Abo
  • Services:
Anzeige
Bei VR-Brillen stören immer noch die Kabel.
Bei VR-Brillen stören immer noch die Kabel. (Bild: Intugame)

MoVR: Virtuelle Realität ohne Drähte

Bei VR-Brillen stören immer noch die Kabel.
Bei VR-Brillen stören immer noch die Kabel. (Bild: Intugame)

Das MIT hat eine drahtlose Alternative zum HDMI-Kabel entwickelt, die auch mit VR-Brillen funktioniert. Bisher mussten solche Systeme fest stehen und freie Sicht zueinander haben.

Ingenieure am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine drahtlose Anbindung für VR Headsets entwickelt. Bisher mussten Oculus, Vive und Co. fest mit Kabeln verbunden sein, um die nötigen Datenraten für die hohen Auflösungen der Displays zu liefern. Die Entwicklung solcher Systeme wurde längst angekündigt. Am MIT wurden dabei Funksignale im Millimeterbereich mit einer Frequenz von 24 GHz verwendet, also eine fünf- bis zehnfach höhere Frequenz als bei herkömmlichem WLAN.

Anzeige

Solche Funkstrecken zum Ersatz von HDMI-Kabeln gibt es schon länger, allerdings nur für feststehende Sender und Empfänger. Hauptproblem bei VR ist, eine stabile Verbindung mit einem beweglichen Empfänger zu gewährleisten. In dem hohen Frequenzbereich können Radiosignale schlechter durch Reflexion und Beugung der Radiowellen übertragen werden, nach Möglichkeit sollten die Antennen Sichtkontakt zueinander haben, ohne blockierende Gegenstände. Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen für Ausflüge in die virtuelle Realität.

Eine halbe Drehung genügt, um mit dem eigenen Körper den Empfang zu blockieren. Schon eine Hand vor dem Empfänger würde das Signal zu stark abschwächen, als dass es immer noch die hochauflösenden Displays mit Daten beliefern könnte. Mehrere Sender könnten das Problem zwar lösen, aber dann muss der ganze Raum verkabelt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, die Wände des Raums mit besser reflektierendem Metall auszukleiden. Stattdessen haben die Ingenieure am MIT eine Art aktiven Spiegel entwickelt. Der Funksignale verstärken und gezielt in Richtung des Empfängers weiterleiten kann.

MoVR hat keinen eigenen Sender

Das MoVR genannte Gerät ist programmierbar und funktioniert über Phased-Array-Antennen. Das sind Gitter von Antennen, bei denen Sendung und Empfang von Funksignalen frei programmierbar aufeinander abgestimmt werden können. Dadurch können sie mit hoher Signalverstärkung in bestimmte Richtungen senden oder aus bestimmten Richtungen Signale empfangen, ohne dass die Antenne dafür bewegt werden muss. Der Winkel, in dem die Signale empfangen oder gesendet werden, beträgt bei dem Gerät etwa zehn Grad.

Um MoVR möglichst einfach zu halten, wird auf einen eigenen Sender verzichtet. Es besteht nur aus einem Verstärker, der Ansteuerung für die Antennen und einem Arduino mit Bluetooth. Die Bluetoothverbindung wird benötigt, um die Winkel von der VR-Brille oder dem Access Point zu MoVR zu steuern, unter dem das Signal empfangen und gesendet wird. Dazu versucht der Access Point, bei der Initialisierung ein Signal an sich selbst zu senden, indem er einfach alle Winkel durchprobiert. Die VR-Brille tut das Gleiche, so dass MoVR die Verbindung zwischen beiden herstellen kann.

Das System wurde in einem 5 x 5 m großen Büro mit einem HTC Vive getestet und lieferte dank der Verstärkung sogar eine bessere Leistung als eine Funkstrecke ohne Hindernisse. Beim ersten Prototyp war vor allem noch die Latenz beim Finden des richtigen Winkels verbesserungsbedürftig. In zukünftigen Versionen sollen die Abweichungen durch intelligentere Algorithmen im laufenden Betrieb vom jeweils letzten bekannten Winkel aus bestimmt werden.


eye home zur Startseite
otraupe 01. Dez 2016

Ich lese jetzt schon das zweite Mal davon. Ich denke, einige Punkte sind ganz wichtig und...

Robert.Mas 30. Nov 2016

Erster Unterschied der auffällt: Sie nutzen 60 GHz und haben das Latzenproblem wohl schon...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Sagemcom Fröschl GmbH, Walderbach (zwischen Cham und Regensburg)
  2. ROHDE & SCHWARZ SIT GmbH, Stuttgart
  3. SICK AG, Reute bei Freiburg im Breisgau
  4. Hornetsecurity GmbH, Hannover


Anzeige
Top-Angebote
  1. 485,00€ (Vergleichspreis 529)
  2. 299,00€
  3. 386,94€ - 30€ MSI-Cashback

Folgen Sie uns
       


  1. Digital Paper DPT-RP1

    Sonys neuer E-Paper-Notizblock wird 700 US-Dollar kosten

  2. USB Typ C Alternate Mode

    Thunderbolt-3-Docks von Belkin und Elgato ab Juni

  3. Sphero Lightning McQueen

    Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

  4. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  5. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  6. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  7. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  8. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  9. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern

  10. CPU-Architektur

    RISC-V-Patches für Linux erstmals eingereicht



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

  1. Re: sehr interessant

    hum4n0id3 | 10:57

  2. Re: Naive Frage: Cloudzwang ?

    Ovaron | 10:57

  3. Re: Gutes Konzept... schrottiges OS, und dann 4000¤

    Seroy | 10:56

  4. Re: "muss für den Einsatz der Razer-Box ... im...

    ms (Golem.de) | 10:51

  5. Re: Für Vermögende die kreativ sein wollen..

    Seroy | 10:49


  1. 10:10

  2. 09:59

  3. 09:00

  4. 18:58

  5. 18:20

  6. 17:59

  7. 17:44

  8. 17:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel