Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Mondmission: So hält die Crew von Artemis II den Kontakt zur Erde

Die Nasa vertraut beim Artemis -II-Flug zum Mond auf eine Kombination aus Kommunikationsnetzwerken aus Antennen und Relais- Satelliten .
/ Patrick Klapetz
2 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Grafische Darstellung der Kommunikationsnetzwerke während der Mondmission Artemis II. (Bild: Nasa, Dave Ryan)
Grafische Darstellung der Kommunikationsnetzwerke während der Mondmission Artemis II. Bild: Nasa, Dave Ryan

Die Besatzung von Artemis II befindet sich auf dem Weg zum Mond . Damit die vierköpfige Crew im Orion-Raumschiff nicht den Kontakt zur Erde(öffnet im neuen Fenster) verliert, nutzt die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa ein Netzwerk aus Antennen und Satelliten.

Die Kommunikation und Datenübertragung laufen teilweise über das Near Space Network (NSN), ein Nahbereichsnetzwerk, und das Deep Space Network (DSN) für die Kontaktverbindung zu Raumfahrtzeugen im tiefen Weltraum. Überwacht werden die Netzwerke von dem Nasa-Programm Space Communications and Navigation (Scan), das für die Kommunikation und Navigation im Weltraum ausgelegt ist.

"Robuste Weltraumkommunikation sind das wesentliche Bindeglied, das die Crew und das Erkundungsteam auf der Erde verbindet, um Sicherheit und Missionserfolg zu gewährleisten" , teilt Ken Bowersox mit, der stellvertretende Administrator der Nasa-Direktion für Weltraummissionen.

NSN und DSN: Der Kommunikationswechsel auf dem Weg zum Mond

Der Kontakt zur Besatzung erfolgt während des Raketenstarts und der anfänglichen erdnahen Umrundung durch das Orion-Raumschiff über das NSN. Antennen rund um den Globus und eine Flotte von Relais-Satelliten stellen die wichtigen Kommunikations- und Navigationsdienste bereit. Auf der Nasa-Webseite kann man den Missionsverlauf live mitverfolgen .

Das Deep Space Network wird beim Übertritt in eine hochelliptische Bahn übernehmen, der High Earth Orbit (Heo). Dafür steht ein internationales Netzwerk aus riesigen Radioantennen bereit, die sich in Kalifornien (USA), Spanien und Australien befinden.

Mit der translunaren Injektionszündung, die das Raumschiff auf die geplante Umlaufbahn zum Mond bringen soll, wird wieder auf das Nahbereichsnetzwerk gewechselt. Auf der halben Strecke zum Mond kommt dann erneut das DSN zum Einsatz.

Artemis II: Laserkommunikation als Experiment

Zusätzlich wird das Raumschiff das Deep Space Optical Communications System (DSOC) nutzen. Das ist ein Laserkommunikationsterminal, mit dem 100-mal mehr Daten über eine Laserverbindung zur Erde übertragen werden, als es vergleichbare Funknetzwerke können – selbst wenn sich ein Raumfahrzeug Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet.

Die Laserkommunikation ist jedoch kein Standard für die Artemis-Missionen. Bei der geplanten Mondlandung der Artemis-III-Mission wird das DSOC nach derzeitigem Stand nicht verwendet. Jedoch könnte das System für die künftige Kommunikation auf dem Mond und dem Mars eingesetzt werden.

Kontaktverlust hinter dem Mond

Sobald das Raumschiff hinter der erdabgewandten Seite des Mondes verschwindet, wird es zu einem geplanten Kommunikationsausfall von etwa 41 Minuten kommen: Der Mond blockiert Funkfrequenzsignale zur und von der Erde.

Ähnliche Blackouts traten auch während der Apollo-Ära auf und werden bei der Nutzung einer erdbasierten Netzwerkinfrastruktur erwartet. An dem Problem arbeiten verschiedene Raumfahrtbehörden bereits. Ein Netzwerk aus Relais-Satelliten am Mond könnte die dauerhafte Kommunikation mit der Erde ermöglichen und zudem Dienste wie Internet und Navigation bereitstellen.

Sobald das Orion-Raumschiff hinter dem Mond erneut auftaucht, wird das DSN den Kontakt zwischen der Besatzung und dem Missionskontrollzentrum auf der Erde wieder aufnehmen. Erst mit dem Korrekturschub für die Rückflugbahn (Return Trajectory Correction Burn) wird die Nasa auf das NSN schalten.

Kurz vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre wird sich Orion vom europäischen Versorgungsmodul ESM (European Service Module) trennen. Es stellte den Schub und die lebenserhaltenden Systeme wie Strom, Wärme, Sauerstoff und Wasser für die Astronauten bereit. Während die Raumkapsel im Pazifischen Ozean mittels Wasserung landen soll, wird das Einwegprodukt ESM in der Erdatmosphäre verglühen.


Relevante Themen