Moonbase Alpha: Musks Hyperloop-Weltraumkatapult entspringt einem Denkfehler
Inhalt
Während eines Vortrags hat Elon Musk(öffnet im neuen Fenster) seine Idee von einer Mondbasis präsentiert, die zugleich eine riesige Satellitenfabrik sein soll. Damit sollen irgendwann 1.000 Terawatt Rechenleistung pro Jahr in den Weltraum gelangen, um in ferner Zukunft zumindest einen Bruchteil der von der Sonne nahezu unbegrenzt einstrahlenden Energie zu nutzen.
Ab Minute 44 in der Präsentation wird es besonders interessant, denn umgesetzt werden soll das Megaprojekt mithilfe eines Weltraumkatapults : Es soll die Satelliten wie auf einer Magnetschwebebahn beschleunigen und ohne zusätzlichen Antrieb in den Orbit befördern. Weil die Schwerkraft auf dem Mond bei einem Sechstel im Vergleich zur Erde liegt, erscheint die technische Umsetzbarkeit tatsächlich möglich.
Um das Schwerefeld des Mondes zu verlassen, muss lediglich eine Geschwindigkeit von 2,3 Kilometern pro Sekunde (km/s) erreicht werden. Weil zudem der lästige Luftwiderstand fehlt, ließe sich die gesamte Mondoberfläche wie ein Hyperloop(öffnet im neuen Fenster) nutzen.
Damit würde eine weitere Idee Elon Musks nach langem Anlauf doch noch umgesetzt. Schließlich ergibt eine Magnetschwebebahn im Vakuum den Hyperloop, der auf der Erde technisch nur schwierig zu realisieren ist, auf dem Mond ohne Atmosphäre dagegen überall funktioniert.
An Projekten mangelt es nicht
Ebenfalls untersucht wird, wie ein solches System auf der Erde errichtet werden kann. Auch in diesem Projekt des Start-ups Auriga Space soll die Geschwindigkeit von 2 km/s erreicht werden, was annähernd der siebenfachen Schallgeschwindigkeit entspricht.
Für die restliche Erhöhung der Geschwindigkeit um weitere 6 km/s – damit kann zumindest der Erdorbit erreicht werden – müsste ein Raketenantrieb zum Einsatz kommen. Aber zumindest die erste Raketenstufe könnte gespart werden. Es müsste allerdings noch ein Weg gefunden werden, damit das verwendete Material bei Verlassen des Hyperloops und dem Auftreffen auf die bodennahe Atmosphäre nicht verdampft.
Ähnlich problematisch gestaltet sich die Umsetzung eines rotierenden Katapults , das Satelliten zunächst schnell dreht und anschließend nach oben schießt. Auch das könnte in einer ersten Beschleunigungsphase etwa 2 km/s erreichen, ganz ohne Magnetschwebetechnik oder Vakuum. Die Zentripetalkraft auf der Kreisbahn dürfte den meisten elektronischen Bauteilen jedoch schwere Schäden zufügen.
Da erscheint es technisch einfacher umsetzbar, einen Weltraumlift(öffnet im neuen Fenster) zu konstruieren, dessen Massenmittelpunkt in einem geostationären Orbit um die Erde kreist. So verbleibt das Fahrstuhlseil stets an der gleichen Position. Abseits von einigen Science-Fiction-Serien und -Romanen ist an die praktische Umsetzung aber auch hier bisher nicht zu denken.
- Anzeige Hier geht es zu Hyperloop: The future of high-speed bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



