Mozilla: Firefox Send wegen Malware-Verbreitung offline

Der erst vor knapp einem Jahr vom Browserhersteller Mozilla gestartete Webdienst Firefox Send ist offline. Dabei handelt es sich aber nicht um einen kurzen Ausfall oder Fehler. Mozilla hat dem Dienst, mit dem sich eigentlich schnell, leicht und verschlüsselt Dateien über das Web übertragen lassen sollen, selbst den Stecker gezogen.
Auf der Webseite des Dienstes(öffnet im neuen Fenster) heißt es: "Firefox Send ist vorübergehend nicht verfügbar, während wir an Produktverbesserungen arbeiten. Wir bedanken uns für Ihre Geduld, während wir das Firefox-Send-Erlebnis verbessern." Details oder eine öffentliche Erklärung dazu, warum der Dienst von Mozilla derzeit nicht zur Verfügung gestellt wird, gibt es aber auf der Webseite nicht.
Das Magazin ZDNet berichtet(öffnet im neuen Fenster) jedoch von eigenen Recherchen, die belegen sollen, dass Firefox Send in der Vergangenheit mehrfach als Hostingdienst zum Übertragen von Malware genutzt worden sein soll. Mit einer entsprechenden Anfrage konfrontiert, habe Mozilla den Dienst kurz darauf einfach offline genommen. Der Bericht stellt dies in einen direkten Zusammenhang.
Firefox Send bot nicht nur die Möglichkeit für Dateitransfers. Im Sinne der Datenschutzfreundlichkeit von Mozilla waren die darüber geteilten Inhalte verschlüsselt. Darüber hinaus konnten die Dateien nach einer festgelegten Zeit automatisch gelöscht werden und zumindest bisher gab es keine Möglichkeit, eine missbräuchliche Nutzung von Firefox Send an Mozilla zu melden. Diese Eigenschaften machen es sehr schwer, auch größer angelegte Malware-Angriffe, die Daten über den Dienst verteilen, automatisiert zu erkennen. Auch eine schnelle Reaktion auf Berichte von Betroffenen ist ohne eine Meldemöglichkeit nur schwer oder gar nicht umsetzbar.
In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Berichte über den Missbrauch von Firefox Send. Mozilla sagte auf Anfrage von ZDNet: "Diese Berichte sind auf mehreren Ebenen besorgniserregend und unsere Organisation ergreift Maßnahmen, um sie anzugehen" . Künftig soll eine Anmeldung zur Nutzung des Dienstes notwendig sein. Ebenso soll es eine Meldemöglichkeit für Missbrauch geben.