Mondlander: Blue Origin unterliegt gegen SpaceX vor Gericht

SpaceX siegt vor Gericht. Aber der Prozess und die Politik von Nasa-Chef Bill Nelson lassen weitere Schwierigkeiten erwarten.

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Das Starship soll von SpaceX zum Mondlander weiterentwickelt werden.
Das Starship soll von SpaceX zum Mondlander weiterentwickelt werden. (Bild: SpaceX)

Als SpaceX vor einem Jahr den Vertrag zum Bau eines Mondlanders erhielt, klagte Blue Origin als Vertreter der sogenannten Nationalmannschaft zum Bau eines Mondlanders gegen die Auswahl der Nasa. Wie Michael Sheetz für CNBC berichtet, wurde diese Klage heute endgültig abgewiesen. Das laufende Verfahren verhinderte die Arbeit an dem Mondlander, oder zumindest die Mitarbeit und Finanzierung durch die Nasa. Die Arbeit soll am Montag, dem 8. November 2021, wieder aufgenommen werden.

Ursache der Streitigkeiten war die Tatsache, dass der Nasa zur Finanzierung eines Mondlanders im Artemisprogramm nur ein Budget von rund 3 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stand. Ursprünglich war ein Budget von rund 12 Milliarden US-Dollar angedacht und geplant, zwei von drei Plänen zum Bau eines Mondlanders auszuwählen.

Das fehlende Geld veranlasste die damals für menschliche Raumfahrt zuständige Kathy Lueders dazu, im Sinne der Nasa nur einen Auftrag zu vergeben - und zwar an SpaceX, dessen Angebot zum Budget von 3 Milliarden US-Dollar passte. Damit gingen sowohl Blue Origin als auch Dynetics leer aus, die jeweils das Doppelte forderten.

Lobbyarbeit lässt weitere Probleme für SpaceX erwarten

Die mutige Entscheidung von Lueders sorgte von Anfang an nicht nur für juristische, sondern auch für politische Probleme, denn Blue Origin ist eng mit dem militärisch-industriellen Komplex um Rüstungsfirmen wie Lockheed-Martin und Northrop-Grumman verbunden. Jeff Bezos' Kampf gegen SpaceX mit teils grob irreführenden Aussagen und Infographiken führte zu großer Unzufriedenheit der Mitarbeiter von Blue Origin bis in die obersten Führungsebenen hinein. Viele Mitarbeiter haben seitdem die Firma verlassen. Auf Seiten der Nasa wurde in der Konsequenz Kathy Lueders der größte Teil ihrer Entscheidungskompetenzen entzogen.

Die Abweisung der Klage macht den Weg frei für die Entwicklung eines Mondlanders basierend auf dem Starship von SpaceX. Andererseits lässt der politische Einfluss der Konkurrenzfirmen große Hindernisse für SpaceX erwarten, die in der Vergangenheit schon häufig zu unsauberen Methoden im Wettbewerb gegen SpaceX gegriffen haben. Hinzu kommt der aktuelle Nasa-Administrator Bill Nelson, der immer wieder als Lobbyist für die militärisch verbundenen Raumfahrtfirmen und insbesondere gegen SpaceX aufgetreten ist.

Nelson war maßgeblich für die Durchsetzung der SLS-Schwerlastrakete verantwortlich, mit der Menschen zum Mond fliegen sollen, und wurde mit folgendem Zitat bekannt: "If we can't do a rocket for $11.5 billion, we ought to close up shop." Zu Deutsch: "Wenn [die Nasa] keine Rakete für 11,5 Milliarden US-Dollar bauen kann, sollten wir den Laden dichtmachen." Inzwischen kostet die Rakete das Doppelte. Die De-facto-Degradierung von Kathy Lueders lässt als Beispiel für die Führungsmethoden Nelsons eine Fortsetzung von dessen Lobbypolitik mit den Machtmitteln seines Amtes erwarten.

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