Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Mondbasis: Rolls-Royce stoppt Entwicklung seines Mini-Atomreaktors

Ein winziger Atomreaktor , der über Jahre ein paar Kilowatt Leistung liefern sollte, wird nicht weiter entwickelt. Dafür gibt es gute Gründe.
/ Mario Petzold
28 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Verhältnisse auf dem Mond sind je nach Standort sehr unterschiedlich. (Bild: Getty Images/Dan Kitwood)
Die Verhältnisse auf dem Mond sind je nach Standort sehr unterschiedlich. Bild: Getty Images/Dan Kitwood

Wie der Telegraph(öffnet im neuen Fenster) berichtet, hat die britische Rolls-Royce Holding, die neben Turbinen auch Atomreaktoren für Schiffe baut, die seit 2023 laufende Entwicklung eines kleinen Kernreaktors für eine zukünftige Mondbasis gestoppt. Dem Bericht zufolge war das gesamte Vorhaben steuerfinanziert.

Bisher wurden 9 Millionen Pfund (10,5 Millionen Euro) investiert. Geplant war, dass der Reaktor 2029 im Rahmen des Projekts der USA zum Aufbau einer Mondbasis startbereit hätte sein sollen. Während der Bewerbungsphase hatte sich das britische Unternehmen gegen die US-amerikanische Konkurrenz durchgesetzt.

Mittlerweile gehen Experten laut der Meldung davon aus, dass nur noch US-Firmen an dem Projekt der Nasa beteiligt werden sollen. Damit gäbe es keine Verwendung mehr für den kleinen und für seine Leistung viel zu teuren Kernreaktor aus Großbritannien.

Tückische Mondnacht

Mit 100 Kilowatt Leistung hätte der Atomreaktor genügend Strom für eine kleine Basis liefern können. Als problematisch wird die sogenannte Mondnacht beschrieben. 14 Tage lang scheint auf einer Seite des Mondes keine Sonne, während sie anschließend 14 Tage ununterbrochen scheint.

Nur ein kleiner Kernreaktor, wie er auch in zahlreichen Militärschiffen und Eisbrechern zum Einsatz kommt, soll deshalb in der Lage sein, eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten.

An den Polkappen sieht es anders aus

Allerdings gibt es schon länger Berichte(öffnet im neuen Fenster) , dass es in den Bereichen der Pole des Mondes Regionen gibt, wo ganz andere Verhältnisse herrschen.

Weil die Sonne dort waagerecht zur Oberfläche einfällt, existieren Bereiche mit fast durchgehendem Lichteinfall und Temperaturen im Bereich von beinahe erträglichen -50 °C, im Vergleich zu -180 °C während der Mondnacht. Andere Stellen, etwa in Kratern, erreicht das Sonnenlicht dagegen nie.

Auch die chinesischen Bemühungen , eine Basis auf dem Mond zu errichten, scheinen sich auf die Polregion zu konzentrieren. Dort könnten Solarzellen den nötigen Strom liefern.

Zumal für 100 Kilowatt Leistung bereits 400 Quadratmeter Photovoltaik ausreichen sollten. Dass die Art der Stromversorgung im All zuverlässig ist, demonstrieren Satelliten seit Jahrzehnten.

Nachtrag vom 4. Februar 2026, 20:08 Uhr

In der ersten Version fehlte der Hinweis, dass befürchtet wird, dass nur noch US-Firmen an dem Mondbasisprojekt beteiligt werden sollen. Dies wurde ergänzt.


Relevante Themen