• IT-Karriere:
  • Services:

Mondauto: Toyota entwickelt Mondrover für Astronauten

Zusammen mit der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa will Toyota einen Mondrover mit Druckkapsel für zwei bis vier Astronauten bauen. Ob es sich dabei um Werbung handelt oder tatsächlich bis 2029 ein Rover entwickelt wird, muss sich noch zeigen.

Artikel von veröffentlicht am
So stellt sich Toyota den neuen Mondrover vor.
So stellt sich Toyota den neuen Mondrover vor. (Bild: Toyota)

Toyota und die japanische Weltraumagentur Jaxa haben bei einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Plan zum Bau eines Mondrovers mit Druckkapsel vorgestellt. Der Rover soll 6 Meter lang, 5,2 Meter breit und 3,8 Meter hoch sein. In den 13 Kubikmetern Innenvolumen sollen sich zwei Menschen ohne Druckanzug aufhalten können, im Notfall auch vier. Geplant sind 42-tägige Missionen bei einer Reichweite von bis zu 1.000 km.

Stellenmarkt
  1. LfD Niedersachsen, Hannover
  2. DB Systel GmbH, Frankfurt (Main)

Nach abgeschlossener Mission soll der Rover eigenständig weiterfahren und an anderer Stelle auf dem Mond für die nächsten Astronauten zur Verfügung stehen. Insgesamt soll er so fünf Missionen absolvieren und bis zu 10.000 km zurücklegen können. Das entspricht etwa einer kompletten Mondumrundung entlang des Äquators. Die Entwicklung soll schon begonnen haben, das Team dazu soll bis Jahresende auf 30 Mitglieder wachsen.

Das sechs Tonnen schwere Fahrzeug soll in mehreren Stufen als Prototyp entwickelt werden. Frühestens 2027 soll ein Fahrzeug entstehen, das der endgültigen Form des Mondrovers nahekommt. Mit dessen Fertigstellung wird zwischen 2029 und 2034 gerechnet. Für Toyota scheint es dabei hauptsächlich um Werbung für die eigenen Autos zu gehen. Ein großer Teil der gemeinsamen Präsentation drehte sich um Pkw. Einem Toyota-Vertreter zufolge könnte gar der nächste Landcruiser vom Design des Mondrovers inspiriert sein.

Die Werbung muss dabei kein Zeichen mangelnder Ernsthaftigkeit sein. In Rennsportserien wie der Formel 1 oder der Langstreckenweltmeisterschaft arbeiten die großen Herstellerteams mit jährlichen Budgets von rund 200 Millionen Euro. Über 10 bis 15 Jahre wären das 2 bis 3 Milliarden Euro. Dennoch ist das Konzept derzeit wenig ausgearbeitet.

Brennstoffzellen sollen den Rover antreiben

Die Energie soll von Wasserstoff-Brennstoffzellen stammen. Die Technik ist in der Raumfahrt erprobt. Die Raumschiffe des Gemini- und Apolloprogramms wurden auf diese Weise rund zwei Wochen lang mit Energie versorgt, ebenso das Spaceshuttle. Die Brennstoffzellen sollen die große Reichweite möglich machen und während der zweiwöchigen Mondnacht genug Energie für die Lebenserhaltung zur Verfügung stellen. Bei Sonnenschein wird Strom durch Photovoltaik erzeugt.

Der Treibstoff besteht zu 90 Prozent aus Sauerstoff, der für die gleichzeitig beworbenen Brennstoffzellenautos auf der Erde überall verfügbar wäre. Eine Brennstoffzelle kann auf dem Mond aus einem Kilogramm Wasserstoff und Sauerstoff nur etwas mehr als 2 kWh Strom erzeugen, ohne Berücksichtigung der Masse der Drucktanks. Einige Kleinserien von Lithium-Ionen-Akkus erreichen bereits heute 0,4kWh/kg. Das gesamte Brennstoffzellensystem hat damit nur ein Fünftel des Gesamtgewichts.

Woher der Treibstoff zum Betrieb der Brennstoffzellen kommen soll, wurde nicht gesagt. Eine Treibstoffladung soll nur für einen Ausflug reichen. Das Wiederaufladen der Tanks durch Elektrolyse ist wohl nicht vorgesehen. Das entstehende Wasser aus der Brennstoffzelle soll zum Waschen und Trinken sowie zur Kühlung des Rovers im Sonnenschein verwendet werden. Dazu müsste Wasser verdampft werden und geht dabei verloren.

Niemand weiß, wie der Rover auf den Mond kommt

Toyota präsentierte zwar die Vision einer Wasserstoffwirtschaft auf dem Mond, wenn dieser industrialisiert wäre, aber keinen Plan zur Durchführung der reinen Forschungsmissionen ohne diese Industrie. Über das notwendige Raumschiff, um den sechs Tonnen schweren Rover sanft auf der Mondoberfläche abzusetzen, wurde auch nicht gesprochen. Er ist allein schon etwa so schwer wie die Apollo-Mondlandefähre nach der Landung, müsste aber mit einem eigenen Lander auf dem Mond abgesetzt werden.

Weder die Jaxa noch die Nasa haben derzeit ausreichend große Mondlander oder Raketen, die eine solche Mission möglich machten. Die Schwerlastrakete SLS ist ohnehin zu klein, um deutlich mehr als eine einfache Wiederholung der Mondlandungen zu ermöglichen. Deshalb denkt die Nasa über die Konstruktion eines dreistufigen Landers nach, der erst im Mondorbit zusammengebaut wird. Ob der auch Platz für den Rover bietet, ist mit der Nasa wohl noch nicht abgesprochen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 249€ (Vergleichspreis 277,99€)

Nikkel 27. Jul 2019

Erinnert mich an das landefahrzeug aus alien 2.

ninifee 26. Jul 2019

wohl wegen dem Fahrtwind auf dem Mond

Kay_Ahnung 26. Jul 2019

Ginge das überhaupt? Ich weiß leider nicht was solche Landestützen aushalten müssen an...

Tet 26. Jul 2019

Die kann man auch gleich weglassen, dann wiegt das Teil weniger.

Frank... 26. Jul 2019

Der Autor geht jetzt ins Bett, weil er in der Nacht nicht genug geschlafen hat. (Sorry...


Folgen Sie uns
       


DJI Robomaster S1 - Test

Was fährt da auf dem Flur entlang? Der Robomaster S1 ist ein flinker Roboter, mit dem wir Rennen fahren oder gegen andere Robomaster im Duell antreten können. Das macht einen Riesenspaß und ist auch ein guter Einstieg ins Programmieren.

DJI Robomaster S1 - Test Video aufrufen
    •  /