Mondpläne: Blue Origin pausiert Weltraumtourismus

Blue Origin wird vorerst keine weiteren Weltraumtourismusmissionen starten: Das verkündete das Raumfahrtunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos am 30. Januar 2026(öffnet im neuen Fenster) . Damit werden die suborbitalen Flüge mit der New-Shepard-Rakete für mindestens zwei Jahre eingestellt. Das Unternehmen will seine Ressourcen verlagern, "um die Entwicklung der menschlichen Mondfähigkeiten des Unternehmens weiter zu beschleunigen" .
Blue Origin soll eine der astronautischen Mondlandemissionen für die US-Raumfahrtbehörde Nasa durchführen. Wenn alles nach Plan verläuft, werden die Astronauten der Mondmission Artemis V im Jahr 2029 zum Mond aufbrechen. In dessen Umlaufbahn sollen zwei ihrer Astronauten in die Landefähre Blue Moon umsteigen, die erstmals für eine solche Landemission vorgesehen ist.
Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, wird sich zeigen. Die erste astronautische Mondmission seit der Apollo-Ära, Artemis II, könnte bereits im Februar 2026 starten . Artemis III und IV sollen mit dem modifizierten Starship von SpaceX zur Mondlandung aufbrechen, Artemis III wird indes frühestens 2027 abheben – vermutlich wird es aber zu einer Verzögerung von mindestens einem Jahr kommen .
Blue Origins eigene Mondpläne
Blue Origin will abseits der astronautischen Nasa-Mission bereits Anfang 2026 mit einer robotischen Demonstrationsmission zum Trabanten aufbrechen. Die Mondlandefähre Blue Moon Mark 1 (MK1) strebt dabei eine Landung in der Nähe des Shackleton-Kraters am Südpol des Mondes an.
Mit einer Höhe von etwa acht Metern ist der Lander dafür ausgelegt, schwere Fracht auf die Mondoberfläche zu bringen. Er wird mit der firmeneigenen Schwerlastrakete New Glenn ins Weltall aufbrechen. Das Unternehmen will für seine Mondflüge aber eine modifizierte New-Glenn-Rakete verwenden .
Damit ist die MK1-Landefähre zum jetzigen Zeitpunkt – die Entwicklung des Starships von SpaceX befindet sich noch fernab aller Mondflüge – das größte, jemals gebaute kommerzielle Mondfrachtschiff. Es kann deutlich mehr Nutzlasten transportieren als alle anderen Raumfahrzeuge, die vom kommerziellen Mond-Nutzlastdienst (Commercial Lunar Payload Services, CLPS) der Nasa gefördert werden. Im Spätjahr 2027 soll dann die nächste robotische Mondlandemission von Blue Origin, MK2, mit dem Viper-Rover der Nasa zum Mond aufbrechen.
Weltraumtourismus à la Blue Origin
Weil sich Blue Origin mehr auf seine bevorstehenden Mondmissionen konzentrieren will, wird das Weltraumtourismusprogramm vorerst pausieren. Die dafür vorgesehene New-Shepard-Rakete absolvierte 38 Flüge, bei 17 von ihnen befanden sich Touristen an Bord der wiederverwendbaren Raketen-Kapsel-Kombination.
Insgesamt beförderte das Unternehmen 98 Personen in den suborbitalen Weltraum, wo diese für einen kurzen Moment die Schwerelosigkeit erlebten. Von den 98 Personen flogen 6 sogar zweimal, so dass Blue Origin insgesamt 92 verschiedene Personen auf das zehn- bis zwölfminütige Raumflugerlebnis schickte. Die bisher letzte Mission war die NS-38, die am 22. Januar 2026 startete.



