Mondlandung: Indien plant mit Japan bereits die nächste Mondmission

Mit Lupex wollen die Inder zusammen mit Japanern auf dem Mond landen. Die Landefähre wird in Indien gebaut, der Rover in Japan.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung der indisch-japanischen Lupex-Mondmission.
Eine künstlerische Darstellung der indisch-japanischen Lupex-Mondmission. (Bild: Jaxa)

Indien ist erst das vierte Land, dem mit Chandrayaan-3 eine Mondlandung am 23. Oktober 2023 glückte. Zwischen Januar und März 2024 wird auch Japan mit der Slim-Mission eine Landung auf dem Erdtrabanten anstreben. Wenn es gelingt, wird das ehemalige Kaiserreich zu dem kleinen Kreis gehören, dem eine erfolgreich verlaufene Mondmission gelungen ist. Doch beide Länder haben bereits Pläne für die nächste Mission.

Lupex (Lunar Polar Exploration Mission), die Mission zur Erforschung des Mondpols, soll nach jetzigen Plänen ein halbes Jahr andauern. Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa steuert die Trägerrakete und den Rover für die Mission bei. Von der indischen Raumfahrtbehörde Isro wird das Landegerät entwickelt. Vor 2025 wird die indisch-japanische Mondmission allerdings nicht starten, vermutlich nicht vor 2026.

Erkundung des Südpols und die Suche nach Wasser

Die Mission zielt darauf ab, die Südpolregion des Mondes zu erkunden. Dort soll es Wassereis in den Kratern geben – ein bedeutender Rohstoff, der nicht nur als Trinkwasser aufbereitet werden kann. Wasser kann in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt werden.

Sauerstoff kann als Atemluft für künftige bemannte Missionen eingesetzt werden; er kann auch mit Wasserstoff zu einem wichtigen Treibstoff für künftige Raumfahrtmissionen zum Mars und darüber hinaus dienen. Weitere Wasservorkommen wurden auch in Glaskügelchen auf dem Mond entdeckt.

Das kooperierende Team will neue Technologien für die Oberflächenerkundung erproben. Zudem will es zeigen, dass ihre Technik die kalten Mondnächte überstehen kann. Chandrayaan-3 wurde nicht dafür konzipiert und wachte nach dem Ende der ersten Mondnacht nicht mehr auf. Wenn dem Team dies gelingt, demonstriert es seine Fähigkeit, den Mond und dessen Polarregion auch nachhaltig erkunden zu können.

Der Rover soll mit verschiedenen Instrumenten von der Isro und der Jaxa ausgestattet werden. Darunter soll auch ein Bohrer sein, der Gesteinsproben in eine Tiefe von bis zu 1,50 Meter entnehmen kann. Zudem wird Europa ein Miniaturlabor mit einer Reihe wissenschaftlicher Instrumente beisteuern.

Ursprünglich sollte das Exosphären-Massenspektrometer L-Band (EMS-L) als Prospect-Mission bei der russischen Mondmission Luna-27 mitfliegen. Aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat die europäische Raumfahrtbehörde Esa sich nach neuen Kooperationspartnern umgesehen und beteiligt sich nun an dem indisch-japanischen Unterfangen.

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