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Mouser Electronics: Warum die Verzögerungen bei Artemis II richtig sind

Artemis II wurde bereits mehrfach verschoben. Experten betonen jedoch die Bedeutung der Sicherheit gegenüber dem engen Zeitplan der Mondmission .
/ Patrick Klapetz
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Der Mond als Ziel der Artemis-II-Mission (Bild: Pixabay)
Der Mond als Ziel der Artemis-II-Mission Bild: Pixabay

Die zweite Artemis-Mondmission, bei der diesmal eine menschliche Besatzung den Mond umrunden soll, wurde aufgrund technischer Probleme bereits zweimal verschoben. Experten des Komponentenhändlers Mouser Electronics(öffnet im neuen Fenster) betonen jedoch, dass strenge Sicherheitsmaßnahmen, Redundanzprüfungen und Systemintegrität bereits auf Komponentenebene unerlässlich seien.

In einer E-Mail-Mitteilung der Digital-Marketing-Agentur Rise at Seven heißt es, diese Prüfungen sollten Ausfallszenarien in komplexen Luft- und Raumfahrtsystemen verhindern.

Sicherheit und Systemzuverlässigkeit hätten trotz des hohen öffentlichen Interesses an der Mission Vorrang, teilten die Experten von Mouser Electronics mit. Das Unternehmen ist auch ein Hauptdistributor für Firmen wie Texas Instruments, Honeywell und Teledyne, welche die Computer und Sensoren für die Orion-Kapsel bauen.

Von der Startrampe zurück in die Montagehalle

Ursprünglich sollte die Mission bereits gegen Ende 2024 starten, wurde dann aber mehrfach verschoben. Zwischenzeitlich befand sich die Rakete bereits auf der Startrampe, wo es jedoch im Februar 2026 zu technischen Problemen kam. Zudem herrschten in Florida ungewöhnlich niedrige Temperaturen, weswegen sich das Missionsteam für Startfenster im März entschied .

Bei der zweiten Generalprobe der Artemis-II-Mission stellten die Ingenieure der US-Raumfahrtbehörde Nasa ein Problem im Heliumsystem der Oberstufe der SLS-Mondrakete fest. Dieses ist für die Druckbeaufschlagung des Antriebs und die allgemeine Sicherheit von entscheidender Bedeutung.

Der Heliumfluss funktionierte nicht wie erwartet. Dieses System ist unerlässlich, da es die Treibstofftanks unter Druck setzt und Leitungen sowie Triebwerksabschnitte spült. So wird sichergestellt, dass flüssiger Wasserstoff und Sauerstoff gleichmäßig zu den Triebwerken fließen.

Ohne zuverlässigen Heliumdruck könnte der Treibstofffluss instabil werden und es könnte zu Kavitation in den Turbopumpen kommen. Da diese Komponenten auf der Startrampe schwer zugänglich sind, wurde die Rakete zurück zur Montagehalle (VAB: Vehicle Assembly Building) gebracht.

"Eine Startverzögerung ist kein Rückschlag"

"Bei bemannten Raumflügen darf es keine Kompromisse hinsichtlich Sicherheit oder Qualität geben, unabhängig vom öffentlichen Druck oder der Höhe der Investitionen" , teilte Mark Patrick mit, Leiter für technische Inhalte bei Mouser. "Eine Startverzögerung ist kein Rückschlag, sondern ein Beweis dafür, dass strenge Sicherheits- und Verifizierungsprozesse wie vorgesehen funktionieren."

Durch moderne Instrumentierung, Echtzeittelemetrie und prädiktive Diagnostik können Anomalien heute viel früher erkannt werden, als es noch zur Ära der Apollo-Missionen möglich war. Jedoch fange die Systemintegrität nicht erst auf der Startrampe an, erklärte Patrick: "Luft- und Raumfahrtingenieure müssen sicher sein, dass alle Teile authentisch, vollständig qualifiziert und spezifikationskonform sind." Das beginne bereits auf der Ebene der kleinsten Komponenten.

Laut Patrick sind "autorisierte und rückverfolgbare Lieferketten" entscheidend für die Aufrechterhaltung der unmittelbaren Sicherheit und der langfristigen Zuverlässigkeit der Systeme. Die Rückführung in die Montagehalle bekräftige die Bedeutung dieses Ansatzes: "Das Problem mit der Heliumdruckbeaufschlagung in der Oberstufe zeigt, dass selbst geringfügige Abweichungen in einem einzelnen Teilsystem inakzeptable Risiken für die Mission darstellen können."

Mittlerweile wurden die Ventile, Leitungen und Drucksysteme gründlich inspiziert und repariert. Mit dem bevorstehenden Rollout der SLS-Rakete zur Startplattform will die Nasa an dem Startfenster für den 2. April 2026 (deutscher Zeit) festhalten. Dennoch bleibt die Devise klar: Die Sicherheit der Mission und der Astronauten steht an erster Stelle.


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