• IT-Karriere:
  • Services:

Ein Flug geht zum Mars, einer zum Mond und einer wieder zurück zur Erde

Das Startfenster für den Flug zum Mars öffnet sich am 23. Juli 2020. Die erste chinesische Marsmission heißt Huoxing-1 (Feuerstern-1 oder schlicht Mars-1) und besteht aus einem Orbiter und einem Rover, die den Roten Planeten erforschen sollen. Der 200 Kilogramm schwere Rover baut auf den Erfahrungen mit dem Mondrover Yutu (Jadehase) auf. Wie der Mond soll auch der Mars mit dem bewährten Bodenradar bis in etwa 100 Meter Tiefe untersucht werden.

Stellenmarkt
  1. IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg
  2. 3C Holding GmbH, Rheda-Wiedenbrück

Zur Untersuchung der Oberfläche soll neben einer Kamera auch ein Laser zum Einsatz kommen, der, ähnlich wie beim Marsrover Curiosity, Material zu Plasma verdampfen kann. Aus dem Spektrum des abgegebenen Lichts kann dann die Zusammensetzung des Materials bestimmt werden. Für weitere Untersuchungen sollen Kameras, Magnetometer und Wettersensorik zum Einsatz kommen. Aber zuvor muss der Rover erst einmal erfolgreich landen. Historisch gesehen stehen die Chancen dafür im ersten Versuch ziemlich schlecht.

Chang'E 5 soll Mondgestein zur Erde bringen

Die dritte Changzheng-5-Rakete in diesem Jahr soll zum Mond fliegen. Auch diese Mission wurde durch den Absturz der Trägerrakete verzögert. Chang'E 5 wird auf dem Mond landen, Proben von der Oberfläche nehmen und sie zurück zur Erde bringen. Die letzten Proben vom Mond wurden von der Sowjetunion im Jahr 1976 zur Erde zurückgebracht. Luna 16, 20 und 24 sammelten zusammen 301,1 Gramm Mondstaub. Für Chang'E 5 sind 2.000 Gramm geplant. Mit Hilfe eines Bohrers sollen die Proben aus einer Tiefe von bis zu zwei Metern entnommen werden.

Dabei ist zu erwarten, dass die Ergebnisse und wohl auch die Gesteinsproben mit dem Rest der Welt geteilt werden, wenn die chinesischen Forscher sie erst einmal selbst ausgiebig untersucht haben. Ähnlich wurde mit den Daten der Yutu-Mondrover verfahren. Erst vergangene Woche wurden die Daten des zweiten Mondrovers der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, zusammen mit einer großen Zahl hoch aufgelöster Bilder von der Mondoberfläche.

Anders als bei den Luna-Missionen sollen die Proben aber nicht mit einer Rakete direkt zurück zur Erde gebracht werden. Stattdessen werden sie in einen Mondorbit geflogen und dort mit Hilfe eines Orbiters automatisch eingesammelt, der dann zurück zur Erde fliegt. Damit wird auch die Technik für Landungen von Menschen auf dem Mond getestet, in denen das gleiche Verfahren angewendet wird.

Beim Apollo-Programm waren sowohl an Bord des Orbiters als auch des Mondlanders Piloten. Die vollständige Automatisierung des Prozesses, inklusive des Starts vom Mond und des Dockingvorgangs im Mondorbit, wurde noch nie demonstriert.

Vor weiteren Mondflügen wird die Raumstation aufgebaut

Wahrscheinlich dient die Demonstration des Dockingvorgangs auch der Vorbereitung einer Mondlandung mit einem Raumschiff. Schließlich wäre ein direkter Rückflug einfacher und zuverlässiger machbar gewesen.

Chinesische Mondlandungen mit Astronauten sind bereits geplant. Eine noch größere Changzheng-9-Rakete befindet sich dafür wenigstens schon seit 2013 in Entwicklung. Sie soll mit 3.000 Tonnen Startgewicht und zehn Metern Durchmesser etwa die Dimensionen einer Saturn V haben, mit denen die Mondlandungen im Apollo-Programm durchgeführt wurden. Ihre ersten Flüge waren zunächst für 2028 geplant, inzwischen ist von 2030 die Rede.

Zuvor soll die chinesische Raumstation aufgebaut werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll 2021 das Zentralmodul Tianhe und noch im gleichen Jahr das Experimentmodul Wentian gestartet werden. 2022 komplettiert das dritte Modul Mengtian die Station. Zwei Jahre später soll außerdem das Weltraumteleskop Xun Tian in den gleichen Orbit wie die Raumstation gebracht werden. Dadurch wird es möglich sein, das Teleskop bei Bedarf zur Raumstation zu fliegen und von dort aus Wartungsarbeiten durchzuführen.

Der chinesischen Raumfahrt stehen spannende Jahre bevor. Auf der Insel Hainan dürfte die Ruhe um den Weltraumbahnhof Wenchang in Zukunft viel häufiger als bisher gestört werden. Durch die Verzögerungen sind dort seit 2016 erst fünf Raketen gestartet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Mondflüge, Marsflüge, Raumstation: Chinesisches Raumforschungsprogramm kommt wieder in Gang
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 31€
  2. 59,99€
  3. 24,29€

jonasz 13. Feb 2020

Wahrscheinlich in 3 Jahrhunderte, derzeitig hat China ein hohes Kapital, aber die...


Folgen Sie uns
       


Burnout im IT-Job: Mit den Haien schwimmen
Burnout im IT-Job
Mit den Haien schwimmen

Unter Druck bricht ein Webentwickler zusammen - zerrieben von zu eng getakteten Projekten. Obwohl die IT-Branche psychische Belastungen als Problem erkannt hat, lässt sie Beschäftigte oft allein.
Eine Reportage von Miriam Binner


    Zwischenzertifikate: Zertifikatswechsel bei Let's Encrypt steht an
    Zwischenzertifikate
    Zertifikatswechsel bei Let's Encrypt steht an

    Bisher war das Let's-Encrypt-Zwischenzertifikat von Identrust signiert. Das wird sich bald ändern.
    Von Hanno Böck

    1. CAA-Fehler Let's-Encrypt-Zertifikate werden nicht sofort zurückgezogen
    2. TLS Let's Encrypt muss drei Millionen Zertifikate zurückziehen
    3. Zertifizierung Let's Encrypt validiert Domains mehrfach

    Todesfall: Citrix-Sicherheitslücke ermöglichte Angriff auf Krankenhaus
    Todesfall
    Citrix-Sicherheitslücke ermöglichte Angriff auf Krankenhaus

    Ein Ransomware-Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf, der zu einem Todesfall führte, erfolgte über die "Shitrix" genannte Lücke in Citrix-Geräten

    1. Datenleck Citrix informiert Betroffene über einen Hack vor einem Jahr
    2. Shitrix Das Citrix-Desaster
    3. Perl-Injection Citrix-Geräte mit schwerer Sicherheitslücke und ohne Update

      •  /