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Moto Z und Moto Z Play im Test: So muss ein Smartphone mit Modulen aussehen!

Lenovos Topsmartphone Moto Z und das günstigere Moto Z Play lassen sich mit Hilfe von Modulen erweitern und werden so beispielsweise zur Digitalkamera mit 10x-Zoom. Im Test hat das Konzept Golem.de überzeugt.
/ Tobias Költzsch
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Das Moto Z mit dem Kameramodul von Hasselblad (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Moto Z mit dem Kameramodul von Hasselblad Bild: Martin Wolf/Golem.de

Mit dem Moto Z hat Lenovo nicht nur eines der dünnsten Android-Smartphones auf dem Markt vorgestellt, sondern auch eines der interessantesten: Von der Hardware her in der Oberklasse angesiedelt, bietet das Gerät dank magnetisch haltender Module eine Besonderheit, die es von der Konkurrenz unterscheidet. Mit dem Moto Z Play hat der Hersteller zusätzlich eine Variante im Sortiment, die für weniger Geld zu bekommen ist.

Moto Z und Moto Z Play – Test
Moto Z und Moto Z Play – Test (01:32)

Dabei ist Lenovo nicht der erste Hersteller, der mit Smartphones experimentiert, die sich um Module erweitern lassen: LG hat mit dem G5 auf dem MWC 2016 ein Gerät mit vergleichbarem Konzept vorgestellt, dem der Erfolg bisher allerdings verwehrt blieb.


Lenovo nutzt mit den magnetischen Modulen einen für den Nutzer weitaus komfortableren Weg, dem Moto Z und dem Moto Z Play Extrafunktionen hinzuzufügen; ausschalten muss er es beim Wechsel nicht. Im Test hat sich Golem.de zunächst das Moto Z angeschaut und auch die Module getestet, die bei Lenovo Moto Mods heißen. Anschließend haben wir uns noch die günstigere Play-Variante angesehen. Uns standen das Digitalkamera-Modul von Hasselblad mit 10x-Zoom und der Soundboost Speaker von JBL zur Verfügung. Es zeigte sich schnell, dass besonders das Kameramodul für Hobbyfotografen praktisch ist, aber bei der Bildqualität kaum Vorteile bringt.

Unglaublich dünnes Gehäuse

Nimmt der Nutzer das Moto Z zum ersten Mal aus der Verpackung, wirkt es mit seinen 5 mm Dicke schon fast zerbrechlich. In dieser Form kann das Smartphone genutzt werden, wir fanden aber, dass es mit dem mitgelieferten magnetischen Rückdeckel besser in der Hand liegt – dann ist das Gerät mit 7,1 mm immer noch sehr schlank. Technisch gesehen ist dieser Deckel nicht nötig, da das Moto Z auch ohne ihn ein geschlossenes Gehäuse hat; er deckt jedoch die Metallkontakte ab, über die das Smartphone mit den Modulen kommuniziert. Zudem wirkt die weit aus dem Gehäuse ragende eingebaute Kamera nicht mehr so auffällig.

Die Kontakte für die Module befinden sich am unteren Ende der Rückseite des Smartphones. Um ein Modul an das Gerät anzuschließen, muss es einfach an die Rückseite des Smartphones gelegt werden. Die Magnete sind stark und halten die Module fest an ihrem Platz, in unserem Test ist keines unabsichtlich abgegangen. Im Gegenteil: Stellenweise müssen wir mitunter recht kräftig an den Modulen ziehen, um sie wieder abzubekommen.

Automatische Modul-Software-Updates

Erkannt werden die Hasselblad-Kamera und der JBL-Soundboost-Speaker nach dem Anstecken automatisch, der Nutzer muss nichts weiter tun. Die Module erhalten automatisch Software-Updates – so bekamen wir beispielsweise eine Aktualisierung für das Kameramodul aufgespielt, die das Rauschverhalten verbesserte.

Soundboost Speaker für mehr Wumms

Der JBL-Soundboost-Speaker verbessert dank seiner zwei 3-Watt-Lautsprecher den Klang des Moto Z erheblich. Bässe sind merklich wahrnehmbar, mit dem eingebauten Lautsprecher des Smartphones sind diese deutlich schwächer. Der Sound ist insgesamt voller und klarer, was verglichen mit dem dünn klingenden Frontlautsprecher besonders auffällt.


Praktisch ist der kleine Standfuß, der zwischen den Lautsprechern auf der Rückseite des Soundboost Speakers eingebaut ist. Dank diesem lässt sich das Moto Z aufstellen, wodurch sich beispielsweise Videos bequem schauen lassen. Der im Lautsprechermodul eingebaute Akku hat eine Nennladung von 1.000 mAh, laut Lenovo soll das für zusätzliche fünf Stunden Laufzeit ausreichen.

Hasselblad-Modul macht das Moto Z zur Digitalkamera

Als zweites Testmodul haben wir die Hasselblad-Kamera ausprobiert, die sich ebenfalls einfach magnetisch an der Rückseite befestigen lässt. Diese macht aus der 13-Megapixel-Kamera des Smartphones eine 12-Megapixel-Kamera mit optischem Zehnfach-Zoom. Der Blendenbereich liegt je nach Zoomstufe zwischen f/3.5 und f/6.5 – ist also bei weitem schlechter als der der Moto-Z-Kamera, die bei einer Auflösung von 13 Megapixeln eine Anfangsblende von f/1.8 hat.

Mit dem Hasselblad-Modul lässt sich das Smartphone wie eine echte Digitalkamera benutzen: Die Kamera wird über einen separaten Knopf eingeschaltet, hat einen zweistufigen Auslöse-Button und eine Zoom-Wippe. Zudem sorgt der Griff am rechten Rand für eine gute Haptik.

Ruhiges Zoom-Bild dank Stabilisator

Die Benutzung der beiden Moto-Z-Smartphones ist mit dem Kameramodul weitaus komfortabler als die der eingebauten Kameras, zudem bietet der optische Zoom einen ungemeinen Gewinn an Einsatzmöglichkeiten. Der Zoom ist dank optischem Bildstabilisator auch voll ausgefahren noch sehr gut nutzbar, der optische Bildstabilisator hält das Bild sehr ruhig. Bei Videos wird eine elektronische Stabilisierung verwendet.

Der Zoom ist eher nicht für die Nutzung während einer Videoaufnahme geeignet: Er fährt sehr schnell aus und ein, die Geschwindigkeit lässt sich auch nicht beim Zoomen regulieren – dadurch rauschen anvisierte Objekte zu schnell heran. Zudem ist er sehr laut und deutlich auf dem aufgenommenen Video zu hören. Videos lassen sich mit dem Kameramodul maximal in Full-HD mit 30 fps aufnehmen – für 4K-Aufnahmen müssen Nutzer die eingebaute Kamera verwenden.

Hasselblad-Modul bringt Zoom, aber nicht unbedingt bessere Qualität

Die im Moto Z eingebaute Kamera ist etwas schärfer als die des Hasselblad-Moduls, verglichen mit anderen Smartphones wie dem Galaxy S7 ist sie bei beiden Kameras etwas geringer. Details werden mit dem Modul besser dargestellt, das geht allerdings auf Kosten eines etwas stärkeren Rauschens. Dafür wirken die Bilder der Hasselblad-Kamera weniger "glattgebügelt" als die der eingebauten Kamera des Moto Z.


Das Hasselblad-Modul nutzt die gleiche Kamera-App wie die eingebaute Kamera des Moto Z, allerdings stehen bei angeschlossenem Modul andere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. So lassen sich mit der Hasselblad-Kamera RAW-Aufnahmen anfertigen, was mit der eingebauten Kamera des Moto Z nicht möglich ist. Die Bilder werden wie die der eingebauten Kamera direkt auf dem Smartphone gespeichert und können entsprechend leicht geteilt werden.

Blitzaufnahmen sind mit der Hasselblad-Kamera weitaus besser ausgeleuchtet als mit dem zweifachen LED-Fotolicht der eingebauten Kamera. Das Modul verwendet einen Xenon-Blitz, der eine bessere Ausleuchtung und Reichweite besitzt. Der Autofokus arbeitet bei der eingebauten Kamera etwas schneller, da es sich hier um einen Laser-Autofokus handelt. In der Praxis lassen sich mit dem Hasselblad-Modul aber dennoch schnell Fotos aufnehmen.

Optischer Zoom erweitert Gestaltungsmöglichkeiten

Das Kameramodul von Hasselblad halten wir insgesamt für ein gelungenes Zubehörteil, wenngleich es auch Nachteile gegenüber der eingebauten Kamera hat. Das Kameramodul verbessert mit seiner Auflösung und der schlechteren Blendenöffnung nicht unbedingt die Qualität der aufgenommenen Bilder, auch bei der Videoaufnahme hat das Modul gegenüber der eingebauten Kamera das Nachsehen.

Der zehnfache optische Zoom erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten aber enorm – und bietet eine weitaus bessere Qualität als der digitale Zoom der Moto-Z-Kamera. Auch die Haptik ist dank des Griffs stark verbessert, das Smartphone liegt mit dem angeschlossenen Modul wie eine Digitalkamera in der Hand. Zusammen mit dem Modul ist das Moto Z allerdings nicht mehr unbedingt hosentaschentauglich, auch vom Gewicht her. Das Gespann kann aber in einer mit dem Modul gelieferten Tasche verstaut werden. Nach der Nutzung der Kamera kann das Modul einfach wieder vom Moto Z getrennt werden.

Der entscheidende Vorteil des Hasselblad-Moduls liegt für uns ganz klar im optischen Zoom. Die Nachteile des Moduls lassen sich dank des einfachen Anbringungssystems zum Teil ausgleichen: Möchte der Nutzer beispielsweise eine 4K-Videoaufnahme machen, kann er die Hasselblad-Kamera einfach abnehmen und die Moto-Z-Kamera verwenden.

300 Euro entspricht dem Preis einer digitalen Kompaktkamera

Ob Käufern das Kameramodul angesichts einer möglicherweise nur gelegentlichen Nutzung 300 Euro wert ist, ist fraglich. Uns hätte es weitaus besser gefallen, wenn das Modul beispielsweise noch 4K-Videoaufnahmen beherrschen würde. Unser Fazit fällt insgesamt gemischt aus: Wir halten die Hasselblad-Kamera aufgrund des Zooms für Hobbyfotografen durchaus für sinnvoll, wer hingegen nicht unbedingt einen optischen Zoom bei seinem Smartphone benötigt, braucht das Modul definitiv nicht zu kaufen.

Die Umsetzung des Modulsystems insgesamt gefällt und jedoch sehr gut – weitaus besser als bei LG. Die Module lassen sich sehr leicht und unkompliziert wechseln. Das Moto Z muss dafür nicht ausgeschaltet werden, was das System im Alltag wirklich praktisch macht. Bei LGs G5 muss der Akku bei einem Modulwechsel entfernt und das Gerät danach neu gestartet werden. Dabei vergeht weitaus mehr Zeit als beim Moto Z und Moto Z Play – hier ist ein Modulwechsel eine Sache von Sekunden.

Wie bei LG wird aber der Erfolg von Lenovos Modulsystem längerfristig davon abhängen, wie viele Module es geben wird. LG hat bisher – trotz Ankündigungen – nur drei veröffentlicht, was zu wenig ist. Lenovos Start in die Modulwelt ist unserer Meinung nach insgesamt schon gelungener als der von LG: Mit einem echten Kameramodul (LG bietet lediglich einen Handgriff an), dem Soundboost Speaker, einem Projektor und einem Zusatzakku halten wir die verfügbaren Module für im Alltag praktischer. Die vorgegebene Größe der Module bedeutet aber auch, dass es wohl keine Modul-Smartphones von Lenovo in anderen Displaygrößen als 5,5 Zoll geben wird. Dort würden die Module schlicht nicht passen. Lenovo hat jedoch versprochen , dass die Module langfristig unterstützt werden sollen.

Hardwareausstattung im Oberklassebereich

Das Moto Z selbst ist abseits der Module ein Smartphone der Oberklasse. Das OLED-Display ist 5,5 Zoll groß und löst mit 2.560 x 1.440 Pixeln auf. Das ergibt eine hohe Pixeldichte von 535 ppi, entsprechend scharf werden Bildschirminhalte angezeigt. Auch für die Nutzung in VR-Gestellen eignet sich das Gerät mit dieser Auflösung. Das Display ist blickwinkelstabil, die Farben sind recht knallig – was am voreingestellten Farbmodus "Intensiv" liegt. Dieser lässt sich in den Einstellungen in "Standard" ändern, was zu einer unauffälligeren Farbwiedergabe führt.


Unterhalb des Displays ist ein Fingerabdrucksensor eingebaut, mit dem das Moto Z schnell entsperrt werden kann. Als Homebutton fungiert der Sensor nicht, ebenso gibt es keine Sensorentasten für Zurück und die Übersicht der zuletzt genutzten Apps. Stattdessen hat sich Lenovo für eine On-Screen-Navigationsleiste entschieden. Instinktiv tippten wir jedoch besonders zu Beginn unseres Tests oft auf den Fingerabdrucksensor, wenn wir den Startbildschirm aufrufen wollten – ohne dass anschließend etwas passiert. Es gibt nur eine weitere Funktion für den Fingerabdrucksensor: Wenn bei eingeschaltetem Gerät einen Moment länger der Sensor gedrückt wird, schaltet sich das Display aus. Leider wurden dem Sensor keine weiteren Funktionen etwa über Wischgesten zugewiesen.

Denkbar ist jedoch, dass Lenovo im Hinblick auf die Verwendung des Kameramoduls auf Sensortasten und eine Home-Button-Funktion des Fingerabdrucksensors verzichtet hat: Verwenden wir die Hasselblad-Kamera, liegt unser Daumen beim Halten des Moto Z quer über dem unteren Teil des Gehäuses auf der Displayseite – wären hier Tasten angebracht, würden wir diese dann andauernd drücken.

Snapdragon 820 und 4 GByte Arbeitsspeicher

Im Inneren des Moto Z arbeitet Qualcomms Snapdragon 820, ein Quad-Core-Prozessor, dessen Kerne auf 1,8 GHz getaktet sind. Zusammen mit 4 GByte Arbeitsspeicher reagiert das System schnell auf Eingaben und läuft flüssig, auch rechenintensivere Anwendungen stellen für das Moto Z kein Problem dar.

Aufgrund der geringeren Taktung erreicht das Moto Z im Geräte-Benchmark Geekbench 3 allerdings mit 2.041 Punkten im Single-Test etwas weniger als andere aktuelle Topsmartphones. Das Galaxy Note 7 schafft beispielsweise 2.154 Zähler, das Oneplus 3 2.397 Punkte. Im 3DMark erreicht das Moto Z 25.814 Punkte, knapp 1.000 Zähler weniger als das Galaxy Note 7. Im Grafiktest GFX Bench erreicht das Moto Z im Manhattan-Test einen Offscreen-Wert von 41 fps – ein Zähler mehr als das Galaxy Note 7.

Der interne Flash-Speicher ist 32 GByte groß, in anderen Speichergrößen ist das Smartphone nicht erhältlich. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten mit einer Größe von bis zu 2 TByte ist eingebaut. Das Moto Z unterstützt Cat6-LTE und WLAN nach 802.11ac mit Mimo, Bluetooth läuft in der Version 4.1 LE. Ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut.

Frontkamera mit Blitz

Neben der 13-Megapixel-Kamera, die ohne angebrachten Rückdeckel prominent aus dem Gehäuse ragt, hat das Smartphone eine Frontkamera mit 5 Megapixeln. Lenovo hat dieser einen LED-Blitz spendiert, der Selbstporträts bei schummrigen Verhältnissen qualitativ stark verbessern kann. Die Anfangsblendenöffnung der vorderen Kamera ist f/2.2, die Pixel sind mit 1,4 µm größer, um mehr Licht einzufangen. Zum Vergleich: Die Pixel der Hauptkamera sind mit 1,12 µm kleiner.

Der nicht ohne weiteres wechselbare Akku hat eine Nennladung von 2.600 mAh und soll Lenovo zufolge für 30 Stunden Laufzeit bei gemischter Nutzung ausreichen. Einen Full-HD-Film können wir bei maximaler Helligkeit 8,5 Stunden lang anschauen – das ist ein durchschnittlich guter Wert. Geladen wird der Akku über einen USB-Typ-C-Anschluss, 15 Minuten Ladezeit sollen dabei sieben Stunden zusätzliche Laufzeit bringen. Ein einzelnes USB-Kabel liefert Lenovo nicht mit, nur ein Netzteil mit fest installiertem Kabel.

Kein Klinkenanschluss für Kopfhörer

Über den USB-Anschluss wird beim Moto Z auch der Kopfhörer angeschlossen – wie Apple beim iPhone 7 hat auch Lenovo die klassische Klinkenbuchse gestrichen, dabei aber das Gerät merklich dünner gemacht. Einen Adapter legt Lenovo bei, so dass Nutzer auch ihre bisherigen Kopfhörer verwenden können. Der kombinierte Lade- und Kopfhöreranschluss führt beim Moto Z aber zum gleichen Problem wie beim iPhone 7: Gleichzeitiges Musikhören und Laden ist nur noch mit drahtlosen Kopfhörern oder einem passenden Adapter möglich.

Ausgeliefert wird das Moto Z mit Android in der Version 6.0.1 alias Marshmallow mit Googles Sicherheitspatch vom August 2016. Wie zu Zeiten, als noch Motorola als Google-Tochter die Smartphones produzierte, hat Lenovo die Benutzeroberfläche weitgehend unangetastet gelassen. Es finden sich außer den Google-Apps keine zusätzlichen Anwendungen auf dem Smartphone – gut, dass diese Praxis beibehalten wurde.

Moto Z Play als günstigere Alternative

Zusammen mit einigen Modulen ist die Anschaffung des Moto Z nicht gerade günstig – das Smartphone allein kostet 700 Euro, die Module zwischen 90 und 350 Euro. Wem das zu teuer ist, dem bietet Lenovo mit dem Moto Z Play ein günstigeres Modell an, das technisch zwar gegenüber dem Moto Z weniger gut ausgestattet ist, aber immer noch eine gute Leistung bringt.


Aufgrund der vorgegebenen Modulgröße kommt auch das Play mit einem 5,5 Zoll großen Display, das allerdings nur mit 1.920 x 1.080 Pixeln auflöst. Für VR-Brillen ist diese Auflösung schon etwas problematisch, im Alltag aber vollkommen ausreichend. Im Inneren arbeitet Qualcomms Snapdragon 625, ein Acht-Kern-Prozessor aus dem Mittelklassesegment mit einer maximalen Taktrate von 2 GHz. Der Arbeitsspeicher ist 3 GByte groß, der eingebaute Flashspeicher 32 GByte. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist eingebaut.

Schwächerer Prozessor, bessere Kamera

Das SoC ist merklich weniger leistungsfähig als der Snapdragon-820-Chip im Moto Z: Im Geräte-Benchmark Geekbench 4 erreicht das Moto Z Play nur einen Single-Wert von 795 Punkten – das sind fast 700 Zähler weniger als beim Moto Z. Auch im 3DMark schafft das Play mit 13.959 Punkten deutlich weniger als das teurere Modell.

Die 16-Megapixel-Kamera auf der Rückseite schneidet in unserem Test hingegen besser ab als die 13-Megapixel-Kamera des Moto Z. Die Bilder haben eine merklich höhere Schärfe, ohne überschärft zu wirken. Die Anfangsblende ist mit f/2.0 etwas weniger offen als beim Moto Z, dafür sind die Pixel größer – was Bildern in schummriger Umgebung zugutekommt. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 5 Megapixeln und wie beim Moto Z ein LED-Fotolicht.

Akku mit sehr langer Laufzeit

Der nicht ohne weiteres wechselbare Akku des Moto Z Play hat eine Nennladung von 3.510 mAh, ein stattlicher Wert, der laut Lenovo eine gemischte Laufzeit von 50 Stunden ermöglichen soll. Schauen wir einen Full-HD-Film bei voller Helligkeit, hat der Akku nach zwölf Stunden immer noch 44 Prozent Ladung – ein Rekordwert.

Das Gehäuse des Moto Z Play ist mit 7 mm ohne Rückdeckel und 8,8 mm mit Rückdeckel dicker als das des Moto Z. Der Vorteil: Lenovo konnte hier einen Klinkenanschluss für Kopfhörer verbauen, den das Moto Z nicht mehr hat.

Das Moto Z Play stellt einen günstigeren Einstieg in Lenovos Moto-Modulsystem dar. Das Smartphone ist allerdings vom Prozessor und vom Display her schwächer als das Moto Z ausgestattet. Dafür sind die Kamera und die Akkulaufzeit besser. Für viele Nutzer dürfte die Prozessoren- und Arbeitsspeicherausstattung aber ausreichen, weshalb das Smartphone eine gute Alternative zum teureren Modell sein kann – besonders auch wegen der langen Laufzeit.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Moto Z ist bei Lenovo ab 700 Euro erhältlich und lässt sich im Moto Maker konfigurieren. Im Onlinehandel ist das Smartphone in Weiß oder Schwarz ab 650 Euro zu bekommen. Das Moto Z Play kostet 450 Euro. Im Moto Maker ist es bei beiden Smartphones nicht möglich, mehr eingebauten Speicher verbauen zu lassen.


Das Kameramodul von Hasselblad kostet im Moto-Onlineshop von Lenovo 300 Euro, der JBL-Soundboost-Speaker 100 Euro, der Insta-Share Projector 350 Euro und das Incipio Offgrid Power Pack 90 Euro.

Fazit

Lenovos Moto Z ist ein Topsmartphone, das sich mit seinen magnetischen Modulen von der Konkurrenz absetzen kann. Lenovo ist nicht der erste Hersteller, der sich an diesem Konzept versucht, allerdings finden wir den Ansatz weitaus besser als den von LG mit seinem G5. Dass sich die Module einfach magnetisch am Gerät befestigen lassen, ist weitaus praktischer als die Lösung von LG.

Besonders das Kameramodul von Hasselblad hat uns sehr interessiert. Im Test selbst hat das Modul allerdings ein paar Schwächen gezeigt, etwa der fehlende 4K-Videomodus, der langsamere Autofokus oder auch der Umstand, dass die aufgenommenen Fotos qualitativ nicht besser sind als die der Moto-Z-Kamera.

Der zehnfache optische Zoom ist allerdings sehr praktisch und macht das Moto Z mit dem Kameramodul mehr zu einer Digitalkamera, als die meisten konkurrierenden Smartphones es sind. Mit 300 Euro ist die Hasselblad-Ergänzung aber auch nicht preiswert – besonders, wenn man die Bildqualität bedenkt. Im Endeffekt kommen wir bei dem Modul zu einem gemischten Fazit: Der Zoom ist sehr praktisch, wer diesen nicht benötigt, braucht sich die Hasselblad-Kamera jedoch nicht zu kaufen.

Das Lautsprecher- und das Akkumodul sind mit Preisen von maximal 100 Euro hingegen attraktiv und vor allem nützlich. Die Anschaffung des Moto Z ist zusammen mit den Modulen dennoch kein besonders preiswertes Vergnügen. Mit dem Moto Z Play hat Lenovo jedoch ein zweites Modulsmartphone im Angebot, das voll mit den Modulen kompatibel und mit abgespeckter Hardware, aber sehr langer Akkulaufzeit, bereits ab 450 Euro erhältlich ist – eine interessante Alternative zum teureren Moto Z, das ab 700 Euro kostet.

Die Module, die gute Hardware und die ebenso gute Verarbeitung machen das Moto Z zu einem absolut lohnenswerten Topsmartphone – für alle, denen der Klinkenanschluss nicht fehlt.

Es bleibt zu hoffen, dass Lenovo sein Modulsystem nicht so vernachlässigt, wie es LG beim G5 getan hat, und weitere Hersteller davon überzeugen kann, neue zu produzieren. Mit den aktuell verfügbaren Modulen ist allerdings ein guter Start gemacht – in der Hoffnung, dass Lenovo sein Versprechen der langen Unterstützung umsetzt.


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