Mondmission: Chinas Chang'e-7-Mondsonde abgesagt
China hat seine Mondmission Chang'e-7 am 23. August 2026 kurz vor dem Start überraschend abgesagt(öffnet im neuen Fenster). Laut der Raumfahrtbehörde CMSA (China Manned Space Agency) erfüllten die Startbedingungen am Raumhafen Wenchang trotz bereits positionierter Rakete nicht die strengen Kriterien.
Die Startmöglichkeiten waren für den Zeitraum vom 24. bis 31. August 2026 geplant gewesen. Das Startfenster hätte sich für vier Stunden geöffnet. Bei Komplikationen wie schlechten Wetterbedingungen hätte man den Launch auf den Folgetag verschieben können.
In der Missionszentrale von Chang'e-7 kam man nach umfassenden Bewertungen jedoch zu dem Schluss, dass die Mondexpedition nicht innerhalb des geplanten Startfensters durchgeführt werden könne. Die Startkriterien wären nicht erfüllt(öffnet im neuen Fenster). Wie bei fast allen Weltraumaktivitäten halten sich die chinesischen Behörden mit Details zurück.
Entwicklung des Tropensturms unklar
Zuvor hatte das National Astronomical Research Institute of Thailand (Narit) unter Berufung auf die CMSA angekündigt, dass die Mission aufgrund der Entwicklung des Tropensturms Narra im Südchinesischen Meer verschoben werde. Narit entwickelte ein wissenschaftliches Instrument, das sich an Bord der Raumsonde befindet.
"Aufgrund des Ziellandeplatzes am Mond-Südpol ist dies ein ganz besonderes Startfenster, in dem sich die Sonne genau richtig für den Mondkrater aufstellte", teilte Narit mit(öffnet im neuen Fenster). "Eine Verzögerung um ein paar Tage würde bedeuten, frühestens in einem Monat auf das nächste Startfenster zu verschieben."
Das Meteorologiebüro von Hainan habe am Wochenende einen blauen Alarm für den Sturm herausgegeben, berichtete die South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster). Das sei der niedrigste Stand auf Chinas vierstufiger Taifun-Warnskala. Die Gründe für die Startverschiebung sind also möglicherweise andere.
Wenige Startfenster am Mondsüdpol
Wie die staatliche und parteinahe Zeitung China Daily schreibt, kann eine Rakete ihre voreingestellte Position nur erreichen, wenn sich alle Orbital-, Kommunikations- und weitere Bedingungen gleichzeitig ausrichten. Verfehlt der Startpunkt dieses Fenster, muss die Mission bis zur nächsten Gelegenheit warten. Das kann Tage, Wochen oder sogar Monate später sein.
Wegen der anvisierten Landung am Mondsüdpol sind die Startfenster mit ein bis zwei Möglichkeiten pro Jahr extrem rar, da tiefe Sonnenstände und schlechte Lichtverhältnisse die Bedingungen erschweren.
Unklar ist, ob die technischen Risiken der YF-10-Triebwerke eine Rolle beim Startabbruch spielten, da diese bei einer Explosion beim Start einer anderen Rakete am 10. August ebenfalls zum Einsatz gekommen waren.
- Anzeige Hier geht es zu Die Geschichte der Raumfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


