Abo
  • IT-Karriere:

Mozilla: Firefox personalisiert Werbung mit Browserverlauf

In der Übersicht für neue Tabs wird Firefox künftig auch personalisierte Werbung zeigen. Dafür wird die Browserchronik der Nutzer verwendet. Die Privatsphäre der Anwender soll aber durch viele Vorkehrungen gewahrt bleiben.

Artikel veröffentlicht am ,
Mozilla beginnt kommende Woche mit dem Testen der Suggested Tiles.
Mozilla beginnt kommende Woche mit dem Testen der Suggested Tiles. (Bild: Mozilla/CC-BY-SA 3.0)

Mit der Anzeige von Werbekacheln in der Übersicht eines neuen Tabs hat Mozilla im vergangenen Jahr damit begonnen, andere Einkommensmöglichkeiten für den Firefox-Browser zu erschließen. Mit den sogenannten Suggested Tiles wird dies nun weiter ausgebaut. Die Werbeflächen werden nicht mehr nur standardmäßig an alle Nutzer gleichförmig ausgeliefert. Mozilla bietet vielmehr nun auch die Möglichkeit personalisierter Werbung.

Stellenmarkt
  1. Stiftung Warentest, Berlin
  2. Energiedienst Holding AG, Rheinfelden (Baden), Schallstadt

Diese spezielle Form der Werbung, die Firmen wie Google nahezu perfektioniert haben, verspricht den Werbetreibenden und damit auch Mozilla höhere Einnahmen. Die von den Nutzern dafür gesammelten Daten sollen beim Firefox jedoch abgesichert sein und vor allem auf nachvollziehbare Art und Weise erhoben werden.

Mozilla möchte eigenen Aussagen zufolge damit beweisen, dass relevante Werbung auch dann möglich sei, wenn die Privatsphäre der Nutzer geachtet werde und diese selbst die Kontrolle über ihre Daten behielten. Um aber Einfluss auf die Werbebranche ausüben zu können, müsse das abgelieferte Produkt "höchst effizient" sein.

Nutzer haben die Kontrolle

Um die Suggested Tiles nicht angezeigt zu bekommen, hat das Team ein relativ einfaches Opt-out umgesetzt. Es reicht, im Menü der Übersicht die Funktion abzuschalten. Auch die Entscheidung, welche Werbung ausgeliefert wird, ist denkbar einfach: Die Werbekunden geben ihre Kampagne an Mozilla. Anhand häufig besuchter URLs in der Browserchronik eines Nutzers entscheidet schließlich der Browser, ob und welche Werbung angezeigt wird.

  • Opt-out für die Suggested Tiles (Bild: Mozilla/CC-BY-SA 3.0)
  • Eine Beispielkachel mit personalisierter Werbung (Bild: Mozilla/CC-BY-SA 3.0)
Opt-out für die Suggested Tiles (Bild: Mozilla/CC-BY-SA 3.0)

Darüber hinaus sind die URLs in der Chronik, die für die Werbung herangezogen werden, nach Interessensfeldern sortiert. Die Sammlung enthält pro Kategorie mindestens fünf URLs, eine Kombination über verschiedene Kategorien hinweg für noch gezieltere Werbung ist nicht erlaubt. Die Liste der URLs und Kategorien wird von Mozilla gepflegt und ist öffentlich einsehbar.

Mozilla betont dabei vor allem, dass der Großteil der Logik der Werbefunktion im Firefox selbst untergebracht sei und dafür nicht etwa ein entfernter Adserver verwendet werde. Damit die Werbekunden dennoch eine Auswertung ihrer Kampagne durchführen können, liefert Mozilla ihnen einige wenige Nutzermetriken vom Umgang mit der Werbeform. So werde Mozilla lediglich die Anzahl der Aufrufe und einzelnen Klicks pro Werbekachel mit den Kunden teilen.

Cookies oder andere Tracking-Methoden sollen nicht eingesetzt werden. So will Mozilla vermeiden, dass die Werbetreibenden und auch die Browsermacher selbst zu viele persönliche Informationen über den Nutzer sammeln können. Wichtige Details versucht Mozilla mit Hilfe einer Infografik (PDF) möglichst einfach zu erklären.

Die Suggested Tiles sollen ab kommender Woche im Betazweig des Browsers ausgeliefert werden. Zu Testzwecken sollen zunächst jedoch nur der Firefox Marketplace, Firefox für Android oder andere Dinge von Mozilla beworben werden. Im Sommer soll dann die stabile Veröffentlichung folgen. Begonnen wird mit den Firefox-Nutzern in den USA, das Programm soll aber später weltweit angeboten werden.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-45%) 21,99€
  2. (-44%) 27,99€
  3. 2,22€
  4. 2,99€

gisu 25. Mai 2015

Tja vielleicht solltet ihr die Frage mal anders stellen: Wie viel Werbung ist nötig da...

Proctrap 25. Mai 2015

GW du hast die Option, wie im Artikel beschrieben, die man einfach direkt im FF via...

Proctrap 25. Mai 2015

Solange du es nicht wegen einer abschaltbaren Funktion machst: Bravo, kann man...

Proctrap 25. Mai 2015

Also weil jetzt Mozilla versucht es komplett durchsichtig (zudem Quelloffen) zu machen...

das_mav 24. Mai 2015

Wie genau personalisieren denn alle andere Ihre Werbeanzeigen? Firefox benutzt den...


Folgen Sie uns
       


E-Bike-Neuerungen von Bosch angesehen

Neue Motoren und mehr Selbstständigkeit für Boschs E-Bike Systems - wir haben uns angesehen, was für 2020 geplant ist.

E-Bike-Neuerungen von Bosch angesehen Video aufrufen
Timex Data Link im Retro-Test: Bill Gates' Astronauten-Smartwatch
Timex Data Link im Retro-Test
Bill Gates' Astronauten-Smartwatch

Mit der Data Link haben Timex und Microsoft bereits vor 25 Jahren die erste richtige Smartwatch vorgestellt. Sie hat es sogar bis in den Weltraum geschafft. Das Highlight ist die drahtlose Datenübertragung per flackerndem Röhrenmonitor - was wir natürlich ausprobieren mussten.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smart Watch Swatch fordert wegen kopierter Zifferblätter von Samsung Geld
  2. Wearable EU warnt vor deutscher Kinder-Smartwatch
  3. Sportuhr Fossil stellt Smartwatch mit Snapdragon 3100 vor

Projektmanagement: An der falschen Stelle automatisiert
Projektmanagement
An der falschen Stelle automatisiert

Kommunikationstools und künstliche Intelligenz sollen dabei helfen, dass IT-Projekte besser und schneller fertig werden. Demnächst sollen sie sogar Posten wie den des Projektmanagers überflüssig machen. Doch das wird voraussichtlich nicht passieren.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel


    Dark Mode: Wann Schwarz-Weiß-Denken weiterhilft
    Dark Mode
    Wann Schwarz-Weiß-Denken weiterhilft

    Viele Nutzer und auch Apple versprechen sich vom Dark Mode eine augenschonendere Darstellung von Bildinhalten. Doch die Funktion bringt andere Vorteile als viele denken - und sogar Nachteile, die bereits bekannte Probleme bei der Arbeit am Bildschirm noch verstärken.
    Von Mike Wobker

    1. Sicherheitsprobleme Schlechte Passwörter bei Ärzten
    2. DrEd Online-Arztpraxis Zava will auch in Deutschland eröffnen
    3. Vivy & Co. Gesundheitsapps kranken an der Sicherheit

      •  /