Mother of all Breaches: Gigantisches Datenleck ist wohl nur eine "Werbeaktion"

Im Netz ist ein riesiger Datensatz mit 26 Milliarden Einträgen von Nutzerdaten verschiedener Online-Plattformen aufgetaucht. Neu sind diese aber wohl nicht.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
MOAB besteht angeblich aus 12 TByte an Nutzerdaten.
MOAB besteht angeblich aus 12 TByte an Nutzerdaten. (Bild: pixabay.com / geralt)

Seit gestern häufen sich Medienberichte über ein riesiges Datenleck im Umfang von 12 TByte, das insgesamt 26 Milliarden Einträge von Nutzerdaten verschiedener Onlinedienste wie Linkedin, Twitter, Adobe sowie vor allem auch der chinesischen Unternehmen Tencent und Weibo enthalten soll. Tatsächlich scheint es sich jedoch lediglich um eine Sammlung von Daten zu handeln, die bereits aus früheren Datenlecks bekannt sind.

Der riesige Datensatz wird aufgrund seines enormen Umfangs als "Mother of all Breaches" (MOAB) bezeichnet. Es sei mit ziemlicher Sicherheit das größte Datenleck, das jemals entdeckt wurde, berichtete Cybernews gestern. Als Entdecker wird ein Sicherheitsforscher genannt – der Eigentümer der offenen Instanz, auf der die Daten entdeckt wurden, könne "wahrscheinlich nie ermittelt werden".

MOAB ist wohl nur eine "Werbeaktion"

Cybernews erklärte, es handle sich hauptsächlich um Informationen aus früheren Datenschutzverletzungen. "Mit ziemlicher Sicherheit" seien jedoch auch neue Daten dabei, die zuvor noch nicht veröffentlicht wurden. Auch Duplikate seien wahrscheinlich enthalten. Zum Vergleich werden Zahlen des hauseigenen Data Leak Checkers herangezogen.

Troy Hunt, der Gründer von HaveIBeenPwned (HIBP), äußerte sich bezüglich des MOAB-Datenlecks kritisch. Es ergebe keinen Sinn, die Daten in die Datenbank seines Dienstes aufzunehmen, da sie längst darin enthalten seien, erklärte Hunt in einem X-Beitrag. Auch der unabhängige Sicherheitsforscher Kevin Beaumont warnte gestern auf Mastodon, es handle sich bei MOAB um keine neuen Daten, sondern lediglich um eine "Werbeaktion".

Anwender sollten dennoch wachsam sein

Dass MOAB völlig neue Daten enthält, darf also bezweifelt werden. Dennoch ist die Gefahr dieses Datenlecks nicht zu unterschätzen. Für Cyberkriminelle ist eine derart umfangreiche Datensammlung durchaus wertvoll. Angreifer könnten die MOAB-Daten in nächster Zeit gezielt einsetzen, um beispielsweise neue Phishing-Kampagnen zu starten und den Nutzern verschiedener Onlinedienste dadurch weitere sensible Informationen zu entlocken.

Rund zwei Milliarden der in MOAB enthaltenen Datensätze stammen laut Cybernews allein von den chinesischen Unternehmen Tencent und Weibo. Aber auch hierzulande gängige Dienste wie Twitter (X), Deezer, Linkedin, Adobe, Canva, Telegram, Dropbox und Badoo sind wohl jeweils mit Millionen von Datensätzen vertreten. Das Datenleck umfasse außerdem Daten mehrerer Regierungsbehörden, darunter solche aus den USA, Brasilien und Deutschland.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Konzernchef Källenius
Mercedes-Benz verfehlt Elektroziele und steuert um

Mercedes-Benz hat seine Elektroziele für 2023 verfehlt. Statt der anvisierten 20 Prozent lag der Elektroanteil beim Absatz nur bei 12 Prozent.

Konzernchef Källenius: Mercedes-Benz verfehlt Elektroziele und steuert um
Artikel
  1. Elektrokleinwagen: Opel bringt Corsa Electric Yes für 29.990 Euro
    Elektrokleinwagen
    Opel bringt Corsa Electric Yes für 29.990 Euro

    Opel bringt ein Sondermodell des Corsa Electric auf den Markt. Der Yes soll ab 29.990 Euro kosten und ist zweifarbig lackiert und sportlich getrimmt.

  2. Gemini: Google pausiert KI-Generator wegen falscher Bilder
    Gemini
    Google pausiert KI-Generator wegen falscher Bilder

    Nach Kritik wegen falscher Hautfarben in historischen Szenen pausiert Google die Fähigkeit seines KI-Tools Gemini, Bilder von Menschen zu generieren.

  3. Intuitive Machines: Odysseus ist auf dem Mond gelandet
    Intuitive Machines  
    Odysseus ist auf dem Mond gelandet

    Der Mondlander ist in einem Stück gelandet. Er hat nach der Landung aber nur sehr schwache Funksignale ohne auslesbare Daten gesendet.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • HP Omen 27" QHD 240Hz 379€ • MindStar: PNY RTX 4070 Super 619€, MSI RTX 4090 Gaming 1.839€ • Roccat -58% • Neu: Sony Pulse Elite Headset 149,99€ • EA-Spiele -74% • PCGH Cyber Week • Samsung Neo QLED TV 65" -50% • PS5 Slim 469€ • PS Portal 220€ [Werbung]
    •  /