Moonshot: HP will keine Rechenzentren mehr bauen
HP.com muss jeden Tag 300 Millionen Seitenaufrufe bewältigen und wurde von HP ausgewählt, um Project Moonshot in den Einsatz zu bringen. Es kann immer noch als großes Experiment angesehen werden und verteilt Rechenaufgaben auf 45 Servermodule. Mit der ersten Moonshot-Generation konnte HP insbesondere die Anzahl der Hostingserver drastisch reduzieren.
CIO John Hinshaw gab auf der Discover bekannt, dass HP prinzipiell die Anzahl der Rechenzentren von derzeit sechs auf vier reduzieren könnte anhand erster Ergebnisse mit Moonshot. Moonshot-Systeme werden seit einem halben Jahr verkauft. Die Notwendigkeit eines Neubaus wurde komplett ausgeschlossen. Die Leistungsaufnahme für die Webseite des Unternehmens wurde von 10 Kilowatt auf rund 1 Kilowatt reduziert. Der Platzbedarf wurde deutlicher reduziert. Statt zehn Racks ist nun ein halbes 19-Zoll-Rack zu warten. Daraus lässt sich jedoch ablesen, dass die Leistungsaufnahme pro Rack erheblich gestiegen ist. Solche Faktoren müssen bei der Kühlung und der Energieversorgung von Rechenzentren ebenfalls berücksichtigt werden.
Moonshot-Chassis sind mit Vollbestückung allerdings teure Anschaffungen. HP lässt sich die Packungsdichte gut bezahlen. Das schon länger verfügbare Moonshot 1.500 kostet beispielsweise um die 50.000 Euro, also rund 1.000 Euro für jedes einzelne Modul mit einem einzelnen Atom S1200 (Centerton). Das gerade erst vorgestellte Converged System 100 mit 180 AMDs Opteron X kostet sogar mehr als 130.000 US-Dollar.
Doch Moonshot hat noch nicht die Flexibilität, um traditionelle Server in Racks oder gar Blades zu ersetzen. Es gibt derzeit nur vier Modultypen, und die vielversprechenden 288 ARM-Server in einem Chassis lassen weiter auf sich warten. Nur für Unternehmen im sogenannten Discover-Programm gibt es nun 32-Bit-ARM-Module mit mehreren DSP. Von Moonshot-Modulen mit 64-Bit-ARM gibt es hingegen nicht einmal eine konkrete Produktankündigung. Geplant sind sie.