Der Mond ist ein Umweg und ein Denkfehler
Bleibt als realistische Alternative zu all den kaum umsetzbaren Ideen auf dem Erdboden nur der Massentreiber auf dem Mond. Auf der Oberfläche des Erdtrabanten herrschen exakt die Bedingungen, die eine technische Umsetzung ermöglichen.
Das Problem an der Idee ist jedoch, dass die erhoffte Energieeinsparung im Vergleich zum Start von der Erdoberfläche nicht existiert. Schließlich müssten die Komponenten für die Satelliten oder in ferner, ferner Zukunft zumindest noch die Rohstoffe trotzdem zunächst auf den Mond gelangen.
Selbst bei einer funktionierenden Mondwirtschaft, die Elon Musk sicherlich schon im Hinterkopf hat, wiegt der Mond nur knapp ein Prozent der Erde. Die Verfügbarkeit an Ressourcen ist entsprechend knapp. Alle Bauteile nähmen einen Umweg in das Schwerefeld des Mondes, so dass schlussendlich 20 Prozent mehr Energie für den gesamten Startvorgang nötig wäre.
Die Sonne entscheidet über den Flug zum Mars
Selbst als Zwischenstation für die Reise zum Mars bietet eine Mondbasis nur geringe Vorteile. Um die Gravitation der Sonne auf dem Weg von der Erde zum Mars zu überwinden, ist fünfmal so viel Energie nötig wie beim Verlassen des Erdschwerefelds. Die Einsparungen fallen somit gering aus und der Umweg über den Mond sorgt für zusätzlichen Aufwand.
Lediglich der Start eines besonders großen und schweren Raumschiffs gelänge von der Mondoberfläche aus einfacher. Mehrere kleine Starts direkt von der Erde könnten den technischen Aufwand und damit auch das Risiko des Scheiterns hingegen verringern.
Sonnenenergie lässt sich einfacher nutzen
Bleibt ein pragmatischer Grund, weshalb die Idee mit dem Weltraumkatapult nicht umgesetzt wird. Elon Musk gibt als Ziel aus, vielleicht den millionsten Teil oder irgendwann sogar ein Prozent der von der Sonne abgestrahlten Energie zu nutzen.
Der Plan ist, 1.000 Terawatt an Leistung im Jahr in den Orbit um die Sonne zu bringen, wobei er selbst im Video fälschlicherweise von 1.000 Gigawatt spricht. Der Versprecher kann entschuldigt werden, denn die erst installierte Rechenleistung auf der gesamten Erde liegt bei unter 100 Gigawatt.
Gleichzeitig strahlt auf die Erdoberfläche eine Leistung von 174.000 Terawatt ein. Mindestens 170 Jahre wäre das Weltraumkatapult allein dafür beschäftigt. Allerdings: Der millionstel Teil der abgestrahlten Sonnenenergie entspricht dem 2.000-fachen dieser Leistung. Der Weg für Elon Musk ist also noch weit.
Und für die, die lieber auf der Erdoberfläche bleiben wollen, scheint jede Menge Potenzial vorhanden zu sein, um die reichlich verfügbare Sonnenenergie zunächst ganz klassisch einzufangen. Infrage kommen Solarzellen und Windräder.
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