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"Moralische Geldwäsche": Linke fordert Verzicht auf Bitcoin-Spenden

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet die Annahme von Spenden aus Bitcoin -Gewinnen als "Ablasshandel" .
/ Friedhelm Greis , dpa
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Strom für Bitcoin-Mining stammt meistens aus Kohlekraftwerken. (Bild: David Gray/Reuters)
Strom für Bitcoin-Mining stammt meistens aus Kohlekraftwerken. Bild: David Gray/Reuters

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern fordert einen generellen Verzicht auf Parteispenden aus Bitcoin-Spekulationen. Die Kryptowährung verursache einen gigantischen Energieverbrauch und hinterlasse einen unverantwortlichen CO2-Abdruck, sagte die Landesvorsitzende der Linken, Wenke Brüdgam, am Dienstag in Schwerin. Nach einem Beschluss des Landesvorstandes vom Montagabend forderte sie alle demokratischen Parteien auf, Spenden in Zusammenhang mit Bitcoin abzulehnen. "Wir betrachten den aktuellen Vorgang um die Bitcoin-Spende an die Grünen als moralische Geldwäsche, die einem Ablasshandel gleichkommt" , sagte Brüdgam.

Hintergrund des Beschlusses ist eine Millionenspende des Software-Entwicklers und Grünen-Mitglieds Moritz Schmidt an seine Partei . Schmidt hat nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Euro durch die Kursgewinne bei der Kryptowährung verdient und will diesen "unverdienten Reichtum" für einen Politikwechsel hin zu mehr Klimaschutz einsetzen.

Nach Ansicht Brüdgams würde die Million hingegen besser eingesetzt, wenn man sie beispielsweise für die Renaturierung von Mooren gespendet hätte. "Moore speichern CO2. Das wäre weitaus besser fürs Klima gewesen als rekordverdächtige Parteispenden," sagte Brüdgam. Ihr Co-Landesvorsitzender Torsten Koplin ergänzte: "Für uns steht fest: Genauso wie wir weiterhin Unternehmensspenden ablehnen, prüfen wir Zuwendungen aus moralisch fragwürdigen Quellen."

Private Spender sind allerdings nicht dazu verpflichtet, die Herkunft ihres Geldes anzugeben. Landesgeschäftsführer Sandro Smolka sagte auf Anfrage von Golem.de, dass im Falle einer größeren Spende nachgefragt werden solle, aus welchen Quellen das Geld stamme.

Spender sieht kein moralisches Problem

In einem Interview mit Golem.de hatte Schmidt die Parteispende hingegen verteidigt. "Natürlich kann es in Ordnung sein, Nutzen aus einem System zu ziehen, selbst wenn man es kritisch sieht oder sogar abschaffen möchte" , sagte der Software-Entwickler und fügte hinzu: "Ich halte es zudem auch für kontraproduktiv, eine moralische Frage daraus zu machen. Es handelt sich um ein politisches Problem, und auf der politischen Ebene gehört es auch gelöst. Oder anders: Moral (und ihr säkularer Bruder, die individuelle Verantwortung) werden zu oft als Nebelkerze eingesetzt, um ein politisches Problem zu begraben."

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Schmidt hatte Bitcoins zuletzt im Jahr 2011 für rund 10 bis 20 US-Dollar gekauft und steigt seit 2013 sukzessive aus der Währung aus. Zwischenzeitlich war die Kryptowährung 60.000 US-Dollar wert.


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