Motorola One Action im Hands on: Android-One-Smartphone mit Actionkamera kostet 260 Euro

Eine alte Weisheit besagt, die beste Kamera ist immer die, die man dabeihat. Nach diesem Motto hat Motorola eine Actionkamera in ein Smartphone eingebaut, um keine weitere Kamera für entsprechende Actionaufnahmen dabeihaben zu müssen. Das Smartphone begleitet die meisten Menschen ohnehin überallhin.
Die Actionkamera kann Videos in Full-HD-Auflösung mit bis zu 60 fps aufnehmen und hat einen 117 Grad großen Weitwinkelbereich. Für wackelfreie Aufnahmen gibt es eine digitale Bildstabilisierung. Mittels 2,0-µm-Quad-Pixel-Technik wird eine höhere Lichtempfindlichkeit erzielt. In dieser Preisklasse gibt es solche Super-Weitwinkelkameras in Smartphones nur selten.
Wenn wir das Smartphone im Hochformat halten, nimmt die Kamera im Querformat auf. Umgekehrt gibt es Hochformataufnahmen, wenn wir das Smartphone quer halten. Diese besondere Funktion gibt es nur für die Actionkamera – die Dual-Kamera nimmt Fotos und Videos hingegen wie sonst auch im Querformat auf, wenn das Smartphone im Querformat gehalten wird.
Sowohl die Dual-Kamera als auch die Actionkamera werden mit Hilfe der mitgelieferten Kamera-App gesteuert. Mit der Actionkamera lassen sich jedoch nur Fotos aufnehmen, während die Videokamera läuft. Unabhängig von einer Videoaufnahme lassen sich keine Bilder machen. Wir finden es unlogisch, dass man damit nicht fotografieren kann.













Die Dual-Kamera besteht aus einem 12-Megapixel-Sensor mit Phasenerkennungs-Autofokus und einem 5-Megapixel-Sensor, der für Tiefenschärfeinformationen zuständig ist. Die Dual-Kamera hat eine Blende von f/1.8 und nutzt 1,25-µm-Pixel für eine möglichst gute Lichtausbeute. Mit der Dual-Kamera sind bei Bedarf auch Videos in 4K-Auflösung möglich, was die Actionkamera nicht abdeckt. Auf den ersten Blick sahen die Fotos detailreich aus und die Belichtung überzeugte ebenfalls.
Auf der Displayseite befindet sich die Frontkamera, die wie beim One Vision in der linken oberen Ecke des Displays eingebaut ist. Aber anders als beim One Vision gibt es beim One Action keine 25-Megapixel-Kamera, sondern nur eine mit einer Auflösung von 12 Megapixeln.
Das neue Motorola-Smartphone hat eine gute Mittelklasseausstattung mit üppigem Speicher.
Viel Speicher für ein Mittelklasse-Smartphone
Motorolas One Action hat 4 GByte Arbeitsspeicher sowie 128 GByte Flash-Speicher. Falls das nicht ausreicht, können Daten auf einer Speicherkarte abgelegt werden, die bis zu 512 GByte groß sein darf. Wie auch beim One Vision setzt Motorola bei der Neuvorstellung wieder auf einen Exynos-Prozessor von Samsung. Der Exynos 9609 ist ein Octa-Core-Prozessor mit einer Taktrate von bis zu 2,2 GHz. Beim Ausprobieren reagierte das Gerät immer schnell und ruckelfrei.
Das One Action verfügt über einen 6,3 Zoll großen IPS-Touchscreen im 7:3-Format, das vom Hersteller als 21:9 angegeben wird. Die Auflösung beträgt 2.520 x 1.080 Pixel, die Inhalte werden ausreichend scharf dargestellt. Das Smartphone ist trotz des großen Displays aufgrund des schmalen Formats kaum breiter als ein klassisches 5,5-Zoll-Gerät. Dadurch ist eine einhändige Bedienung sehr gut möglich.
Im Smartphone befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der auf der Rückseite untergebracht ist. Das LTE-Smartphone ist Dual-SIM-fähig, aber mit zwei SIM-Karten ist dann keine Speicherkarte nutzbar. Es unterstützt WLAN-ac, Bluetooth 5.0, NFC und hat einen GPS-Empfänger sowie ein UKW-Radio und einen Mono-Lautsprecher. Neben einem USB-C-Anschluss gibt es eine 3,5-mm-Klinkenbuche für klassische Kopfhörer. Das Smartphone ist nach IP52 vor Strahlwasser geschützt.
Das Motorola-Smartphone läuft mit Android One, der Hersteller verspricht besonders schnelle Android-Updates, etwa zwei bis drei Monate nach den Pixel-Geräten soll auch das Motorola-Smartphone Updates erhalten. Das Smartphone soll die nächsten beiden Hauptversionen von Android erhalten. Für drei Jahre sollen Sicherheitsupdates bereitgestellt werden.













Wie auch bei den anderen Motorola-Smartphones gibt es aber Software-Beigaben wie Moto Actions und Moto Display. Das umfasst unter anderem typische Motorola-Gesten, um durch Bewegungen des Smartphones die Kamera sofort zu starten oder die Taschenlampe zu aktivieren. Zudem lassen sich Benachrichtigungen auf dem Display anzeigen, indem das Smartphone angestupst wird. Als Neuerung kann eine Funktion aktiviert werden, mit der sich das Smartphone automatisch einschaltet und dann mittels Gesichtserkennung entsperrt wird, wenn es angehoben wird.
Im Smartphone steckt ein 3.500-mAh-Akku und der Hersteller verspricht, dass damit problemlos eine Nutzung den ganzen Tag über möglich sein soll. Der Akku soll für 11 Stunden kontinuierliche Videowiedergabe genügen.

Motorola verkauft das Smartphone One Action in den Farben zum Preis von 260 Euro, es ist in den Farben Weiß oder Blau erhältlich. Das Android-One-Smartphone ist zunächst im Onlinehandel verfügbar und soll in den nächsten Tagen auch im stationären Handel zu bekommen sein. Zum Lieferumfang gehören ein 10-Watt-Schnelladegerät und eine Schutzhülle. Im Gegensatz zum One Vision wurde auf die Beigabe eines Headsets verzichtet und es gibt kein 15-Watt-Ultraschnellladegerät.
Fazit
Nach dem One Vision peilt Motorola auch mit dem One Action vor allem Kundschaft an, die viel Kameraleistung für wenig Geld erhalten will. Wir finden die Idee reizvoll, eine Actionkamera in ein Smartphone zu integrieren. Wer viele Aufnahmen mit Actionkameras macht, kann sich so unter Umständen ersparen, eine weitere Kamera ergänzend zum Smartphone nutzen zu müssen. Allerdings sollte das Smartphone dann immer sicher befestigt sein.
Wir finden es schade, dass wir mit der Super-Weitwinkelkamera nur Fotos machen können, wenn eine Videoaufnahme läuft. Das sollte mit einem Update der Kamera-App nachgebessert werden. Das neue Motorola-Modell hat wieder eine gute Speicherausstattung zu einem fairen Preis. Das schmale Display sorgt für eine gute Einhandbedienung, das Smartphone liegt angenehm in der Hand.