Moxie-Experiment auf dem Mars: Zehn Stunden Sauerstoff für einen kleinen Hund

Der Nasa-Rover Perseverance hat mit dem Moxie-Instrument Sauerstoff auf dem Mars produziert. Ein größeres Instrument könnte sogar Habitate versorgen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Künstlerische Darstellung des Perseverance-Rovers auf dem Mars
Künstlerische Darstellung des Perseverance-Rovers auf dem Mars (Bild: Tim Tim (VD fr), Wikipedia)

Ob Elon Musk mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX, die US-Raumfahrtbehörde Nasa, die Vereinigten Arabischen Emirate oder andere Nationen, Behörden und Firmen: Sie alle planen Kolonien auf dem Mars. Damit dies möglich ist, müssen dort lebensfreundliche Bedingungen geschaffen werden – nicht für den gesamten Planeten, aber für die Habitate, in denen irgendwann Menschen leben sollen. Dafür hat die Nasa ein Experiment zur Sauerstoff-Erzeugung auf dem Mars durchgeführt und vor kurzem beendet.

Mit dem mikrowellengroßen Gerät namens Moxie (Mars Oxygen In-Situ Resource Utilization Experiment; Experiment zur In-Situ-Ressourcennutzung von Mars-Sauerstoff) konnte der Mars-Rover Perseverance Sauerstoff auf dem roten Planeten erzeugen. Das Experiment wurde vor mehr als zwei Jahren gestartet, einige Monate nachdem der Rover auf dem Mars gelandet war.

Mehr Atemluft, als die Nasa geplant hatte

Seitdem hat Moxie nach Angaben der Nasa 122 Gramm Sauerstoff erzeugt – was der Atemluft eines kleinen Hundes in zehn Stunden entspricht. Mit dem Gerät lässt sich ein Teil des reichlich vorhandenen Kohlendioxids in der Marsatmosphäre in Sauerstoff umwandeln.

Auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit produzierte Moxie zwölf Gramm Sauerstoff pro Stunde mit einem Reinheitsgrad von 98 Prozent oder besser. Damit konnte doppelt so viel Sauerstoff hergestellt werden, wie die Nasa es ursprünglich geplant hatte.

Nachdem Moxie all seine Anforderungen erfüllt hatte, wurde es am 7. August 2023 zum 16. und letzten Mal in Betrieb genommen. Dabei produzierte das Instrument 9,8 Gramm Sauerstoff, teilte die Nasa am 6. September 2023 mit.

Größere und bessere Versionen von Moxie könnten in Zukunft lebenserhaltende Systeme mit Atemluft versorgen und Sauerstoff umwandeln und speichern, der für den Raketentreibstoff für den Rückflug zur Erde benötigt wird.

Statt große Mengen an Sauerstoff mit auf den Mars zu nehmen, könnten künftige Astronauten und Astronautinnen von den Rohstoffen vor Ort (In-Situ-Verfahren) leben und Materialien, die sie auf der Oberfläche des Planeten finden, zum Überleben nutzen, heißt es bei der Behörde.

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Delphis1982 13. Sep 2023

Tatsächlich habe ich diesen Film zu Hause liegen, aber habe ihn noch nicht gesehen. Das...

Jim Pansen 12. Sep 2023

Aus Erdgas. Nicht großmaßstäblich per Elektrolyse. Ich sagte doch Wasserstoff aus...

Delphis1982 12. Sep 2023

Stickstoff ist in vielerlei Hinsicht genauso wichtig, wie Sauerstoff. Sauerstoff darf...

Kaiser Ming 12. Sep 2023

Sauerstoff mitnehmen wäre Quatsch wenn die Atmosphäre zu 95% aus CO2 besteht an der Menge...



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