Mondlandung: Möglicher Landeplatz für chinesische Astronauten
Eine Forschungsgruppe der China University of Geosciences in Wuhan hat mögliche Landeplätze(öffnet im neuen Fenster) für die erste astronautische Mondlandung der Volksrepublik China geprüft. Lange Zeit galt der Südpol des Trabanten als das bevorzugte Ziel der internationalen Raumfahrt, da dort Wassereis-Vorkommen vermutet werden.
Die chinesischen Fachleute empfehlen für die geplante Mission jedoch die Region Rimae Bode auf der erdzugewandten Mondseite. Sie liegt nördlich des Äquators zwischen dem Mare Vaporum und dem Hochland und gilt als geologisches Archiv.
Argumente für die Landestelle
Ausschlaggebend für diese Wahl sind sowohl die technische Sicherheit als auch der wissenschaftliche Wert des Landeplatzes. Die Stelle gilt als flach, was das Landungsrisiko minimiert. Zudem besteht von dort aus eine direkte Sichtverbindung zur Erde, was eine stabile Kommunikation während der gesamten Mission ermöglicht.
Zudem bietet Rimae Bode den Zugang zu fünf verschiedenen Geländearten auf engem Raum. Dazu gehören vulkanische Ascheablagerungen, Basaltebenen und tiefe Gräben (Rillen).
Die Rillen und Ablagerungen sind wertvoll für das Verständnis des Milliarden von Jahren zurückliegenden Mondvulkanismus und für die potenzielle Nutzung von Wasser zur Erzeugung von Sauerstoff und Treibstoff.
Die Empfehlung ist noch keine Entscheidung über den tatsächlichen Landeplatz. Für 2028 ist zunächst der Einsatz eines Mondfernerkundungssatelliten(öffnet im neuen Fenster) geplant, der die chinesische Behörde für bemannte Raumfahrt (CMSA, China Manned Space Agency) bei der Auswahl eines geeigneten Landeplatzes unterstützen soll.
Chinas Ansatz für die astronautische Mondlandung
Um das Ziel zu erreichen, bis 2030 die ersten Chinesen auf den Mond zu bringen, verfolgt die CMSA einen zweigleisigen Ansatz. Anders als bei den Apollo-Missionen der USA sollen zwei separate Raketen vom Typ Langer-Marsch-10 ins All geschickt werden.
Eine davon soll das Raumschiff Mengzhou (dt.: Traumschiff) mitsamt Besatzung in die Erdumlaufbahn befördern, von wo die Astronauten dann zum Mond aufbrechen sollen. Die zweite Rakete transportiert die Mondlandefähre Lanyue (dt.: den Mond umarmen), an die Mengzhou in der Mondumlaufbahn andocken soll. Nach dem Umstieg zweier Astronauten und dem Abdockmanöver soll der Lanyue-Lander zur Landung ansetzen.
Für die Mobilität vor Ort wird derzeit der Rover Tansuo entwickelt. Er soll zwei Personen Platz bieten und als mobiles Labor dienen. Mit dem Gefährt können die Astronauten sich bis zu zehn Kilometer vom Landepunkt entfernen, um Gesteinsproben zu sammeln.
Derzeit befindet sich das Programm in der Hochphase der Entwicklung. Es wurden bereits wichtige Meilensteine im Bereich der Raketentechnologie, des Mengzhou-Raumschiffs, der Landefähre und der Raumanzüge für die Mondoberfläche erreicht. Die Mission soll noch vor dem Jahr 2030 starten.
Ein genauer Termin wurde bisher nicht verkündet, jedoch wird im Oktober 2029 der 80. Jahrestag der Ausrufung der Volksrepublik China begangen. Eine Mondlandung zu diesem Zeitpunkt hätte eine hohe politische Symbolkraft.
Zur Studie
Die Studie wurde am 9. März 2026 in der Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht: Geology of Rimae Bode region as priority site candidate for China's first crewed lunar mission(öffnet im neuen Fenster) (Geologie der Region Rimae Bode als vorrangiger Standortkandidat für Chinas erste bemannte Mondmission).
- Anzeige Hier geht es zu Die Geschichte der Raumfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



