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Mozilla: Firefox bekommt Hardware-Beschleunigung für Linux

Dank VA-API und Wayland gibt es endlich auch Video-Decoding und GL-Beschleunigung per Hardware für Linux-Nutzer des Firefox -Browsers.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Sebastian Grüner
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Firefox bekommt unter Linux endlich Hardwarebeschleunigung. (Bild: Pixabay)
Firefox bekommt unter Linux endlich Hardwarebeschleunigung. Bild: Pixabay

Kommende Versionen des Firefox-Browsers von Mozilla sollten auch unter Linux sämtliche Videos mit einer Hardwarebeschleunigung per GPUs decodieren können. Der Code dafür(öffnet im neuen Fenster) findet sich nun in der Nightly-Version Firefox 76. Voraussetzung für die Nutzung ist natürlich, dass die genutzte Grafikeinheit den jeweiligen Codec unterstützt. Die Änderung wurde vor wenigen Wochen(öffnet im neuen Fenster) zunächst noch beschränkt auf H.264 alias AVC umgesetzt und nun auf alle verfügbaren Codecs erweitert.

Die Hardwarebeschleunigung unter Linux durch Browser war in den vergangenen Jahren schlecht oder schlicht nicht existent. So haben die Entwickler des Chrome-Browsers diese Funktion zwar umgesetzt, pflegen aber eine große Liste diverser Ausnahmen. In Firefox war die Technik bisher gar nicht nutzbar. Der nun für die Arbeiten zuständige Red-Hat-Entwickler Martin Stránský erklärt das in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) mit der Vielzahl verschiedener Treiber und damit verbundenen Fehlern. Bisher hatte Mozilla schlicht keine Ressourcen dafür, diese einzeln zu beheben und die Technik deswegen deaktiviert.

Eine Voraussetzung für das beschleunigte Video-Decoding ist wiederum eine beschleunigte Darstellung des Browsers selbst. Dafür nutzt Firefox entweder den neueren Webrender oder den etwas älteren GL-Compositor. Wie erwähnt braucht es dafür aber brauchbare Treiber. Wie Stránský schreibt, bietet die Nutzung der Wayland-Grafikschnittstelle aber die Möglichkeit, die Verfügbarkeit der funktionierenden Treiber vorauszusetzen. Denn auch Wayland selbst benötigt eine Hardwarebeschleunigung für einen Compositor. Ebenso setzen die Wayland-Entwickler auf DMA-Buf, was den direkten Zugriff auf die Grafikhardware ermöglicht.

Mit all diesen Vorarbeiten hat Stránský letztlich die Unterstützung für das VA-API in Firefox unter Wayland zunächst für H.264 umgesetzt und nun also auch für das VA-API ohne Beschränkungen. Die Hardwarebeschleunigung sollte damit etwa mit Intel- und AMD-GPUs genutzt werden können. Wie genau dies geht, erläutert Stránský in einem Bug-Report(öffnet im neuen Fenster) .

Nachtrag vom 19. März 2020, 12:33 Uhr

Wir haben die Funktion der Beschreibung von Stránský folgend mit dem aktuellen Ubuntu 19.10 und einer Radeon 470 getestet. Die Hardwarebeschleunigung funktioniert bei uns damit problemlos.


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