Mondmission: Nasa konkretisiert neue Pläne für Artemis III
Die Artemis-III-Mission soll frühestens Ende 2027 starten. Dabei sollen vor allem die Rendezvous- und Andockfähigkeiten zwischen dem Orion-Raumschiff und kommerziellen Mondlandefähren(öffnet im neuen Fenster) getestet werden, wie die Nasa Mitte Mai 2026 mitteilte.
Die Landefähren werden derzeit von den privaten Raumfahrtunternehmen von Elon Musk (SpaceX) und Jeff Bezos (Blue Origin) entwickelt. Ursprünglich sollte bei der Mission ein umgebautes Starship von SpaceX auf dem Mond landen. Erst im Februar 2026 verabschiedete sich die US-Raumfahrtbehörde Nasa von ihrer ursprünglichen Planung.
Dieser zufolge hätten dabei viele Abläufe Premiere gefeiert: der Flug der Landefähren zum Mond, das Andocken und Umsteigen im Orbit, die eigentliche Landung sowie der Rückflug der Astronauten zur Erde.
Komplexes Missionsdesign
Mit der Umstrukturierung von Artemis III will die Behörde die Risiken für die astronautische Mondlandung bei Artemis IV reduzieren. Erstmals werde die Nasa "eine Startkampagne koordinieren, bei der mehrere Raumfahrzeuge neue Fähigkeiten in die Artemis-Operationen integrieren", erklärte die Behörde in einer Pressemitteilung.
Wie bei der Vorgängermission wird auch die Besatzung von bei Artemis III aus vier Personen bestehen. Sie werden mit einer SLS-Rakete (Space Launch System) an Bord des Orion-Raumschiffs in die Erdumlaufbahn aufbrechen. Dabei wird die SLS ohne ihre eigentliche Oberstufe starten, die kryogene Antriebsstufe ICPS (Interim Cryogenic Propulsion Stage).
Die neue Architektur sieht eine einheitliche SLS-Rakete vor. Die Nasa spart so Entwicklungszeit für neue Testläufe und kann die Startrate des Artemis-Programms erhöhen.
Um die Veränderungen auch bei Artemis III zu begrenzen, wird statt des ICPS ein Abstandshalter ohne Antriebsfähigkeiten zwischen der Rakete und dem europäischen Servicemodul ESM eingesetzt, welches das Orion-Raumschiff antreibt.
Die Zeit in der Erdumlaufbahn
Statt zum Mond aufzubrechen, wird die dritte Artemis-Mission in der niedrigen Erdumlaufbahn verweilen. Die Besatzung wird mehr Zeit an Bord von Orion verbringen als bei Artemis II. Dadurch soll die Bewertung der Lebenserhaltungssysteme weiter vorangetrieben und erstmals die Leistungsfähigkeit des Andocksystems demonstriert werden.
Orion wird im Erdorbit auf die Versionen des Starships von SpaceX und Blue Moon Mark 2 von Blue Origin treffen. Der genaue Missionsverlauf wird noch definiert, jedoch stellt die Nasa in Aussicht, dass die Astronauten während der Mission eine der Testlandefähren betreten können.
Artemis III soll Erkenntnisse zur Rendezvous- und Bewohnbarkeitskonzepten der Landefähre sowie für den Missionsbetrieb liefern. Die Raumfahrtbehörde plant außerdem, bei der Rückkehr von Orion zur Erde einen verbesserten Hitzeschild zu testen, um flexiblere und robustere Wiedereintrittsprofile für zukünftige Missionen zu ermöglichen. Der bisherige Hitzeschild wurde bereits vor dem Start von Artemis II stark kritisiert.
Da das Deep Space Network diesmal nicht zum Einsatz kommen wird, bittet die Nasa die Industrie um Vorschläge für Verbesserungen der Kommunikation mit der Erde.
In den nächsten Wochen sollen die Pläne für den dritten Artemis-Flug weiter konkretisiert werden, teilte die Behörde mit. Dazu gehören der Zeitplan, die Auswahl der Astronauten, der Missionsbetrieb und der Einsatz der Raumanzüge für die Mondoberfläche, die von Axiom Space entwickelt werden.
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