Mondwirtschaft: Elon Musk plant den Bau eines Weltraumkatapults
Elon Musk plant, auf dem Mond eine Fabrik zur Satellitenherstellung zu errichten(öffnet im neuen Fenster). Anstatt Raketen für den Transport ins All zu nutzen, sollen die Satelliten mit einem riesigen Katapult vom Mond in den Weltraum geschleudert werden. Seine Pläne verkündete Musk kürzlich vor der Belegschaft des durch SpaceX übernommenen KI-Unternehmens xAI.
Laut dem Tech-Milliardär wird der Mond bereits in zwei bis drei Jahren der günstigste Ort sein, um Computer-Kapazitäten für künstliche Intelligenz (KI) im Weltraum zu schaffen.
Ein zentrales Element des Vorhabens von Musk ist der Einsatz eines elektromagnetischen Katapults (Massentreiber) auf der Mondoberfläche. Dieses System soll die fertigen Satelliten ohne teuren chemischen Raketentreibstoff direkt ins All befördern - was die Transportkosten im Vergleich zu erdgebundenen Starts massiv senken würde.
Starship als logistisches Fundament
Die Entwicklung des Starships spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie soll laut Musk die nötigen schweren Maschinen und Materialien zum Mond bringen, um dort eine dauerhafte Basis für Industrie und Forschung aufzubauen. Das Starship sei explizit auf solche Operationen ausgelegt.
"Dank Fortschritten wie dem Treibstofftransfer im Weltraum", teilte Musk im Update vom 2. Februar 2026 mit, "wird Starship in der Lage sein, riesige Mengen Fracht auf dem Mond zu landen." Dort möchte er dann eine dauerhafte Präsenz für wissenschaftliche und industrielle Tätigkeiten etablieren.
Das sei auch nötig, um seinen Plan einer sich selbst vergrößernden Mondstadt zu verwirklichen. Ohne die nötige Infrastruktur und vor Ort ansässige Industrie wird es wohl kein umsetzbares Megaprojekt.
Mit der Integration von xAI in das SpaceX-Ökosystem verknüpft Musk zudem die Felder der künstlichen Intelligenz und der Weltraumlogistik enger als je zuvor. Seine KI-Systeme muss der SpaceX-Gründer jedoch vorerst weiterhin auf konventionelle Weise, mit Raketenstarts von der Erde aus, ins All bringen.
Fortschrittlichkeit durch Energienutzung
Durch den Einsatz eines elektromagnetischen Massentreibers und der Fertigung auf dem Mond sei es laut Musk möglich, "500 bis 1000 TW/Jahr [Terawatt pro Jahr] KI-Satelliten in den tiefen Weltraum zu bringen, die Kardashev-Skala sinnvoll zu erreichen und einen nicht trivialen Prozentsatz der Sonnenenergie zu nutzen".
Die Kardaschew-Skala ist ein Modell, um den technologischen Entwicklungsstand einer Zivilisation allein am Energieverbrauch zu messen. Das Modell des russischen Astronomen Nikolai Kardaschew von 1964 besagt: Je mehr Energie eine Zivilisation nutzen kann, desto fortgeschrittener ist sie.
Die Idee eines Massentreibers ist jedoch nicht neu. Auf der Erde wird das Konzept etwa vom US-amerikanischen Unternehmen Spinlaunch verwendet. Dabei werden Kapseln mechanisch in einer Vakuumkammer beschleunigt, bevor sie mit ungefähr der sechsfachen Schallgeschwindigkeit in die Umlaufbahn geschleudert werden.
Keine neue Musk'sche Idee
Die Grundidee stammt jedoch von dem Weltraumvisionär Gerard O'Neill vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), der bereits 1974 den Einsatz von Massentreibern vorschlug.
Er empfahl, Mond-Erz für den Bau von Weltraumkolonien und Solarkraftsatelliten ins All zu schleudern. Ein elektromagnetischer Massentreiber von nur 160 m Länge würde laut O'Neill aufgrund der geringen Schwerkraft und fehlenden Atmosphäre bereits ausreichen, um Material effizient zu befördern.
Eine Skalierung von mehreren Kilometern Länge wäre laut dem Team um O'Neil so möglich, um jährlich 600.000 Tonnen Erz zu einem der Erde-Mond-Lagrange-Punkte zu befördern.
Zudem ist der Mond reich an Ressourcen wie Silizium, Titan, Aluminium und Eisen. Diese sind für die lokale Produktion der Satelliten entscheidend, aber auch für den Aufbau einer fluktuierenden Mondwirtschaft.
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