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Morgan Marquis-Boire bei einer Veranstaltung in Washington
Morgan Marquis-Boire bei einer Veranstaltung in Washington (Bild: Gary Cameron/Reuters)

Er deckt auf, welche Firmen Geld mit Überwachung machen

Die Konflikte der Welt sollten Marquis-Boire noch stärker einholen. "Als die Aufstände im arabischen Raum begannen, kamen Freunde zu mir. Sie arbeiteten für Menschenrechtsorganisationen und sagten: 'Morgan, wir glauben, dass die Menschen vor Ort ausspioniert werden'", erzählt er. Er begann, Analysen zu schreiben. Erst für die Electronic Frontier Foundation, eine Organisation für Bürgerrechte in der digitalen Sphäre, später für Citizen Lab.

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Wenn Marquis-Boire auf der Bühne steht, um über seine Arbeit zu reden, stellt er gerne eine Frage: "Wer von euch wurde vor einem Hacker-Angriff gewarnt"? Worauf er hinauswill: Googlemail analysiert einkommende Nachrichten. Landen Dateien im Postfach, die auf bekannte Angriffe zurückzuführen sind, schlägt das Programm Alarm. "Normalerweise hebt eine Person ihren Arm. Bei einer Konferenz über Netzfreiheit im arabischen Raum war es jede zweite Person im Saal", sagt Marquis-Boire. Heutzutage versuchten Staaten eben auch, Aufstände digital niederzuschlagen.

Spähfirmen tauchten zuerst in seinen Berichten auf

Für das Citizen Lab deckte er auf, welche Firmen das große Geld mit Überwachungssoftware verdienen. Firmen wie Gamma Group und Hacking Team bieten Überwachungssoftware mit Rundumservice an. Installation, Instandhaltung und Beratung. Die Namen ihrer Produkte tauchten mitunter in den Berichten von Marquis-Boire erstmals öffentlich auf.

Die Firmen nahmen ihm das übel. Hacking Team n​ennt ihn zum Beispiel "tireless wolf-crier". Jemand, der so oft fälschlicherweise vor Wölfen warne, dass ihm niemand mehr glaube, wenn tatsächlich mal einer komme. In gehackten Unterlagen der Firma (mehr dazu hier) finden sich auch Dokumente, denen zufolge Marquis-Boire wohl heimlich beobachtet wurde. "Ich bin zwar nicht überrascht, dass sie mich ausspionieren, aber ich finde das dennoch unheimlich", sagt er.

Marquis-Boire hatte Angst, unfreiwillig zu einer Art Stiftung Warentest für Überwachungssoftware zu werden. Aus den Hacking-Team-Unterlagen ging hervor, dass die Hersteller die Citizen-Lab-Berichte als eine Art Gütesiegel verstanden. Seither fragt sich Marquis-Boire, ob und wie ausführlich er seine Analysen noch veröffentlichen soll, wenn Firmen dann etwa das FBI als Kunden gewinnen. "Die Leute dort sagen anscheinend: 'Hey, der Typ, der sämtliche Spyware analysiert, sagt, dass diese Schadsoftware vermutlich die beste ist'. Das ist nicht gut."

Neuer Job: Journalisten schützen

Mittlerweile konzentriert sich Marquis-Boire auf eine andere Aufgabe. Bevor er Google verließ, nutzte er noch die Möglichkeiten der Firma. "Wir haben in einer Studie herausgefunden, dass 21 der 25 größten Nachrichtenorganisationen von Hackern im Staatsauftrag angegriffen wurden." Sein neuer Job bei The Intercept ist also: Journalisten vor digitalen Angriffen schützen.

 Morgan Marquis-Boire: Dieser Hacker kommt Spionen auf die Schliche

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david_rieger 14. Dez 2015

Sage ich. Subjektiv empfunden. Meine Meinung. Müssen wir jetzt ehrlich noch jedesmal...

Apollo13 11. Dez 2015

Die Schlussfolgerung ist bei diesen Umständen allerdings schon naheliegend. Auch auf die...

somedudeatwork 11. Dez 2015

Was ich eher damit ausdrücken wollte, ist das normale Artikel diesen Zusatz nicht haben...

timo.w.strauss 11. Dez 2015

die Liste geht noch weiter, BRD, USA, GB usw.

timo.w.strauss 11. Dez 2015

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