Mondlandung: Nasa testet Rampen für Mond-Rover Viper

Ende 2024 soll der Nasa-Rover Viper die im Schatten liegenden Mondkrater untersuchen. Damit er den Mondboden erreicht, werden derzeit die Laderampen des Landers angepasst.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Der Mond-Rover wird beim Herunterfahren der Rampe getestet.
Der Mond-Rover wird beim Herunterfahren der Rampe getestet. (Bild: NASA / Dominic Hart)

Eine Landung auf einem fremden Himmelskörper ist schwierig: Wenn sie geglückt ist und sich ein Rover an Bord des Landefahrzeugs befindet, muss dieser noch sicher auf die Mondoberfläche gebracht werden. Dabei kann einiges schiefgehen. Damit die bevorstehende Viper-Mission nicht misslingt, testet die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Rampentechnologie für ihre Mondmission.

"Wir wissen alle, wie man mit Rampen arbeitet, wir müssen sie nur für die Umgebung, in der wir uns befinden werden, optimieren", erklärt Daniel Andrews dem Nachrichtenmagazin Popular Science. Er ist der Nasa-Programmmanager des Viper-Programms Volatiles Investigating Polar Exploration Rover zur Untersuchung von flüchtigen Stoffen. Dabei handelt es sich um einen Rover für den Mond, der dessen Südpolregion erkunden soll.

Wasser auf dem Mond soll genau untersucht werden

Es ist die wissenschaftliche Nachfolgermission der Mondorbiter-Mission LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite). Mit dem Orbiter wurde 2009 das Vorhandensein von Wassereis auf dem Mondsüdpol nachgewiesen – zwar nur in einem einzigen Krater am Südpol des Mondes, mittlerweile haben aber auch andere Raumsonden und Weltraummissionen Wasservorkommen auf dem Mond bestätigen können.

Wassereis kann beispielsweise zur Herstellung von Raketentreibstoff abgebaut werden. Es kann aber auch die Lebensgrundlage für zukünftige bemannte Mondmissionen bieten, wie es die Nasa und ihre Partner mit Artemis planen, oder für eine Mondbasis. Das Wasser kann als Trinkwasser aufbereitet oder in seine Bestandteile aufgespalten werden, damit die zukünftigen Raumfahrer genügend saubere Luft (Sauerstoff) zur Verfügung haben.

Viper soll die Verteilung von Wassereis in dem Mondkrater genau untersuchen und dafür die im Dauerschatten liegenden Regionen – Krater, die aufgrund ihrer scharfen Geometrie und des niedrigen Sonnenwinkels an den Mondpolen seit Milliarden von Jahren kein Sonnenlicht mehr gesehen haben – besuchen. Zudem sollen Bohrungen auf der Mondoberfläche durchgeführt werden.

Die Rampen für eine erfolgreiche Mondmission

Doch dafür muss der Rover nach der Landung erst mal auf die Mondoberfläche kommen. "Wir haben zwei Rampen – nicht nur für das linke und das rechte Rad, sondern auch ein Rampenset, das hinten herausgeht. Wir können uns also aussuchen, welche Rampe am sichersten aussieht und am besten zu befahren ist, wenn wir den Lander abrollen müssen", erklärt Andrews.

Insgesamt hat der Mond-Rover vier Räder – anders als die meisten Mars-Rover, die sechs Räder haben. "Das Problem mit sechs Rädern ist, dass sie so etwas wie eine Spur bilden und man gezwungen ist, auf eine bestimmte Weise zu fahren", erörtert Andrews. Die vier Räder seien völlig unabhängig voneinander. Sie können nicht nur in jede beliebige Richtung rollen, sondern auch nach außen gedreht werden. So können sie mithilfe der schulterähnlichen Gelenke des Rovers aus dem weichen Regolith herauszukriechen.

Anpassungen wurden bereits durchgeführt

Bei den Testversuchen rollte der Rover in unterschiedlichen Winkeln hinunter. Eine Neigung von 15 Grad kann Viper mühelos bewältigen. Er ist ein quadratisches Fahrzeug, das etwa einen Meter lang und breit und etwa einen Meter hoch ist.

"Wir haben festgestellt, dass wir an den Wänden der Rampe hoch und über sie hinweg fahren konnten", erklärt Andrews. Das sei ein Problem, weshalb die Rampe gemeinsam mit dem privaten Raumfahrtunternehmen Astrobotic – das vermutlich Anfang 2024 zum Mond fliegen wird – verbessert wurde. So wurden Markierungen an ihr angebracht, die die Kameras in den Radkästen erkennen und sich an ihnen orientieren können.

Die Mission soll Ende 2024 auf der Mondoberfläche landen. Damit wird es auch die erste Südpol-Mission mit einem rollenden Fahrzeug der Nasa sein.

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