Spätestens 2035 ist Schluss

Der inzwischen 85-jährige Gordon Moore hat sich zu dem nach ihm benannten Gesetz in den letzten Jahren immer seltener geäußert, die Tendenz ist aber klar: "So eine Sache kann nicht ewig weitergehen", sagte er 2005 Golem.de. Noch etwa 20 Jahre sollte die Regel nach seiner damaligen Einschätzung Gültigkeit behalten. Damit wäre also 2025 die bisherige Entwicklung am Ende angelangt.

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Der ehemalige Intel-Mitarbeiter Robert Colwell, der seit dem Pentium Pro von 1995 an zahlreichen Prozessordesigns mitgearbeitet hat, ist da kritischer. Bereits 2013 sagte er in einem Vortrag auf der Konferenz Hot Chips, dass er nur noch bis zum Jahr 2020 mit einem Fortbestehen des Moore'schen Gesetzes rechnet. Dann, so Colwell, seien die Möglichkeiten des Siliziums mit einer Strukturbreite von 7 Nanometern endgültig ausgeschöpft. Colwell ist als Leiter der Prozessorabteilung der US-Militärforschungsbehörde Darpa weiterhin mit Halbleitertechnik beschäftigt.

Ende Oktober 2014 bekräftigte der Ingenieur dann, dass dieser Zeitraum sich nicht groß verändern dürfte. Einem Bericht der EE Times zufolge sagte Colwell auf einer Konferenz der Ingenieursvereinigung IEEE: "Man kann darüber streiten, wann es endet, aber es gibt keine Chance, dass das noch bis 2035 so weitergeht." Ganz für erledigt erklären wollte Colwell die Regel aber auch jetzt noch nicht, er sagte nur: "Wir befinden uns am Lebensabend von Moore's Law."

Neue Interconnects und andere Architekturen als Alternative

Colwell machte diese Äußerungen bei einer Podiumsdiskussion zusammen mit dem IBM-Forscher Wilfried Haensch und dem Informatik-Professor Thomas Sterling von der Universität von Indiana. Die drei waren sich einig, dass Moore's Gesetz nicht mehr lange Gültigkeit behalten wird, aber nicht darüber, was nach dem Silizium als Basismaterial dienen soll. Stattdessen sprach sich Haensch für eine Vernetzung von Chipbestandteilen aus, die menschlichen Neuronen ähneln soll. Sterling dagegen forderte eine vollständige Abkehr von der Von-Neumann-Architektur, auf der heutige Computer basieren.

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Eine Alternative dazu könnten Quantencomputer sein, die im Gegenzug auch Robert Colwell erwähnte. Sie eignen sich aber noch nicht für allgemeine Aufgaben, sind dafür bei speziellen Anwendungen wie der Kryptographie sehr schnell - eben die Fast-alles-Rechner.

Eher ins Reich der PR einzuordnen sind Frontalangriffe auf Moore's Law, wie sie 2010 Nvidias Chefwissenschaftler Bill Dally führte. Er bezeichnete die Steigerung der Rechenleistung durch Verkleinerung der Strukturbreite als erledigt, wichtiger sei stärkere Parallelisierung - natürlich durch GPUs. Dass Nvidia mit seinen Produkten, zu denen später auch noch ARM-SoCs kamen, das Moore'sche Gesetz genauso brauche wie andere Chiphersteller, war Intels Replik.

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 Moore's Law: Totgesagte schrumpfen längerVerschiedene Fertigungsprozesse parallel 
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DerVorhangZuUnd... 21. Apr 2015

Naja.. Kommt drauf an... Wenn er ein MapReduce-Programm (also massiv parallel...

DerVorhangZuUnd... 21. Apr 2015

Ich kenne keinen der Haswell überspringen wollte, weil er auf Broadwell wartet. Iris war...

plutoniumsulfat 20. Apr 2015

Warum sollten sie das? Benchmarks sagen da was anderes.

schily 20. Apr 2015

Mit einem Atomdurchmesser von ca. 230pm bei Silizium haben wir ca. 4 Atomschichten pro...

koelnerdom 20. Apr 2015

Tja, bevor man so austeilt, sollte man vielleicht genau hinschauen, oder? Denn auch der...



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