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Monopol bei Suchmaschinen: US-Regierung erwägt Zerschlagung von Google

Der Vorschlag ist eine Folge des Gerichtsurteils, wonach Google bei der Internetsuche ein Monopol hält.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Wird die US-Regierung vor Gericht die Zerschlagung Googles fordern? (Bild: Dado Ruvic/Reuters)
Wird die US-Regierung vor Gericht die Zerschlagung Googles fordern? Bild: Dado Ruvic/Reuters

Die US-Regierung erwägt, vor Gericht die Zerschlagung Googles zu fordern. Das US-Justizministerium erwähnte in einem Zwischenbericht(öffnet im neuen Fenster) zu seinen Überlegungen mögliche "strukturelle Maßnahmen" - also eine erzwungene Trennung von Unternehmensteilen.

Die US-Regierung muss bis zum 20. November 2024 über ihre Empfehlung in einem seit Jahren laufenden Wettbewerbsverfahren entscheiden. Google erlitt in dem Prozess Anfang August 2024 eine Niederlage gegen die US-Wettbewerbshüter .

Ein Richter in Washington urteilte, der Konzern habe ein Monopol bei der Internetsuche - und es mit unlauteren Mitteln gegen Konkurrenz verteidigt. Google will gegen das Urteil in Berufung gehen.

Google zahlt Milliardensummen an Apple und Co.

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen die milliardenschweren Verträge, mit denen sich Google jahrelang den Platz als voreingestellte Suchmaschine sicherte, etwa im Browser Safari auf Apples iPhones oder bei Firefox. Der Richter Amit Mehta kam bei seiner Analyse des Falls zunächst zu dem Schluss, Google habe ein Monopol im Suchmaschinenmarkt.

Dafür spreche unter anderem, dass der Konzern Preise für Werbekunden erhöhen könne, ohne negative Folgen zu befürchten. Die Verträge, mit denen Google zur Standardsuchmaschine auf iPhones und in anderen Browsern wurde, hätten diese Marktposition zementiert - und das sei für einen Monopolisten verbotenes Handeln gewesen, urteilte Mehta.

Mögliche Folgen des Gerichtsurteils

Zugleich betonte er in seinem rund 280 Seiten langen Urteil mehrfach, dass Google anderen Suchmaschinen überlegen sei. Aktuell wird in dem Verfahren über mögliche Konsequenzen aus dem Urteil beraten. Das Justizministerium machte hauptsächlich allgemeine Angaben zu seinen Überlegungen.

Es schrieb aber, man wolle mit Verhaltensregeln und strukturellen Maßnahmen verhindern, dass der Internetkonzern unter anderem seinen Browser Chrome, die App-Plattform und das Smartphonesystem Android zum Vorteil seines Suchmaschinengeschäfts einsetzen könne.

Google will eine Zerschlagung verhindern

Auch könnte die US-Regierung vorschlagen, dass Google mehr Informationen zu seiner Suchmaschine mit Konkurrenten teilen soll. Sie macht sich zudem Gedanken darüber, wie die Position von Websites gegenüber Google gestärkt werden könnte, wenn es um die Verwendung ihrer Daten zum Training von Software mit künstlicher Intelligenz geht.

Google kritisierte, die Regierung scheine weitreichende Maßnahmen ins Auge zu fassen, während es in dem Fall um Vertriebsverträge gehe. Dies könne ungeplante Konsequenzen für Verbraucher, Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit der USA haben, warnte das Unternehmen in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) .


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