Abo
  • Services:

Mozilla: Firefox 48 bringt Multi-Prozess-Architektur für wenige

Mit der aktuellen Version 48 des Firefox-Browsers rollt Mozilla endlich die Multi-Prozess-Architektur aus, vorerst aber nur für wenige Nutzer. Die Version forciert außerdem die Addon-Signaturen, enthält Webextensions, Rust-Code und beendet den Support für alte Mac-OS-Versionen.

Artikel veröffentlicht am ,
Mit Firefox 48 wird Electrolysis ausgerollt.
Mit Firefox 48 wird Electrolysis ausgerollt. (Bild: Johnathan Nightingale, Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Trotz dem mit sechs Wochen relativ kurzen Veröffentlichungszyklus des Firefox-Browsers enthält die aktuelle Version 48 viele größere Änderungen, an denen der Hersteller Mozilla teils seit Jahren arbeitet. Herausragend ist vor allem die Multi-Prozess-Architektur, welche unter dem Codenamen Electrolysis (E10s) entstanden ist, und erstmals mit der stabilen Version des Browsers verteilt wird.

Stellenmarkt
  1. abilex GmbH, Stuttgart
  2. BWI GmbH, Bonn, Strausberg, Wilhelmshaven

Begonnen worden sind die Arbeiten an E10s vor fünf Jahren, um den Browser zu beschleunigen und Abstürze, etwa durch fehlerhafte Plugins, zu vermeiden. Seit Ende 2014 schließlich testet Mozilla E10s in den Nightly-Versionen des Browsers und weitet diese Versuche auf immer mehr Nutzer der Vorabversionen aus. Mit Firefox 48 beginnt das Ausrollen von E10s letztlich auch in der stabilen Version.

Die Funktion wird zunächst aber wohl nur bei rund 1 Prozent der Nutzer automatisch nach dem Update zur Verfügung stehen, wie der Firefox-Produktmanager Asa Dotzler in seinem Blog schreibt. Begründet wird die vergleichsweise geringe Nutzerzahl mit der noch fehlenden Unterstützung für einige Teile der gesamten Nutzerbasis.

Das betrifft etwa Anwender von Windows XP sowie von Screenreadern oder jene, die Erweiterungen verwenden. Dem von Dotzler vorgestellten Plan zufolge soll E10s in den kommenden Wochen an immer mehr Nutzer verteilt werden, bis schließlich alle die Multi-Prozess-Architektur einsetzen. Jene die nicht auf das Update von Mozilla warten wollen, können die Verwendung mit der Option "browser.tabs.remote.force-enable" in about:config erzwingen. Im Projektwiki wird aber explizit darauf hingewiesen, dass dies nicht unterstützt wird.

Webextensions sind fertig

Knapp ein Jahr nach der Ankündigung einer neuen Addon-API für den Firefox bezeichnet Mozilla das Projekt mit dem Namen Webextensions als stabil. Mit den Webextensions ist eine API entstanden, die an die Schnittstelle für Erweiterungen im Chrome-Browser angelehnt ist und dadurch die Entwicklung und Pflege vereinfachen soll. Microsoft arbeitet für Edge an einer ähnlichen API und zumindest Mozilla ist stark an einer Standardisierung zumindest einiger Teile der APIs interessiert.

Die neue API ist ein Teil der Strategie von Mozilla, mittelfristig auf veraltete Eigenlösungen wie XPCOM sowie XUL und XBL verzichten zu können und außerdem neue Techniken leicht im Browser ausrollen zu können. So sind sämtliche Addons, welche die Webextensions nutzen, kompatibel zu E10s. Die Geschwindigkeit der Umsetzung von E10s hängt also auch davon ab, wie schnell Addon-Entwickler ihre Erweiterungen portieren.

Nachdem Mozilla dies mehrfach verschoben hat, werden nun auch Signaturen der Addons zwingend überprüft. Das heißt sämtliche Erweiterungen, welche noch nicht von Mozilla signiert worden sind, werden von dem Browser nicht mehr akzeptiert.

Rust macht den Browser etwas sicherer

Firefox 48 enthält zudem erstmals Programmcode, der in der Sprache Rust geschrieben worden ist. Dabei handelt es sich um den integrierten Parser für das MP4-Format, der bisher in C++ geschrieben war. Der Wechsel hin zu Rust soll vor allem das Ausnutzen von Fehlern in der Speicherverwaltung deutlich erschweren. Die Tragweite, die derartige Fehler im Umgang mit Mediendateien haben können, zeigen die Stagefright-Lücken unter Android.

Die Verwendung von Rust-Code im Firefox ist Ende vergangenen Jahres erstmals offiziell angekündigt worden. Das Forschungsteam von Mozilla, das auch für die Sprache Rust selbst verantwortlich ist, erstellt darüber hinaus die neue Rendering-Engine Servo, die komplett in Rust geschrieben ist, und plant in dem Oxidation-Projekt die stückweise Integration von Rust-Code in die Gecko-Engine des Firefox.

Der Browser warnt in der aktuellen Version außerdem besser vor möglicherweise bösartiger Software, die mit dem Firefox heruntergeladen worden ist. Unter Linux nutzt der Browser die von Google initiierte Bibliothek Skia, mit der Canvas-Elemente hardwarebeschleunigt dargestellt werden. Damit wird das bisher eingesetzte Cairo ersetzt. Mit der Veröffentlichung von Firefox 48 beendet Mozilla darüber hinaus den Support für die Mac-OS-Versionen 10.6, 10.7 und 10.8., da die meisten Mac-Nutzer derzeit Version 10.9 oder eine neuere einsetzen.

Weitere Neuerungen von Firefox 48 listet Mozilla in den Release-Notes auf.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 103,03€ für Prime-Mitglieder (aktuell günstigste M.2-SSD mit 512 GB)
  2. 139,90€ + 5,99€ Versand (Vergleichspreis 172,73€)
  3. 69,90€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)
  4. (u. a. Gear S3 Frontier für 209€ und Galaxy S8+ für 469€ - Bestpreise!)

pix0wl 04. Aug 2016

Einige wurden hier bereits genannt. CanvasBlocker (privacy, blockt canvas fingerprinting...

My1 03. Aug 2016

das beste an der singleprocess architektur ist ist dass man alle auf einmal loswerden...

My1 03. Aug 2016

also hätte es die signatur schon von früh an gegeben egal ob optional oder nicht wäre...

longthinker 03. Aug 2016

du hast eine seltsame Vorstellung von "ordentlich" [ ] du hast den Zusammenhang mit...


Folgen Sie uns
       


Energiespeicher in der Cruijff Arena - Bericht

Die Ajax-Arena in Amsterdam wird komplett aus eigenen Akkureserven betrieben. Die USVen im Keller des Gebäudes werden von Solarzellen auf dem Dach und parkenden Elektroautos aufgeladen. Golem.de konnte sich das Konzept genauer anschauen.

Energiespeicher in der Cruijff Arena - Bericht Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Miix 630 Lenovos ARM-Detachable kostet 1.000 Euro
  2. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  3. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018

Stromversorgung: Das Märchen vom Blackout durch Elektroautos
Stromversorgung
Das Märchen vom Blackout durch Elektroautos

Die massenhafte Verbreitung von Elektroautos stellt das Stromnetz vor neue Herausforderungen. Doch verschiedenen Untersuchungen zufolge sind diese längst nicht so gravierend, wie von Kritikern befürchtet.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Elektromobilität iEV X ist ein Ausziehelektroauto
  2. Elektroautos Bundesrechnungshof hält Kaufprämie für unwirksam
  3. Ladekabel Startup Ubitricity gewinnt Klimaschutzpreis in New York

Indiegames-Rundschau: Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm
Indiegames-Rundschau
Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm

Gas geben, den weißen Hai besiegen und endlich die eine verlorene Socke wiederfinden: Die sommerlichen Indiegames bieten für jeden etwas - besonders fürs Spielen zu zweit.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Spezial Unabhängige Riesen und Ritter für Nintendo Switch
  2. Indiegames-Rundschau Schwerelose Action statt höllischer Qualen
  3. Indiegames-Rundschau Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht

    •  /