Mondlandung: Softwarefehler und Ortswechsel Grund für Hakuto-R-Absturz

Weil die Software nicht richtig auf den geänderten Landeort angepasst worden ist, ist die Mondlandung des japanischen Raumfahrtunternehmens Ispace fehlgeschlagen.

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Künstlerische Darstellung des Landers Hakuto-R auf dem Mond: Die nächte Mondmission will Ispace 2024 starten.
Künstlerische Darstellung des Landers Hakuto-R auf dem Mond: Die nächte Mondmission will Ispace 2024 starten. (Bild: Ispace)

Ein Software-Fehler und die Änderung des Landeplatzes haben die erste private Mondlandung verhindert. Das hat das japanische Raumfahrtunternehmen Ispace bekanntgegeben.

Das von Ispace entwickelte Landefahrzeug Hakuto-R war im Dezember vergangenen Jahres gestartet. Im April kam Hakuto-R beim Mond an – der Flug dauerte sehr lange, weil Ispace eine besonders treibstoffsparende Route zum Mond gewählt hatte.

Die Landung am 26. April schlug jedoch fehl. Es wäre die erste Mondlandung eines Privatunternehmens gewesen. Bisher schafften nur die Raumfahrtagenturen Russlands, der USA und Chinas Mondlandungen. Der erste gescheiterte private Versuch war der Lander Beresheet des israelischen Unternehmens SpaceIL.

Die Höhenmessung war falsch

Eine Überprüfung der Daten habe ergeben, dass die Ursache für das Scheitern der Landung bei der Software gelegen habe, insbesondere in der Phase kurz vor der Landung, teilte Ispace mit. Während des Abstiegs sei "ein unerwartetes Verhalten bei der Höhenmessung" aufgetreten.

Das Landefahrzeug habe seine Höhe auf null oder auf der Mondoberfläche geschätzt. Tatsächlich habe sich Hakuto-R zu dem Zeitpunkt noch etwa 5 Kilometer über der Mondoberfläche befunden. Zur geplanten Landezeit habe der Lander seinen Sinkflug mit geringer Geschwindigkeit fortgesetzt, bis der Treibstoff ausgegangen sei. Hakuto-R sei dann mutmaßlich im freien Fall auf die Mondoberfläche gestürzt.

Die US-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) fotografierte beim Überflug am folgenden Tag die Absturzstelle. Das Bild zeigt den Einschlag sowie die Trümmer der Landers.

Die Software schätzte die Höhe falsch ein

Grund für die falsche Höheneinschätzung war wahrscheinlich eine Änderung des Landeortes. Zunächst war geplant, dass Hakuto-R auf einer Ebene landen sollte. Dann wurde aber stattdessen ein Krater ausgewählt. Bei Computersimulationen sei "die lunare Umgebung auf der Navigationsroute nicht angemessen" berücksichtigt worden. Das habe dazu geführt, "dass die Software die Höhe des Landers beim Endanflug falsch einschätzte."

Die Daten sollen in der Entwicklung der Software für die Nachfolger vom Hakuto-R berücksichtigt werden. "Mission 1 hat ein hohes Maß an technischer Zuverlässigkeit bewiesen", sagte Ispace-Gründer und -Chef Takeshi Hakamada. "Jetzt konnten wir das Problem während der Landung identifizieren und haben ein sehr klares Bild davon, wie wir unsere zukünftigen Missionen verbessern können."

Die Arbeiten an Mission 2 und 3 hätten bereits begonnen, sagte Hakamada. Die nächste Mondlandung will Ispace im kommenden Jahr probieren. Mission 3 ist für 2025 geplant.

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