward Snowden, Citizenfour, wirbt.

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Mozilla hatte erstmals im Februar dieses Jahres seine Werbepläne mit sogenannten Directory Tiles vorgestellt, die jetzt Verzeichnis-Kacheln genannt werden. Dabei geht es um die Inhalte der Kacheln, die beim Öffnen eines neuen Browser-Tabs zu sehen sind. Normalerweise werden dort Screenshots von den am häufigsten besuchten Seiten angezeigt. Bei Neunutzern werden Kacheln nun schon vorher befüllt, und zwar nicht nur mit Webseiten von Mozilla und zum Teil ortsbasierten beliebten Webseiten, sondern auch mit Webseiten von kommerziellen Anbietern, die dafür bezahlen. "Alle Inhalte von Partnern werden als 'Anzeige' gekennzeichnet und Nutzer haben die vollständige Kontrolle und können jede Kachel bearbeiten oder entfernen", heißt es.

Nur allgemeine Zugriffe werden ausgewertet

Im August hatte Mozillas Vizepräsident für Inhaltedienste, Darren Herman, zudem das Konzept für die verbesserten Kacheln (Enhanced Tiles) präsentiert. Diese Vorschaubilder sind nicht nur für neue Nutzer, sondern für alle Anwender zu sehen. Anzeigenkunden sollten die Möglichkeit erhalten, ein Vorschaubild, das der Nutzer ohnehin sehe, mit einem von ihnen gewünschten Inhalt zu füllen, der auffälliger sei, sagte Herman. "Wenn Sie beispielsweise öfter Amazon.com besuchen, sehen Sie möglicherweise das Amazon-Logo oder -Symbol anstelle eines Screenshots", schreibt Mozilla nun. Diese Logos werden offenbar nicht als Anzeige gekennzeichnet.

Nutzer haben nun die Möglichkeit, bei neuen Tabs zwischen den Einstellungen "Erweitert", "Klassisch" und "Leer" zu wählen. Die Unterscheidung zwischen "Erweitert" und "Klassisch" wirkt sich offenbar nur auf die Darstellung der verbesserten Kacheln aus, während die Verzeichnis-Kacheln in beiden Fällen angezeigt werden. Bei "Leer" werden überhaupt keine Kacheln angezeigt.

Mozilla sammelt nach eigenen Angaben keine persönlichen Nutzerdaten. "Die Datensammlung ist auf die Gesamtzahl der Aufrufe, Klicks und die Platzierung der Kacheln begrenzt. Nichts ist jemals persönlich identifizierbar. Mit anderen Worten, wir wissen nicht, wer worauf klickt. Wir kennen nur die Gesamtzahl der Aufrufe und Klicks, die eine einzelne Kachel erhält", heißt es in den Erläuterungen. "Es ist beinahe wie Retargeting ohne Cookies", sagte Herman laut adexchanger.com. Für 2015 kündigte er weitere Pläne an, zum Beispiel die mögliche Kooperation mit einem Anbieter von Anzeigentechnik. Es führe kein Weg an sogenannter programmatischer Werbung vorbei.

Abhängigkeit von Google verringern

Medienberichten zufolge will Mozilla mit dem neuen Programm mehr eigene Einnahmen generieren und so seine Abhängigkeit von Google reduzieren. Die gemeinnützige Organisation verzeichnete im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von 311 Millionen US-Dollar, von denen 90 Prozent von Google stammten. Diese Einnahmen beruhen darauf, dass Google weiterhin die Standardsuchmaschine in jedem Firefox-Browser ist.

Mozilla-Vize Johnathan Nightingale hatte die Nutzer wegen der Pläne bereits im Mai zu beruhigen versucht. Firefox werde auch in Zukunft nicht mit Werbung zugepflastert, hatte der Manager versichert. Zunächst wollten die Entwickler mit den Änderungen ausprobieren, welche Funktionen bei den Nutzern gut ankämen. Es solle getestet werden, was die Anwender tatsächlich benutzten und was sie abschalteten. "Sponsoring wäre die nächste Stufe, wenn wir zuversichtlich sind, dem Nutzer damit einen Mehrwert zu liefern", sagte Nightingale.



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stuempel 19. Nov 2014

Ich habe da im Detail überhaupt keine Ahnung, aber solange Ghostery, scroblr, Flattr...

The_Soap92 18. Nov 2014

Wie lange verbreiten die Leute das Märchen vom langsamen IE noch? Ich sag dir mal was zu...

koolGo 18. Nov 2014

"Zunächst wollten die Entwickler mit den Änderungen ausprobieren, welche Funktionen bei...

Thaodan 18. Nov 2014

Qt lässt sich genauso mit Python, Perl etc nutzten also alles bis auf c

Garius 18. Nov 2014

Mit Verlaub, ich habe sehr wohl den gesamten Artikel gelesen. Wäre nett mich auf meinen...


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