Mond: Totale Mondfinsternis mit Mars und ISS

Am heutigen Freitag wird der Mond für knapp eindreiviertel Stunden durch den Kernschatten der Erde wandern und dabei rot am Himmel erscheinen. Es wird die längste Mondfinsternis im 21. Jahrhundert. Gleichzeitig ist der Mars besonders groß am Himmel, und die ISS ist zu sehen.

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Mondfinsternis (Symbolbild): Der Mond ist beim Aufgang schon rot.
Mondfinsternis (Symbolbild): Der Mond ist beim Aufgang schon rot. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Der eine weit weg, der andere besonders nah: Am heutigen Freitag steht die längste Mondfinsternis in diesem Jahrhundert bevor. Eindreiviertel Stunden lang fällt der Kernschatten der Erde auf den Mond und färbt ihn rot. Es wird die längste Mondfinsternis seit mehr als 100 Jahren. Außerdem am Abend gut zu sehen: der Mars und die Internationale Raumstation.

Gegen 19:15 Uhr tritt der Mond in den Erdschatten ein. Davon ist allerdings noch nichts zu sehen, denn der Mond steigt erst gegen 21:01 Uhr über dem Horizont auf. Beim Aufgang erscheint er schon rot.

In alten Zeiten sprachen die Menschen bei diesem Ereignis von einem Blutmond. Inzwischen wissen wir, dass die rote Farbe vom Rotanteil des Sonnenlichts stammt. Sein langwelliges rotes Licht wird gebrochen und auf den Mond gelenkt, so dass dieser rot erscheint. Asche und Staub in der Erdatmosphäre verstärken die Farbe noch.

Der Höhepunkt ist um 22:22 Uhr

Um 21:30 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein - das ist der Beginn der eigentlichen Mondfinsternis. Eine Stunde und 43 Minuten, bis 23:13 Uhr, braucht der Mond, um den Kernschatten zu durchqueren. Um 22:22 Uhr, zur Mitte der Totalität, ist der Erdtrabant am dunkelsten.

Es wird die längste Mondfinsternis in diesem Jahrhundert. Erst am 9. Juni 2123 wird es wieder eine ähnlich lange Mondfinsternis geben. Sie wird sogar noch drei Minuten länger. Ein Grund für die lange Dauer ist, dass der Mond sich gerade im erdfernsten Abschnitt seiner Bahn befindet. Deshalb ist er auch klein - wobei der Unterschied zu einem Supermond, also dem Mond am erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn, mit dem bloßen Auge kaum erkennbar ist.

Der Mars ist nah und erscheint groß

Gleichzeitig ist der Mars sehr gut zu sehen. Denn anders als der Mond ist er der Erde gerade sehr nahe und erscheint deshalb vergleichsweise groß. Er kommt aber noch etwas näher: Die erdnächste Position erreicht der Nachbarplanet am 31. Juli. Er wird dann 57,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein. So nahe war er zuletzt vor knapp 15 Jahren.

Um das Himmelsspektakel komplett zu machen, wird auch die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) aus unseren Breiten am Himmel zu sehen sein. Um 22:30 Uhr, einige Minuten nach der stärksten Verdunkelung des Mondes, wird sie im Westen auftauchen und dann etwa zehn Minuten lang zu sehen sein.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der derzeit auf der ISS ist, wird den besten Blick auf die Mondfinsternis haben. Die Kernphase ist elf Minuten länger als eine Erdumrundung der Station, die etwa 92 Minuten dauert. Während der gesamten Mondfinsternis, die gegen 1:30 Uhr endet, wird die ISS vier Mal um die Erde geflogen sein. Bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen müssen wir auf der Erde uns aber auch wenig Sorgen machen, dass wir das Schauspiel verpassen.

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plutoniumsulfat 29. Jul 2018

Jeder kennt seinen Weg zum Klo, da muss man nichts sehen können. Wenn man nicht völlig...

Niaxa 28. Jul 2018

Tja die Welt gehört nunmal uns allen ;-).

SegmenFault 28. Jul 2018

Vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, aber im Kern völlig korrekt: Die scheinbaren...

hans-georg 28. Jul 2018

Also in waren an der muritz waren wolken da. Die seite mit dem sonnenuntergang war schoen...



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