Mordhau angespielt: Die mit dem Schwertknauf zuschlagen

Ein herausfordernd-komplexes Kampfsystem, trotzdem schnelle Action mit Anleihen bei Chivalry und For Honor: Das vom Entwicklerstudio Triternion produzierte Mordhau schickt Spieler in mittelalterlich anmutende Multiplayergefechte mit klirrenden Schwertern und hohem Spaßfaktor.

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Artwork von Mordhau
Artwork von Mordhau (Bild: Triternion)

Immerhin, den Hans-Test absolvieren wir mit Bravour! Der Hans-Test gehört zum Tutorial von Mordau, und er fühlt sich etwas gemein an: Nachdem wir den Umgang mit Schwert und Bogen gelernt haben, läuft ein computergesteuerter Mann namens Hans in der Siedlung herum. Und wir müssen den armen Kerl so schnell wie möglich mit einem Pfeil erwischen, um unser Können zu beweisen. Allerdings steht Hans danach wieder putzmunter auf, um schnell noch die Strohfiguren für unsere Übung mit Lanze und Pferd aufzustellen.

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Das rund 15 Minuten lange, unterhaltsam aufbereitete Tutorial von Mordhau bereitet uns auf die wichtigsten Elemente des Actionspiels vor. Mordhau bietet Multplayergefechte mit bis zu 64 Teilnehmern, die sich in drei Modi bekriegen. Beim Anspielen hat uns vor allem das komplexe Kampfsystem angesprochen, das vor allem an Chivalry, aber auch an Titel wie For Honor und Kingdom Come Deliverance erinnert.

Wir müssen wahlweise in der Ich- oder der Third-Person-Perspektive lernen, mit unserem Schwert feindliche Schläge aus unterschiedlichen Richtungen auszuteilen, zu blocken und zu parieren. Außerdem können wir Fußtritte austeilen, dem Gegner gezielt in den Rücken fallen und noch mehr. Schwerter und andere Nahkampfwaffen stehen im Vordergrund, zusätzlich gibt es Pfeil und Bogen sowie hoch zu Ross die Lanze.

Wer sich über den Titel Mordhau wundert: Das ist der Name einer im Mittelalter gebräuchlichen Taktik, die wir nach einem Druck der R-Taste auch im Spiel anwenden können. Dazu ergreifen wir das Schwert an der Klinge und verwenden es wie einen Streitkolben, indem wir mit dem schweren Knauf versuchen, etwa einen dick gepanzerten Feind umzustoßen.

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Die meisten Spieler treten in einem Modus namens Frontline an, in dem bis zu 64 Teilnehmer darum kämpfen, möglichst bestimmte Kontrollpunkte zu besetzen und möglichst lange zu halten. Außerdem gibt es Battle Royale und Horde - Letzteres meint den Kampf gegen immer neue Wellen von computergesteuerten Feinden. Dabei treten wir mit vorgegebenen Klassen wie Ritter, Halunke oder Räuber an oder basteln einen individuellen Charakter.

  • Der Ausbilder zeigt uns im Tutorial, wie Schwertkampf in Mordhau funktioniert. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
  • Mit unseren Mannen stürmen wir zur gegnerischen Festung. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
  • Nach jedem der eher häufigen Bildschirmtode können wir auf der Übersichtskarte respawnen. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
  • Auch solche Katapulte können wir bedienen. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
  • Im Hauptmenü wählen wir den Spielmodus. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
  • In Mordhau treten wir in mehreren Klassen an. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
  • Direkt im Programm ist ein Serverbrowser verfügbar. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
  • Die Grafikoptionen in der Übersicht (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)
Der Ausbilder zeigt uns im Tutorial, wie Schwertkampf in Mordhau funktioniert. (Bild: Triternion/Screenshot: Golem.de)

Das Spiel basiert auf der Unreal Engine 4, die Umgebungsgrafiken sowie Licht und Schatten finden wir wenig aufregend. Mordhau lebt vor allem von seinen sehr ordentlichen Animationen - uns stören die teils etwas einfachen Texturen und andere kleine Schwächen nicht weiter. Nervig sind die vielen Bugs, bei uns ist das Programm immer wieder mal abgestürzt. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Titel im Early Access zu veröffentlichen, aber in Foren ist aus der Community bislang kaum Gegrummel ob der Probleme zu hören.

Mordhau ist als rund 10 GByte großer Download über Steam für rund 25 Euro erhältlich; es enthält keine Mikrotransaktionen. Sprachausgabe und Bildschirmtexte liegen in mehreren Sprachen vor. Das Spiel enthält relativ drastische Gewaltinhalte, die sich im Menü vollständig deaktivieren lassen. Von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten.

Fazit

Es hat uns fast ein bisschen überrascht, wie viel Spaß die Gefechte in Mordhau vom ersten Moment an machen. Irgendwie haben die Entwickler das magische Mischungsverhältnis aus wildem Getümmel, komplexem Kampfsystem und planvollem Vorgehen auf der Karte ziemlich genau getroffen. Das gilt vor allem im Spielmodus Frontline, bei dem auch weitere Faktoren wie die Kartengröße und die Teilnehmerzahl mit Abstand am stimmigsten wirken.

Bei Horde und Battle Royale gibt es ähnlich viel Potenzial wie Optimierungsbedarf. Überhaupt muss Triternion noch Arbeit in Mordhau stecken - aber soweit man das bislang einschätzen kann, scheinen die Entwickler dazu sowohl willens als auch in der Lage zu sein. Wer Szenario und grundsätzliches Spielprinzip mag, kann schon jetzt die Klinge in die Hand nehmen.

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