Mondlandung: Indien ist auf dem Mond

Die indische Mondmission Chandrayaan-3 ist erfolgreich auf dem Mond gelandet. Es sei nicht nur Indiens Mondlandung allein, sondern eine für die ganze Welt.

Artikel veröffentlicht am ,
Premierminister Modi beobachtet angespannt die letzten Sekunden der Landung.
Premierminister Modi beobachtet angespannt die letzten Sekunden der Landung. (Bild: ISRO / Screenshot: Golem.de)

Die indische Mondmission Chandrayaan-3 ist erfolgreich auf dem Mond gelandet, nachdem die Vorgängermission durch einen Softwarefehler beim Landeanflug scheiterte. Der indische Premierminister Narendra Modi gratulierte den anwesenden Mitgliedern des indischen Mondlandeprogramms: "India is now on the Moon." ("Indien ist jetzt auf dem Mond.") Der Erfolg gehöre aber der ganzen Welt. Der Mensch stehe im Zentrum der Mission, die gezeigt habe, dass auch Nationen des Globalen Südens zu großen technischen Leistungen im Stande seien.

Es handelt sich um die erste erfolgreiche Landemission des indischen Raumfahrtprogramms und erst die vierte Mondlandung seit 1976. Der Landeort befindet sich in etwas mehr als 600 km Entfernung zum Südpol, bei 69,4 Grad südlicher Breite, wo Instrumente auf dem Lander und einem 26 kg schweren Rover die Mondoberfläche untersuchen sollen.

Nur vier Tage zuvor scheiterte die russische Mondmission Luna-25 durch ein missglücktes Bremsmanöver, ebenso wie der japanische Hakuto-R, die israelische Mission Beresheet und Chandrayaan-2 in den letzten Jahren. Noch in dieser Woche wird ein japanischer Mondlander starten, für November ist der Start eines amerikanischen Landers geplant, sieben weitere Landemissionen sollen 2024 folgen, darunter eine weitere Rückkehr von Mondmaterial durch die chinesische Mission Chang'e 6.

Die erfolgreiche Landung von Chandrayaan-3 stellt damit den Anfang der zweiten Phase einer großen Zahl von Landemissionen auf dem Mond dar. Diese werden weithin als Wettrennen zum Mond wahrgenommen, bei dem die chinesischen Missionen derzeit einen deutlichen Vorsprung in Anspruch und Zuverlässigkeit haben.

Die Mission Chandrayaan-3 folgte einem konservativen Flugprofil, das mit einem hohen Erdorbit startete, der in mehreren Stufen erhöht wurde, bis schließlich der Flug zum Mond begann und dort angekommen mit ähnlichen Manövern in einen Mondorbit eingebremst wurde. Der Ansatz verringert die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Triebwerke des Antriebsmoduls und lässt größere Spielräume, um auf Abweichungen von geplanten Manövern zu reagieren, was zuletzt zum Verlust von Luna-25 führte.

Beim Landemanöver selbst gibt es keine solchen Sicherungsmöglichkeiten, da die Triebwerke konstant laufen müssen, um den unkontrollierten Absturz zu vermeiden. Die Treibstoffreserven erlauben nur 26 Sekunden zusätzlicher Zeit für Korrekturen bei der Landung, falls der Bordcomputer Hindernisse auf der Landestelle erkennt oder die Leistung der Triebwerke nicht nominal war. Das Landemanöver und dessen Einleitung war bislang der Hauptgrund für das Scheitern von Landemissionen, insbesondere durch Softwarefehler.

Nach der Landung wird nun der Zustand des Landers überprüft und die Aussetzung des Rovers vorbereitet.

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mnementh 25. Aug 2023

Hey, ich sage nicht, dass die Ein-Kind-Politik ohne Probleme ist. Was Du ansprichst mit...

ElTentakel 25. Aug 2023

"Aufbruch zum Mond" setzt sich damit sehr gut auseinander.

FoH 25. Aug 2023

Wer braucht schon ein gut gerendertes Bild? Wer macht sich die Arbeit? Wer zahlt das? Es...

kollege 24. Aug 2023

Indien ist auf der Erde. Das zeigen aktuelle Satelitenbilder.



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