Moonbox: Weihnachtspost wird doch erst im Januar zum Mond verschickt
Update vom 20. Dezember, mit neuem geplanten Starttermin.
Nach vielen Verzögerungen plante die US-Firma Astrobotic, am 24. Dezember 2023 mit einer Vulcan-Rakete ins Weltall aufzubrechen. An Bord der Peregrine Mission One werden sich auch Pakete der Deutschen Post DHL befinden: die Moon-Boxen. Nun wurde der Starttermin erneut verschoben. Auf Nachfrage bei DHL soll die Mission nun voraussichtlich zwischen dem 8. und 10. Januar 2024 ins Weltall aufbrechen.
Das Moonbox-Projekt
Was sind die Moonboxen? Zahlende Kunden konnten sich kleine Schachteln von der Deutschen Post nach Hause liefern lassen und sie mit etwas Persönlichen, wie einem Familienfoto, einem USB-Stick oder einem Ehering füllen. Anschließend holte das Logistikunternehmen die Moonboxen ab und lagerte sie zunächst ein, um sie später gesammelt zu Astrobotic zu bringen. Dort wurden sie in der Peregrine-Landefähre verstaut und sollen an Heiligabend zum Mond aufbrechen.
Golem.de sprach mit DHL-Markenchef Arjan Sissing über das Moonbox-Projekt. Er erklärte, dass die Moonbox kein DHL-Paket im eigentlichen Sinne sei: "Das sind eher kleine wabenförmige Schächtelchen. Die gibt es natürlich auch in verschiedenen Größen. Die größte Moonbox hat ein Maß von ungefähr zweieinhalb Zentimetern Breite und fünf Zentimetern Höhe."
Ein One-Way-Ticket zum Mond
Diese kleinen Boxen sollen auf die Oberfläche unseres stellaren Begleiters gebracht werden. Zudem sollen verschiedene Instrumente des Peregrine-Landers wissenschaftliche Untersuchungen durchführen. Eine Reise zurück zur Erde wird es nicht geben. Die Moonboxen werden auf dem Mond landen und dort auch bleiben.
Sissing selbst wird übrigens nichts zum Mond schicken. Das liegt an der gesetzlichen Regelung in Deutschland. Mitarbeiter sind von solchen Aktionen ausgeschlossen.
Dafür wird die Deutsche Post DHL als Unternehmen eine kleine Fracht in Form eines USB-Sticks mitschicken. "Dort werden wir Briefe von Kindern aus aller Welt speichern, die wir mittels Social-Media-Aktivitäten sammeln."
Erste kommerzielle Mondlandemission
Astrobotic wurde 2007 in Pittsburgh (Pennsylvania) gegründet. Zehn Jahre später wurde die Deutsche Post DHL Sponsor und Unterstützer. "Der Kontakt zur Astrobotic kam dadurch zustande, dass unser langjähriger Raumfahrt- und Luftfahrtkunde Airbus den Namen von Astrobotic nannte: Die machen ein tolles Projekt, sagte man uns, diesen Peregrine Luna Lander" , sagte Sissing.
Da DHL bereits 1969 in San Francisco gegründet wurde – dem Jahr, in dem die ersten Menschen mit der Apollo-11-Mission auf der Mondoberfläche gelandet sind -, konnte das Unternehmen über viele Jahre seine Expertise im Bereich Logistik ausbauen. Besonders bei hochsensiblen Maschinen wie Raumsonden muss der Transport ohne Probleme ablaufen.
Die Werkshallen von Astrobotic liegen in Pittsburgh und die Startplattform für den Raketenstart in Cape Canaveral (Florida). Deswegen musste die Landefähre quer durchs Land transportiert werden. Hinzu kam die Idee der Moonboxen. "Es ist die erste kommerzielle Mondreisemission, die nach 1969 auf dem Mond landen soll" , stellte Sissing fest.
Aufbruch ins All
Wenn die Peregrine Mission One gestartet ist, beginnt auch die eigentliche Mission für die Kunden der Moonbox. Sie erhalten dann Informationen zum Verbleib ihrer Fracht. Bereits vor dem Start konnten die Kunden den Verbleib ihres Päckchens über einen Tracking-Service mitverfolgen, wie man ihn auch von der normalen Paketverfolgung kennt.
Die Kunden werden über den Raketen-Startzeitpunkt und darüber informiert, wo sich ihr Päckchen gerade befindet,. Zudem wird "der Eintritt in die Umlaufbahn des Mondes" dokumentiert, von der Mondlandung gebe es HD-Bilder. Danach endet die Mission für das Moonbox-Projekt, für Astrobotic fängt dann die wissenschaftliche Untersuchung des Mondes an.
Wenn Astrobotic sicher auf der Mondoberfläche landet, hätte man das Wettrennen um die erste private Mondlandung gewonnen. Weitere Missionen sollen folgen; damit könnten noch weitere Moonboxen zum Mond gebracht werden. Diesmal vermutlich aber nicht als Weihnachtspost.
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