• IT-Karriere:
  • Services:

Mordprozess: Amazon will Alexa-Aufzeichnungen nicht preisgeben

In einem Mordprozess weigert sich Amazon, Alexa-Sprachaufzeichnungen preiszugeben. Ein Gericht will mit den Aufnahmen einen Doppelmord aufklären.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Echo-Lautsprecher könnte Zeuge eines Mordes gewesen sein.
Ein Echo-Lautsprecher könnte Zeuge eines Mordes gewesen sein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Ein Gericht im US-Bundesstaat New Hampshire verlangt von Amazon, die Sprachaufzeichnungen eines Echo-Lautsprechers zu veröffentlichen. Der Richter hoffe, damit einen Mordprozess aufklären zu können, berichtet CBS Boston. Amazon weigert sich mit Verweis auf die US-Verfassung, solche vertraulichen Kundendaten preiszugeben. "Amazon wird keine Kundendaten veröffentlichen, ohne dass eine gültige und verbindliche rechtliche Anforderung vorliegt, die ordnungsgemäß an uns gerichtet wurde", sagte ein Amazon-Sprecher Cnet.

Stellenmarkt
  1. BAHN-BKK, Münster
  2. AUSY Technologies Germany AG, Frankfurt am Main, München, Nürnberg

Es ist derzeit unklar, ob Amazon bei seiner Ablehnung bleibt oder aufgrund rechtlicher Verfügungen doch entsprechende Daten freigibt. In dem aktuellen Fall will das Gericht einen Doppelmord aus dem Januar 2017 aufklären, bei dem zwei Frauen im Alter von 32 und 48 Jahren getötet wurden. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine der beiden Frauen in der Küche umgebracht wurde, wo sich ein Echo-Lautsprecher befand. Die Richter vermuten, dass dieser etwas von dem Verbrechen aufgezeichnet habe. Die Polizei stellte den Echo-Lautsprecher sicher.

Zudem will das Gericht von Amazon erfahren, welche mobilen Geräte mit dem smarten Lautsprecher verbunden gewesen waren. Möglicherweise könnten alle Geräte bei der Aufklärung des Mordes hilfreich sein. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt einen 36 Jahre alten Mann, dem im Mai 2019 der Prozess gemacht werden soll. Der Tatverdächtige weist die Anschuldigungen zurück.

Alexa wurde bereits in einem anderen Mordfall bemüht

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, welche Details das Gericht in den Alexa-Aufzeichnungen vermutet. Ein Alexa-Lautsprecher lauscht mit den eingebauten Mikrofonen beständig auf das Signalwort, das standardmäßig Alexa heißt. Sobald das Signalwort erkannt wurde, werden die Sprachbefehle zu den Amazon-Rechenzentren geschickt, die dann die Anfrage verarbeiten. Diese Anfragen können vom Nutzer jederzeit eingesehen und bei Bedarf gelöscht werden. Nur wenn der Echo-Lautsprecher während des Mordes mit dem Signalwort aktiviert wurde, dürften überhaupt Sprachaufzeichnungen auf den Amazon-Servern zur Verfügung stehen.

Es ist bereits der zweite Fall, in dem Alexa-Sprachaufzeichnungen bei Mordermittlungen zum Einsatz kommen sollen. Im März 2017 gab Amazon den Widerstand auf und veröffentlichte Alexa-Daten, nachdem der Tatverdächtige zugestimmt hatte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote

plutoniumsulfat 15. Nov 2018

Das würde in der Situation doch gar nicht auftreten.

twothe 14. Nov 2018

Vermutlich, vielleicht, möglicherweise. Ich interessiere mich dann aber doch eher für...

quineloe 14. Nov 2018

Warum denn? So können sie ja immer genau sagen, welches Gerät das ganze aufgezeichnet...

quineloe 14. Nov 2018

Diese rechtliche Verfügung nennt sich subpoena. Und die Frage, die sich jetzt stellt...

Huanglong 14. Nov 2018

Der unterschied zu Sachen die in der Wohnung eines Toten liegen und Daten die bei Amazon...


Folgen Sie uns
       


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /