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Mondmission: Warum gibt es so wenige Startfenster für Artemis II?

Die Besatzung von Artemis II hat noch elf Startmöglichkeiten zum Mond , und diese verteilen sich auf mehrere Monate. Warum ist das so?
/ Patrick Klapetz
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Mit Artemis II sollen wieder Menschen zum Mond aufbrechen. Es gibt aber nur wenige Startmöglichkeiten. (Bild: Nasa/Sam Lott)
Mit Artemis II sollen wieder Menschen zum Mond aufbrechen. Es gibt aber nur wenige Startmöglichkeiten. Bild: Nasa/Sam Lott

Artemis II könnte am 7. März 2026 zum Mond aufbrechen – frühestens. Bis zum 11. März gibt es vier weitere Startfenster . Falls die Besatzung der US-Raumfahrtbehörde Nasa bis dahin nicht abheben kann, muss der Start auf April verschoben werden. Insgesamt gibt es aktuell elf Möglichkeiten über einen Zeitraum von 61 Tagen.

Aber warum wählte die Nasa die Startfenster für die astronautische Mondmission(öffnet im neuen Fenster) so eng? Die Startfenster sind zudem nur 120 Minuten geöffnet, mit Ausnahme des 11. März, da sind es 115 Minuten. Der Grund: Die Bedingungen, die für den Start des Raumschiffs erforderlich sind, sind sehr spezifisch.

Spezielle Anforderungen an die Orbitalmechanik

Es geht vor allem um die Orbitalmechanik sowie die besonderen Anforderungen der Mission und ihrer Hardware. Die Besatzung von Artemis II wird vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida starten. Die Mondreise ist auf zehn Tage angelegt.

Doch die Astronauten werden nicht auf direktem Weg zum Mond fliegen. Die Mondrakete SLS (Space Launch System) wird das Orion-Raumschiff zunächst in eine hohe Erdumlaufbahn bringen. Dort wird die Besatzung gemeinsam mit den Bodenteams verschiedene Überprüfungen durchführen, um sicherzustellen, dass die Kapsel für ihre Reise bereit ist.

"Orion muss außerdem zum Zeitpunkt der translunaren Injektionszündung in der richtigen Ausrichtung mit Erde und Mond sein" , teilte die Nasa mit. Dieses Manöver soll Orion auf den richtigen Kurs zum Mond bringen, die Raumkapsel aber auch auf eine freie Rückkehrbahn befördern. Die Raumkapsel wird dafür die Mondschwerkraft nutzen, ohne dass eine weitere größere Triebwerkszündung erforderlich ist.

Gefahrenzone: Die Schattenseite des Mondes

Da das Orion-Raumschiff dafür jedoch den Mond umrunden muss, wird der Kontakt zur Besatzung und zum Raumschiff für einen kurzen Zeitraum unterbrochen sein. Die Flugbahn eines bestimmten Tages muss daher sicherstellen, dass das Raumschiff nicht länger als 90 Minuten im Dunkeln der Mondrückseite verbringt.

Ansonsten könnten die Solarpanels nicht genügend Sonnenlicht in Strom umwandeln, um den optimalen Temperaturbereich des Raumfahrzeugs aufrechtzuerhalten. Damit scheiden alle Startfenster aus, bei denen Orion während seines Fluges länger als 90 Minuten im Schatten des Mondes verweilen muss. Zudem muss das Startdatum eine Flugbahn unterstützen, die das richtige Eintrittsprofil in die Erdatmosphäre ermöglicht .

Problemfaktor: Wetter und Technik

Weitere Startfenster könnten entfallen, falls es an den entsprechenden Tagen zu schlechten Wetterbedingungen kommen sollte. Zudem wird die nächste Generalprobe, das Wet-Dress-Rehearsal, zeigen, ob die Rakete und das Raumschiff bereit für den Start sind. Sollte es weitere Treibstofflecks geben, könnten auch die Startfenster im März entfallen, da die Rakete dann für Reparaturen erneut zurück zur Montagehalle gebracht wird.

Selbst wenn die bisher veröffentlichten Starttermine alle gestrichen würden, hieße das nicht, dass Artemis II in diesem Jahr nicht starten könnte. Es gibt auch berechnete Starttermine über April und Mai hinaus, diese wurden bisher aber nicht veröffentlicht.


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