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Monkey Island Sea of Thieves angespielt: Grog mit Gouverneur Guybrush

In der Ich-Perspektive über Mêlée und Monkey Island : Golem.de hat in der solo spielbaren Erweiterung für Sea of Thieves den Säbel geschwungen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von The Legend of Monkey Island - Sea of Thieves (Bild: Microsoft)
Artwork von The Legend of Monkey Island - Sea of Thieves Bild: Microsoft

Da brate uns doch einer einen dreiköpfigen Affen! Sind wir tatsächlich in die Welt von Geisterpirat LeChuck und von Murray, dem sprechenden Totenkopf gesegelt? Sind wir tatsächlich, har har!

Allerdings nicht in einem der klassischen Adventures: Wir haben die Erweiterung The Legend of Monkey Island in dem MMORPG Sea of Thieves(öffnet im neuen Fenster) mehrere Stunden angesteuert und vor allem angespielt. Um das vollständig solo spielbare Piratenabenteuer zu erreichen, müssen wir erst in einer Schaluppe hinfahren.

Der Reihe nach: The Legend of Monkey Island ist eine kostenlose Erweiterung, in der wir keine bekannte Figur verkörpern. Stattdessen sind wir als Standardfreibeuter unterwegs, wie wir sie auch für Sea of Thieves erstellen.

Mit dem MMORPG müssen wir uns nicht weiter beschäftigen, wenn es uns nur um Monkey Island geht. Allerdings sollten wir das rund 15 Minuten lange, durchaus unterhaltsame Tutorial absolvieren, um die grundsätzliche Bedienung und vor allem das Segeln und Steuern von Schiffen zu lernen.

Wenn wir im Hauptmenü von Sea of Thieves sind, können wir Monkey Island auswählen. Dann landen wir nach dem Spielstart vor einer Figur namens Captain Capsize, neben der ein Buch mit einem Affenkopf liegt. Ein Klick, und das Abenteuer beginnt.

Allerdings: Nach einer kurzen Einführung durch Capsize müssen wir eben selbst zur Erweiterung segeln – deswegen das Tutorial. Der Törn ist nach ein paar Minuten geschafft, wir erfahren dabei mehr über LeChuck und vor allem über Guybrush Threepwood. Details verraten wir hier aber nicht.

Kurz darauf segeln wir auf den Hafen von Mêlée Island zu – bekanntlich eine der wichtigsten Inseln in der Welt von Monkey Island. Wir gehen manuell vor Anker und dann stehen wir tatsächlich in der Ich-Perspektive in der gleichen Welt, die wir bislang nur aus den Adventures in der Seitenansicht kennen. Gänsehaut pur!

Unser Ziel ist klar: Wir wollen Guybrush Threepwood treffen, der es aus mysteriösen Gründen zum Gouverneur gebracht hat. Leider sitzt er als Regierungschef gut abgeschirmt in seiner Villa, die von einem unerbittlichen Skelettpiraten geschützt wird.

Den untoten Bodyguard können wir nicht mit dem Säbel niederstrecken. Stattdessen müssen wir uns etwas anderes überlegen – was genau, verraten wir hier nicht. Jedenfalls ist The Legend in Monkey Island in Sea of Thieves ein Adventure, bei dem wir Gespräche führen, Gegenstände sammeln und knobeln.

Monkey Island – Sea of Thieves (Juni 2023)
Monkey Island – Sea of Thieves (Juni 2023) (02:03)

Das erinnert zwar an die Point-and-Click-Abenteuer mit Guybrush, ist aber etwas anders aufgebaut. Ein wirklich nur kleiner Spoiler: Um so etwas wie den Einstieg in die Geschichte zu bekommen, sollten wir die teils gut sichtbaren spanischen Dollar nicht ignorieren – der Rest ergibt sich dann schon.

In der Hafenstadt bewegen wir uns frei, allerdings sind die meisten Gebäude verschlossen. Also marschieren wir schnurstracks in die Scumm-Bar, in der wir uns per Multiple Choice mit Piraten unterhalten. Der Dialoghumor ist zwar gelungen, aber nicht ganz so schräg-anarchisch wie in den Adventures von Ron Gilbert.

Dafür sieht die Welt extrem stimmig aus. Einige Stellen wirken wie in den klassischen Abenteuern, und tatsächlich: Wenn wir eine Perspektive finden, die besonders unmittelbar einer der alten Grafiken entspricht, schalten wir damit nach und nach eine Trophäe frei. Die Erweiterung basiert wie Sea of Thieves auf der Unreal Engine, wir finden die optische Aufbereitung sehr gelungen.

The Legend of Monkey Island: Verfügbarkeit und Fazit

Neben der Hafenstadt können wir auch auf den großen Berg von Mêlée Island klettern und auf dem Weg zur Spitze immer wieder den Ausblick auf die lilafarbene See und die Siedlung unter uns werfen – das sieht alles sehr hübsch aus! Oben führen dann Pfade in andere Bereiche der Insel, allerdings müssen wir diese Abschnitte erst freischalten.

Die gesamte Erweiterung The Legend of Monkey Island besteht aus drei Teilen, wir haben lediglich den ersten ausprobiert. Wann die beiden restlichen Episoden folgen, ist noch nicht bekannt – vermutlich dauert es nicht mehr allzu lange. Dann soll es übrigens nach Monkey Island selbst gehen, und auch ein Schimpfwortduell haben die Macher angekündigt.

Unsere vorab von Microsoft zur Verfügung gestellte Version war noch nicht ganz fertig. Ein paar Dialoge waren zwar schon vertont, aber anstelle des sonst sichtbaren Textes haben wir nur einen Dateinamen gesehen.

Vor allem aber: Wir konnten unseren Fortschritt nicht speichern, sondern mussten nach einer Pause (irgendwann schmeißt uns der Server aus dem Spiel) immer ganz von vorne anfangen. Wir haben das ungefähr sechs- bis achtmal gemacht – deswegen wollen wir uns hier auch nicht über die Spielzeit äußern.

Wir wissen leider auch nicht, ob es in der finalen Version so etwas wie Savegames gibt – eine entsprechende Nachfrage bei den Entwicklern blieb unbeantwortet. Wir fanden es zwar nicht allzu schlimm, zu dem karibischen Soundtrack mehrfach über Mêlée Island zu laufen. Auf Dauer sollte es aber natürlich eine Speicherfunktion geben.

Ein weiteres kleines Problem: Nicht alle Gegenstände, die wir in der Welt finden, landen im Inventar. Stattdessen halten wir sie nur in unserer virtuellen Hand, aber da können wir sie durch einen falschen Tastendruck ablegen – was hier heißt, dass das Objekt irgendwo in der Welt liegt, was mit viel Pech eine längere Suche nötig macht. Wir hoffen, dass auch das noch geändert wird.

The Secret of Monkey Island (1990) – Golem retro
The Secret of Monkey Island (1990) – Golem retro (08:13)

The Legend of Monkey Island erscheint am 20. Juli 2023 als kostenlose Erweiterung für Sea of Thieves. Das Piraten-MMORPG ist für Windows-PC (Steam, Microsoft Store) sowie für Xbox One und Series X/S für rund 40 Euro erhältlich.

Außerdem ist es im Spieleabo Xbox/PC Game Pass enthalten (PC ab 10 Euro/Monat, Xbox ab 11 Euro/Monat). Die Sprachausgabe erfolgt auf Englisch, dazu kommen deutsche Bildschirmtexte. Koop ist möglich, das haben wir aber nicht ausprobiert.

Fazit

Für uns als langjährige Fans von Monkey Island fühlt es sich geradezu spektakulär an, mit der eigenen Schaluppe in den Hafen von Mêlée Island zu segeln, wenig später selbst auf den Berg des Inselchens zu laufen und einen Blick über das nächtliche Meer zu werfen.

Alles ist wunderbar stimmig und sieht großartig aus! Mag sein, dass wir hier allzu leicht zu begeistern sind, dennoch: Es ist ein wahrgewordener Traum, in der Ich-Perspektive durch diese Welt zu spazieren und altvertrauten Helden wie Guybrush gegenüberzustehen.

Trotzdem wollen wir nicht verschweigen, dass das Spiel ohne diesen Fan-Bonus nicht ganz Spitzenklasse ist. Humor sowie Dialoge und Handlung erreichen selten das Niveau der Adventureklassiker.

Die Rätsel sind eine Spur zu einfach und nur mäßig originell, dazu kommen kleine Probleme bei der Bedienung. Aber, ganz ehrlich: Wegen der schönen Umsetzung haben wir jede Minute in der Piratenwelt genossen und freuen uns sehr auf die weiteren Episoden!


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