Mondmission: GPS ist auf dem Mond verwendbar

Das Experiment LuGRE (in etwa: lunares Navigationssatelliten-Empfänger-Experiment) der Nasa und der italienischen Weltraumbehörde ASI ist erfolgreich. Nachdem die Mondsonde Blue Ghost bereits am 20. Februar(öffnet im neuen Fenster) beim Anflug auf den Mondorbit ihre Position bestimmen konnte, gelangen nun auch die Versuche auf der Mondoberfläche.
Etwas anders, als es die Überschrift "Nasa Successfully Acquires GPS Signals on Moon" in der Meldung der Nasa(öffnet im neuen Fenster) vermuten lässt, ist dies aber weder allein der amerikanischen Weltraumbehörde (sondern gemeinsam mit der ASI) noch allein den Satelliten mit GPS gelungen.
Hohe Distanz erfordert Abstriche
Weil die Entfernung zum Empfänger statt der auf der Erde üblichen 25.000 km auf dem Mond 380.000 km beträgt, was dem 15-Fachen entspricht, vergrößern sich die Fehler der Positionsbestimmung erheblich. Erst das Zusammenwirken von GPS und Galileo sorgt für eine zufriedenstellende Genauigkeit, um auf der erdzugewandten Mondseite ohne weitere Hilfsmittel wie gewohnt navigieren zu können.
Das soll zukünftige Missionen bis hin zu einem dauerhaften Aufenthalt ein gutes Stück vereinfachen. Außerdem gibt es noch weitere Erleichterungen, die auf den neuen Erkenntnissen fußen.
Einsparmöglichkeit beim Erde-Mond-Transit
LuGRE konnte zeigen, dass zumindest im Bereich bis zur Mondumlaufbahn ein Navigieren allein mit Galileo und GPS möglich ist. Der Aufwand bei der Kursfindung und für Korrekturen könnte dadurch erheblich sinken.
Das verringert gleichzeitig den Aufwand, Material auf den Mond zu befördern. So wirken die verschiedenen Pläne, in den nächsten Jahrzehnten genügend Infrastruktur auf den Mond zu bringen, um von dort den Mars anzusteuern, gleich etwas leichter umsetzbar.
Schließlich wäre eine funktionierende Mondbasis die Grundbedingung für den großen Sprung, da ein Start von der Mondoberfläche wesentlich einfacher wäre. Ohne Atmosphäre und mit einem Fünftel der benötigten Fluchtgeschwindigkeit verglichen mit der Erde dürfte die Marsrakete auch mit der aktuellen Technik wesentlich größer ausfallen.



