Mondmission: China und Russland planen Kernkraftwerk für den Mond
Der Roskosmos-Chef spricht erstmals über die gemeinsamen Mondpläne mit China: ein autonomes Atomkraftwerk. Abseits davon hat Russland noch andere Ambitionen im Weltall.
Der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Juri Borissow, spricht über den möglichen Bau eines russisch-chinesischen Kernkraftwerkes auf dem Mond. Laut der Nachrichtenagentur Reuters (5. März 2024) soll dieses zwischen den Jahren 2033 und 2035 errichtet werden und eines Tages Mondsiedlungen mit Strom versorgen. Solarzellen könnten laut Borissow nicht genug Strom für künftige Mondsiedlungen liefern.
Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde es seitens China still zu den gemeinsamen Plänen der internationalen Mondforschungsstation ILRS (International Lunar Research Station). Im Jahr 2021 hatten sowohl die Volksrepublik als auch die Föderation eine Absichtserklärung zum Ausbau ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit im All unterschrieben. China arbeitet zwar weiter an dem ILRS, schweigt jedoch zu den Kooperationsplänen.
Russland und seine Atomtechnik
Russland kann vor allem sein Fachwissen über nukleare Raumenergie zu dem gemeinsamen Mondprojekt beisteuern. Der Bau und Betrieb soll autonom erfolgen – ohne die Anwesenheit von Menschen. Ob es tatsächlich zur Installation eines Mond-Kernkraftwerks kommt, bleibt abzuwarten. Beide Parteien denken aber ernsthaft über diese Kooperation nach, so der Roskosmos-Chef.
Dabei geht es nicht um die Stationierung von Atomwaffen. Russland habe sich stets dagegen ausgesprochen und bleibe bei dieser Haltung, bekräftigt Borissow. In den USA wurde kürzlich darüber spekuliert, dass Russland Satelliten mit einer neuartigen atomaren Waffe bekämpfen wolle. Der russische Präsident Wladimir Putin hat dies im vergangenen Monat als falsch abgetan. Laut ihm sei dies ein Trick, um Russland zu Waffenverhandlungen zu den Bedingungen des Westens zu bewegen.
Die russischen Mond-Ambitionen
Unabhängig davon bestätigt Borissow mit seinen Aussagen, dass die Kooperation langfristig weitergeführt wird. Sie wird aber vermutlich nicht das ILRS betreffen. Dieses soll nämlich bis Ende der 2020er Jahre fertiggestellt werden. Bis 2030 will die Volksrepublik den ersten chinesischen Staatsbürger auf der Mondoberfläche sehen. In Russland hat man es nach den Aussagen vom ehemaligen Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin jedoch nicht so eilig.
In Moskau wird die Möglichkeit einer gemeinsamen russisch-chinesischen Mission mit Besatzung und sogar einer Mondbasis geprüft. Borissow spricht sogar von Siedlungen. Trotz der gescheiterten Luna-25-Mission im August 2023 hält Russland an seinen Mondplänen fest. Besonders der Bergbau auf dem Trabanten ist hier interessant.
Die Pläne für den Weltraum
Russland arbeitet derzeit intensiver an seiner eigenen Raumstation Ross (Russian Orbital Service Station), die ab 2028 im All errichtet werden soll. Dann möchte Roskosmos auch das Gemeinschaftsprojekt der Internationalen Raumstation ISS verlassen.
Zudem arbeitet die Föderation an einem nuklear angetriebenen Frachtraumschiff. "Diese riesige, zyklopische Struktur wäre dank eines Kernreaktors und einer Hochleistungsturbine in der Lage, große Ladungen von einer Umlaufbahn in eine andere zu transportieren, Weltraummüll einzusammeln und viele andere Anwendungen durchzuführen", erklärt Borissow. Alle technischen Fragen sollen gelöst sein, abgesehen von der Frage, wie der Kernreaktor gekühlt werden kann.
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