Abo
  • Services:

MongoDB: Hacker kapern über 1.800 Datenbanken und fordern Lösegeld

Ein Unbekannter ist offenbar in Tausende unsichere MongoDB-Server eingedrungen und hat die dort vorgefundenen Datenbanken kopiert. Anschließend überschrieb er die Daten mit einer Lösegeldforderung. Die ersten Nachahmer sind bereits aktiv.

Artikel veröffentlicht am ,
MongoDB-Tabelle mit Lösegeldforderung
MongoDB-Tabelle mit Lösegeldforderung (Bild: Victor Gevers)

Die Angriffe begannen bereits vor über einer Woche, schreibt Victor Gevers, der die Masche eher zufällig auf der Suche nach angreifbaren Datenbankservern entdeckt hat. Meistens war der Zugriff auf die Datenbanken simpel: Sie waren offen über das Internet erreichbar, es fehlte schlicht ein Passwortschutz.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Berlin
  2. OKI EUROPE LIMITED, Branch Office Düsseldorf, Düsseldorf

Für die Rückgabe der Daten forderte der ursprüngliche Hacker 0,2 Bitcoin, also rund 211 Euro. Gevers berichtet inzwischen jedoch von ersten Nachahmern, die 0,5 Bitcoin, also über 500 Euro fordern.

Datenbanken einfach kopiert

Das Vorgehen ist stets identisch: Der Eindringling verschafft sich Zugang zu einem ungeschützten MongoDB-Server, exportiert die vorhandenen Datenbanken und ersetzt sie mit einer einzigen Tabelle namens "WARNING". Diese Ransom-Tabelle enthält neben einer E-Mail-Adresse auch eine Aufforderung nach dem Schema "Sende 0,2 BTC an diese Bitcoin-Adresse und kontaktiere die E-Mail-Adresse mit der IP deines Servers, um deine Datenbank wiederzubekommen."

"Ich konnte das recht leicht bestätigen, weil die Logfiles eindeutig zeigten, dass das Datum des letzten Exports vor dem Erstellungsdatum der neuen Datenbank mit dem Tabellennamen WARNING lag", sagte Gevers Bleeping Computer. "Jeder Schritt auf dem Datenbankserver wurde geloggt."

GDI Foundation bietet Hilfe an

Gevers ist Sicherheitsexperte bei der niederländischen Regierung, verbringt seine Freizeit aber als Gründer der gemeinnützigen GDI-Foundation mit dem Finden und Schließen von Sicherheitslücken im Netz. GDI bietet betroffenen Organisationen Hilfe bei der Absicherung ihrer Datenbankserver.

Viele Organisationen, die eigene Server betrieben, wüssten nicht, wie sie diese korrekt absichern könnten. Einige der Betroffenen verfügten laut Gevers über Backups ihrer Daten und konnten diese so leicht wiederherstellen. Viele hätten aber vor allem wegen der für Ransomware-Standards eher moderaten Lösegeldforderung einfach bezahlt.

Angreifbare Hosting-Pakete für AWS

"Jeder verdient es, gewarnt zu werden", schreibt Gevers auf Twitter als Antwort auf den Vorwurf, die Betroffenen seien einfach naiv und selbst schuld. "Ich habe Jahre damit verbracht, angreifbare Systeme zu finden und diese ihren Betreibern verantwortungsvoll zu melden", ergänzt er in einem Interview.

Schuld seien vor allem alte MongoDB-Installationen auf Cloud-Hosting-Diensten. "Die meisten offenen und angreifbaren MongoDBs findet man auf [Amazons] AWS-Plattform", denn dafür gebe es oft fertige Images, die anschließend nicht mehr aktualisiert würden. "Rund 78 Prozent dieser Installationen liefen mit als angreifbar bekannten Versionen."

MongoDB Inc., das Unternehmen hinter MongoDB, empfiehlt zwar, die Serversoftware stets aktuell zu halten und stellt eine Sicherheitscheckliste zur Verfügung. Viele Admins halten sich aber offenbar nicht daran.

Laut der IoT-Suchmaschine Shodan waren bis zum 3. Januar insgesamt 1.853 MongoDB-Server von dem Angriff betroffen, teilte der Shodan-Gründer John Matherly auf Twitter mit. Damit landete der Datenbankname "WARNING" in der Suchmaschine auf Platz 4 nach "local", "admin" und "test".



Anzeige
Top-Angebote
  1. 99,90€ + Versand (Bestpreis!)
  2. (u. a. VR Mega Pack für 229€)
  3. (u. a. Sharkoon Skiller SGS4 Gaming Seat für 219,90€ + Versand)

Gandalf2210 06. Jan 2017

Muhaha, ich bin ja so ein krasser hacker-hacker. Und reife Frauen ab 60 findet der auch...

matzems 06. Jan 2017

Bin ganz deiner Meinung, wenn man mit Datenbanken hantiert die von Internet aus...

der_wahre_hannes 06. Jan 2017

Äh... und wie soll das Management die "richtigen Leute" erkennen? Kannst du denn...

Snooozel 05. Jan 2017

Es gibt halt immer noch zuviele Leute die meinen auf ein Backup kann man verzichten, ist...

JTR 05. Jan 2017

In so einer Welt von marodierenden Investment Banker, despotischen Politiker und...


Folgen Sie uns
       


Intel NUC7 June Canyon - Test

Wir mögen Intels NUC7: Er hat volle PC-Funktionalität in kleinem Formfaktor zu einem niedrigen Preis.

Intel NUC7 June Canyon - Test Video aufrufen
Red Dead Online angespielt: Schweigsam auf der Schindmähre
Red Dead Online angespielt
Schweigsam auf der Schindmähre

Der Multiplayermodus von Red Dead Redemption 2 schickt uns als ehemaligen Strafgefangenen in den offenen Wilden Westen. Golem.de hat den handlungsgetriebenen Einstieg angespielt - und einen ersten Onlineüberfall gemeinsam mit anderen Banditen unternommen.

  1. Spielbalance Updates für Red Dead Online und Battlefield 5 angekündigt
  2. Rockstar Games Red Dead Redemption 2 geht schrittweise online
  3. Games US-Spielemarkt erreicht Rekordumsätze

Google Nachtsicht im Test: Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel
Google Nachtsicht im Test
Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel

Gut einen Monat nach der Vorstellung der neuen Pixel-Smartphones hat Google die Kamerafunktion Nachtsicht vorgestellt. Mit dieser lassen sich tolle Nachtaufnahmen machen, die mit denen von Huaweis Nachtmodus vergleichbar sind - und dessen Qualität bei Selbstporträts deutlich übersteigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Pixel 3 Google patcht Probleme mit Speichermanagement
  2. Smartphone Google soll Pixel 3 Lite mit Kopfhörerbuchse planen
  3. Google Dem Pixel 3 XL wächst eine zweite Notch

Drahtlos-Headsets im Test: Ohne Kabel spielt sich's angenehmer
Drahtlos-Headsets im Test
Ohne Kabel spielt sich's angenehmer

Sie nerven und verdrehen sich in den Rollen unseres Stuhls: Kabel sind gerade bei Headsets eine Plage. Doch gibt es so viele Produkte, die darauf verzichten können. Wir testen das Alienware AW988, das Audeze Mobius, das Hyperx Cloud Flight und das Razer Nari Ultimate - und haben einen Favoriten.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test Jabra zeigt Apple, was den Airpods fehlt
  2. Ticpods Free Airpods-Konkurrenten mit Touchbedienung kosten 80 Euro
  3. Bluetooth-Ohrstöpsel im Vergleichstest Apples Airpods lassen hören und staunen

    •  /