Warum Musks Visionen an der Infrastruktur scheitern könnten
Parker sieht das anders. Eine Stadt würde nach moderner Definition Zehntausende von Menschen benötigen, und das wäre selbst auf dem Mond in absehbarer Zeit unmöglich zu erreichen. "Selbst eine sehr bescheidene Stadt auf dem Mond erfordert zunächst eine kontinuierliche menschliche Besiedlung dort. Keine kurzen Missionen" , sagte Parker.
Eine sich selbst vergrößernde Stadt sieht er damit als "knifflig" an. Sie würde massive Infrastruktur erfordern, darunter Lebensräume, Strom, ein geschlossenes Lebenserhaltungssystem, recycelte Luft und Wasser, Nahrungsmittelproduktion, Bergbau, Materialverarbeitung und die Fähigkeit, Dinge auf dem Mond zu bauen.
Hinzu kommt das Risiko von Mikrometeoriteneinschlägen. Da der Mond keine nennenswerte Atmosphäre besitzt, würden Meteoriten nicht verglühen, sondern ungehindert auf die Mondoberfläche einschlagen. Deswegen könnte es notwendig sein, dass Lebensräume in natürlichen unterirdischen Tunneln, den Lavaröhren unter der Mondoberfläche , entstehen.
SpaceX vs. ILRS: Eine Mondstadt oder doch nur eine Basis?
Bisher haben weder die USA noch China oder private Unternehmen wie SpaceX demonstriert, dass sie eine funktionierende Mondinfrastruktur bereitstellen können, gibt Parker zu bedenken: "Ich denke, dass es auf dem Mond einen halb-permanenten, kleinen, vielleicht teilweise wiederverwendbaren Außenposten geben wird, in dem Menschen leben werden. Ich bin mir nicht sicher, wie einfach es wäre, eine selbst wachsende Stadt zu werden."
Solche Basen könnten sowohl von den Amerikanern als auch von den Chinesen bis Mitte der 2030er Jahre verwirklicht werden: China mit seinen ILRS-Plänen, die USA mit ihrem Artemis-Programm .
Das chinesische Unternehmen für Luft- und Raumfahrtwissenschaft und -technologie (China Aerospace Science and Technology, CASC) hatte im Januar angekündigt, die Entwicklung neuer Felder während des 15. Fünfjahresplanzeitraums für 2026-2030 zu fördern. Dazu gehört auch die Nutzbarkeit von Weltraumressourcen.
Die Ressourcen würden eine materielle Grundlage für die "wirtschaftliche Entwicklung des Erd-Mond-Raums und letztlich die Entwicklung von Ressourcen im gesamten Sonnensystem" bilden, teilte die CASC mit. Dazu gehören neben Sauerstoff und Wasser auch Helium-3 , welches die Grundlage für die Kernfusion als saubere Energiequelle bilden könnte.
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