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Mondtourismus: Ein Hotelzimmer auf dem Mond

Ein US-Unternehmen will den Markt für Weltraumtourismus erweitern und strebt nach dem Mond. Ein gewagtes Unterfangen, theoretisch jedoch umsetzbar.
/ Patrick Klapetz
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Illustration, wie ein Hotelzimmer von GRU Space auf dem Mond aussehen könnte. (Bild: GRU Space)
Illustration, wie ein Hotelzimmer von GRU Space auf dem Mond aussehen könnte. Bild: GRU Space

In gerade einmal sechs Jahren will das US-amerikanische Unternehmen GRU Space(öffnet im neuen Fenster) zu seiner ersten, etwas anderen Mondmission aufbrechen. Denn GRU (Galactic Resource Utilization, Galaktische Ressourcennutzung) möchte eine Reihe von Strukturen auf dem Mond errichten, von denen ein Hotel der Höhepunkt sein soll. Am 12. Januar 2026 suchte das Unternehmen deswegen nach Interessenten, die eine Anzahlung von 250.000 bis eine Million US-Dollar leisten wollen, um die erste Mondmission finanzieren zu können.

Der Großteil aller Weltraumaktivitäten und Technologieentwicklungen wird von Regierungen und von Milliardären finanzierten Unternehmen vorangetrieben. Skyler Chan, der Gründer von GRU Space, ist überzeugt, dass er eine dritte Säule bedienen muss: den Weltraumtourismus.

Der Markt des Weltraumtourismus

"Wir könnten einen bewährten Markt auf den Mond ausweiten und dort das erste Hotel bauen", teilte Skyler Chan der Technologie-Nachrichtenseite Ars Technica mit(öffnet im neuen Fenster). Dieses Hotel soll vom Palace of the Fine Arts in San Francisco inspiriert sein. "Sobald wir das Hotel auf dem Mond gebaut haben, können wir unsere Strukturen ausbauen, also Straßen, Lagerhäuser und Stützpunkte. Und dann können wir das auf dem Mars wiederholen."

Die langfristige Vision ist es, Ressourcen vom Mond, Mars, Asteroiden und darüber hinaus zu gewinnen. Chan möchte damit die Expansion der Menschheit in den Weltraum vorantreiben. GRU Space(öffnet im neuen Fenster) erhielt bereits Startkapital von dem US-amerikanischen Gründerzentrum Y Combinator und wird Anfang dieses Jahres das dreimonatige Programm der Organisation durchlaufen.

So sollen die ersten beiden Missionen aussehen

Derzeit plant das Unternehmen, seine erste Mission im Jahr 2029 als 10-kg-Nutzlast auf einer kommerziellen Mondlandefähre zu fliegen. Damit soll die Leistungsfähigkeit einer aufblasbaren Struktur demonstriert werden. Zudem sollen Ziegel aus Mondstaub (Regolith) gefertigt werden. Dafür möchte das Unternehmen Geopolymere(öffnet im neuen Fenster) einsetzen, also ein anorganisches Bindemittel, das eine umweltfreundlichere Alternative zu Zement darstellt.

Mit seiner zweiten Mission will das Unternehmen eine größere aufblasbare Struktur in eine Mondgrube schicken, um seine Ressourcenentwicklungsfähigkeiten in größerem Maßstab zu testen. Im Jahr 2031 soll dann das erste aufblasbare Hotel eröffnet werden. Es soll Platz für vier Gäste bieten. Die nächste Stufe wäre eine aufwendigere Struktur aus Mondziegeln im Stil des Palace of the Fine Arts.

"SpaceX baut das FedEx, um uns dorthin [zum Mond] zu bringen", teilte Chan mit. "Aber es muss ein Ziel geben, das es wert ist, dort zu bleiben." Eines der Probleme bei der Besiedlung von Mond und Mars werde die Infrastruktur sein. "Wir können nicht alle auf dem ersten Schiff leben lassen, das nach Nordamerika gesegelt ist, oder? Wir müssen Straßen, Gebäude und Büros bauen", erklärte er.

Weltraumtourismus, Sex und Infrastruktur

Ein waghalsiges Unterfangen, aber tatsächlich gibt es bereits heute einen Markt für Weltraumtourismus – auch wenn er aufgrund der hohen Kosten teuer ist. Dennoch schickten Firmen wie Blue Origin oder Virgin Galactic bereits mehrfach Touristen in die kurzweilige Schwerelosigkeit. Etwas mehr Zeit durften die Weltraumtouristen von SpaceX im All oder einige der Touristen auf der Internationalen Raumstation ISS verbringen. Das chinesische Unternehmen Deep Blue Aerospace möchte ebenfalls diesen Markt bedienen und strebt für 2027 einen Erstflug an.

Hinzu kommt der Ausbau von kommerziellen Raumstationen im Erdorbit. Diese sollen nicht nur wissenschaftlich genutzt werden – auch wenn darauf der Fokus liegt. Anders als die ISS werden diese Raumstationen einen gewissen gehobenen Komfort bieten, den voraussichtlich auch Weltraumtouristen regelmäßig nutzen werden.

Einen Markt für Weltraumtourismus gibt es bereits – nur für den Mond bislang nicht. Dieser könnte sich aber entwickeln. Und wie der Science-Fiction-Autor Andy Weir in seinem Buch Artemis schreibt, könnte Sex auf einer Mondbasis ebenfalls eine Rolle spielen. Ältere Paare könnten in der Schwerelosigkeit ihrer Lust nämlich wieder freien Lauf lassen.

Was die Infrastruktur angeht, gibt es bereits einige Forschungsteams, etwa aus den USA und China, die sich mit der Produktion von Ziegeln aus Mondregolith beschäftigen. Andere forschen zum Hausbau auf dem Mond durch die Verwendung von Pilzen oder einem speziellen 3D-Druckverfahren.

Dann gibt es noch Firmen und Wissenschaftler, die sich mit dem Straßenbau, dem Schienenverkehr oder dem Einsatz einer Magnetschwebebahn auf der Trabantenoberfläche beschäftigen.


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