Mord: Florida ermittelt gegen ChatGPT nach Campus-Schießerei
US-Generalstaatsanwalt James Uthmeier hat ein Verfahren gegen OpenAI und ChatGPT(öffnet im neuen Fenster) eingeleitet(öffnet im neuen Fenster). Auslöser sind Chatprotokolle bezüglich eines Angriffs auf die Florida State University am 17. April 2025.
Der Schütze tötete zwei Menschen, sechs weitere wurden verletzt. Vor der Tat soll er ChatGPT systematisch befragt haben – nach geeigneten Waffen, kompatibler Munition und nach Orten, an denen sich möglichst viele Menschen aufhalten. Floridas Staatsanwälte prüfen nun, ob die Antworten des Systems strafrechtlich als Beihilfe zur Tat zu werten sind.
Wie reagiert OpenAI? – Kooperation und Abwehr zugleich
Die Behörde verpflichtete OpenAI per Vorladung zur Herausgabe interner Dokumente – darunter Richtlinien zu Gewaltandrohungen und Trainingsunterlagen. Der Zeitraum reicht von März 2024 bis April 2026. OpenAI hatte das betreffende Nutzerkonto bereits vor der offiziellen Ermittlung identifiziert und an die Polizei übergeben.
Der Nachrichtenagentur AFP(öffnet im neuen Fenster) erklärte ein Unternehmenssprecher, die Tat sei eine Tragödie, ChatGPT trage jedoch keine Verantwortung. Das System habe lediglich faktische Antworten auf Fragen gegeben, die auch im Internet frei verfügbar seien. Wie die Anfragen zu Waffen, Munition und Menschenansammlungen die Sicherheitsfilter des Systems passierten, ließ das Unternehmen offen.
Florida testet eine juristische Grenze
In Florida kann als Haupttäter gelten, wer eine Straftat durch Rat oder Hilfe ermöglicht – unabhängig davon, ob es sich um eine Person oder um ein KI-System handelt. Ob eine Körperschaft für das Verhalten ihres KI-Systems strafrechtlich haften kann, ist dennoch rechtliches Neuland – und genau das will Florida nun klären.
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