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Motorola: Lenovo übernimmt Googles Smartphone-Sparte

Lenovo hat den Kauf von Motorola Mobility abgeschlossen. Damit gehört der ehemalige Handy-Pionier und Googles frühere Smartphone-Sparte jetzt zu Lenovo. Vor allem mit der Marke Motorola will Lenovo im Smartphone-Markt weiter zulegen.

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Motorola macht Lenovo zum drittgrößten Smartphone-Hersteller.
Motorola macht Lenovo zum drittgrößten Smartphone-Hersteller. (Bild: Lenovo)

Für die vor neun Monaten vereinbarte Übernahme von Motorola Mobility zahlt Lenovo an Google 2,91 Milliarden US-Dollar. Der Kauf wurde nun abgeschlossen, teilte Lenovo mit. Damit wechselt der einstige Handy-Pionier innerhalb kurzer Zeit erneut den Besitzer.

Lenovo wird zum drittgrößten Smartphone-Hersteller

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Durch die Motorola-Übernahme wird Lenovo mit einem Schlag zum drittgrößten Smartphone-Hersteller auf dem Weltmarkt. Ohne die Motorola-Smartphones hätte Lenovo den vierten Rang eingenommen, mit den Motorola-Verkäufen reicht es für eine bessere Platzierung.

Vorbehaltlich bestimmter Anpassungen zahlt Lenovo an Google einen Kaufpreis von rund 2,91 Milliarden US-Dollar. Dieser besteht aus etwa 660 Millionen US-Dollar in bar und 519.107.215 neuen Aktien im kumulierten Wert von 750 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Anteil von rund 4,7 Prozent an Lenovos Aktien, der auf Google übertragen wurde.

Die übrigen 1,5 Milliarden US-Dollar werden in Form eines dreijährigen Schuldscheindarlehens beglichen. Lenovo zahlt Google eine separate Barkompensation in Höhe von etwa 228 Millionen US-Dollar für Geschäftskapital und Barmittel von Motorola Mobility zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion. Lenovo erwartet das Erreichen der Profitabilität des Motorola-Geschäfts innerhalb von sechs Quartalen.

Lenovo übernimmt 3.500 Mitarbeiter

Lenovo will Motorola als hundertprozentige Tochtergesellschaft mit Hauptsitz in Chicago führen und weltweit nahezu 3.500 neue Kolleginnen und Kollegen in das Unternehmen integrieren. Dabei stammen die Mitarbeiter aus den Bereichen Design, Technik, Vertrieb und Support. Von den 3.500 Mitarbeitern arbeiten alleine 2.800 in den USA. Google behält einen Großteil der Patente aus dem Motorola Mobility Portfolio während Motorola eine Lizenz erhält, diese Patente zu nutzen. Darüber hinaus behält Motorola mehr als 2.000 Patente und eine große Zahl an gegenseitigen Patent-Lizenzvereinbarungen.

"Als starke Nummer drei und würdiger Herausforderer der beiden führenden Anbieter im Smartphone-Sektor bieten wir Endanwendern größere Auswahl, stärkeren Wettbewerb und mehr Innovation", schwärmt Yuanqing Yang, Vorstandsvorsitzender und CEO von Lenovo. "Motorola ist eine wahre Markenikone und bringt neben seiner starken Präsenz in den USA und anderen entwickelten Märkten auch enge Partnerschaften zu Mobilfunknetzbetreibern, ein starkes Patentportfolio und nicht zuletzt ein unglaublich talentiertes Team mit."

Lenovo übernimmt die Rechte an der Motorola-Marke und wird das bekannte Motorola-Logo weiter verwenden. Unterhalb des Schriftzugs wird es einen Hinweis geben, dass es sich um ein Lenovo-Unternehmen handelt. Demnach dürfte es also auf dem deutschen Markt vorerst keine Smartphones mit einem Nur-Lenovo-Schriftzug geben, wie es sie etwa auf dem asiatischen Markt gibt. Es ist damit zu rechnen, dass Lenovo die Motorola-Marke vor allem in den USA, aber auch in Europa weiter verwenden wird.

Mit der Motorola-Übernahme wird Liu Jun Vorstandsvorsitzernder, der bisher als Executive Vice President der Mobile Business Group bei Lenovo tätig war. Der bisherige Motorola-Chef, Rick Osterloh, bleibt Präsident von Motorola.

Google hatte im August 2011 die Übernahme von Motorola Mobility für 12,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Dabei ging es Google vor allem um den Patent-Pool von Motorola. Nach eingehenden regulatorischen Prüfungen wurde der Kauf im Mai 2012 abgeschlossen.



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