Mondlandung: Blue Origin will 2025 zum Mond fliegen

In spätestens 16 Monaten will das Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin auf dem Mond landen. Dies wird eine selbstfinanzierte Frachtmission und ein Demonstrationsflug sein.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung der Mondlandefähre MK1 von Blue Origin
Eine künstlerische Darstellung der Mondlandefähre MK1 von Blue Origin (Bild: Blue Origin)

"Wir gehen davon aus, dass wir in zwölf bis 16 Monaten auf dem Mond landen werden", erklärt John Couluris (Senior Vice President für Lunar Permanence bei Blue Origin) in einem Bericht der Sendung 60 Minutes des US-Senders CBS. Der Bericht wurde am Sonntag (3. März 2024) ausgestrahlt.

Die Pathfinder-Mission von Blue Origin soll mit dem fast drei Stockwerke hohen Landefahrzeug Blue Moon Mark 1 (MK1) durchgeführt werden. Das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos will beweisen, dass es sicher und sanft auf der Mondoberfläche landen kann. Bei diesem Testflug soll bewiesen werden, dass das wasserstoffbetriebene BE-7-Triebwerk und das Präzisionslandesystem funktionieren. Zudem will die Firma beweisen, dass sie bis zu drei Tonnen Nutzlast überall auf dem Mond absetzen kann.

Frachtmodul und eine Version für astronautische Missionen

Es sind mehrere Frachtlandefähren sowie eine bemannte Version des Blue-Moon-Landers geplant. Die Frachtmodule sind für einen einmaligen Start und eine einmalige Auslieferung konzipiert. Die Pathfinder-Mission wird komplett von Blue Origin finanziert. Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa unterstützt das Unternehmen jedoch mit einem 3,4-Milliarden-Dollar-Vertrag für zwei andere Missionen.

Für die Mondmission Artemis V soll eine bemannte Version der Landefähre bis zum Jahr 2029 bereitgestellt werden. Zunächst wird es einen Testflug geben, bei dem die Landefähre ohne Besatzung auf der Mondoberfläche landen soll. Erst dann wird es eine weitere Mission geben, die mit zwei Astronauten auf dem Erdtrabanten landen soll. Für die astronautische Mission wird die Landefähre entsprechend als wiederverwertbares Raumfahrzeug konzipiert.

"Wir bringen sie in die Mondumlaufbahn und lassen sie dort", erklärt Couluris. "Und wir werden sie in der Umlaufbahn auftanken, so dass mehrere Astronauten dasselbe Fahrzeug für Hin- und Rückflug nutzen können."

Für die Betankung im Weltraum soll der Cislunar-Transporter des US-amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed Martin eingesetzt werden. Dieser soll zwischen der niedrigen Erdumlaufbahn und der Mondumlaufbahn für Nachschub sorgen.

Die Zukunft der astronautischen Mondfahrt

Um die dauerhafte Präsenz auf dem Mond zu gewährleisten und eine Infrastruktur aufzubauen, setzt die Nasa auf mehrere Unternehmen. Noch bevor die Landefähre von Blue Origin auf der Oberfläche unseres stellaren Nachbars aufsetzen wird, soll ein modifiziertes Starship von SpaceX die ersten Menschen mit der dritten Artemis-Mission zum Mond bringen. Diese soll voraussichtlich im Jahr 2027 erfolgen. Zukünftig werden weitere Unternehmen an dem Unterfangen teilnehmen.

Das Landegerät MK1 von Blue Origin soll mit der hauseigenen Raketen des Typs New Glenn zum Trabanten geschickt werden. Diese befindet sich noch in Entwicklung, soll noch in diesem Jahr zum ersten Mal ins Weltall aufbrechen. Die letzten Tage durchlief eine Pathfinder-Version dieser Rakete mehrere Tests mit kryogener Betankung auf einer Startrampe in Florida – befindet sich jetzt aber wieder auf dem Weg zur Integrationsanlage.

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