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Mond & Mars: Forscher fordert mehr Nachhaltigkeit im Weltraum

Der Zugang zum Weltall , etwa zum Mond und Mars , soll auch für zukünftige Generationen offen bleiben. Doch das benötige ein Umdenken in der Raumfahrt politik, erklärt ein Forscher.
/ Patrick Klapetz
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Das Zeitalter der Mond-Industrialisierung als Weltraum-Collage (Symboldbild) (Bild: Pixabay/Montage: Golem.de)
Das Zeitalter der Mond-Industrialisierung als Weltraum-Collage (Symboldbild) Bild: Pixabay/Montage: Golem.de

In einem Gastbeitrag auf Spacenews.com(öffnet im neuen Fenster) fordert der Gruppenleiter der Mars-Forschungsgruppe am Center for Astrophysics and Space Science der New York University Abu Dhabi, Dimitra Atri, mehr Nachhaltigkeit bei der Erforschung des Weltraums.

"Heute sind die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt weltweit offensichtlich und treiben uns in das, was die meisten Wissenschaftler das sechste Massenaussterben und das Anthropozän nennen" , schreibt er. Die menschlichen Aktivitäten seien die Hauptursache für den modernen Klimawandel.

Laut den Vereinten Nationen ist es notwendig, für einen gerechten Zugang zum All zu sorgen – und das auch für die zukünftigen Generationen. Jedoch konzentrieren sich die derzeitigen Bemühungen auf die Erdumlaufbahn und umfassen Themen wie Sicherheit und Weltraumschrott. "Wir müssen diesen Schwerpunkt jedoch auf den Mond, den Mars und andere Planeten im Sonnensystem ausweiten" , fordert Atri.

Wirtschaftliches Interesse am Mond

Die Menschheit wird voraussichtlich in den nächsten Jahren wieder Menschen zum Mond schicken. Langfristig sollen sie in Basen auf oder unter der Mondoberfläche leben . Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa verfolgt ihre Pläne im Zuge des Artemis-Programms und motiviert auch privatwirtschaftliche Unternehmen, bei der Errichtung einer Infrastruktur und der Erforschung des Monds mitzuwirken.

Auch die chinesische Raumfahrtorganisation CNSA plant die Errichtung einer eigenen Mondbasis, der internationalen Mondforschungsstation ILRS . Doch unabhängig von der Nation ist dies nur der erste Schritt, um von dort aus zum Mars zu gelangen und auch dort Basen zu errichten.

Die bisherigen Maßnahmen leiten sich aus dem Weltraumvertrag und aus Vorgaben von Gremien wie dem Ausschuss für Weltraumforschung (COSPAR) ab. Jedoch hätten sich diese in der Vergangenheit darauf konzentriert, die biologische Kontamination der Erde und anderer planetarer Körper zu verhindern, schreibt Atri. Diese Maßnahmen zum Schutz vor Kontamination griffen aber zu kurz, "wenn es darum geht, weiterreichende Umweltauswirkungen zu verhindern, insbesondere wenn permanente menschliche Basen in Betracht gezogen werden" .

Ein Umdenken in der Raumfahrtpolitik ist nötig

"Wir müssen sicherstellen, dass unser Handeln künftige Generationen nicht daran hindert, von der Erforschung unseres Sonnensystems zu profitieren" , so Atri. Dafür sei eine Änderung der jetzigen Politik dringend erforderlich: "Auch wenn Missionen mit Besatzung zum Mond und zum Mars noch in weiter Ferne zu liegen scheinen, werden die Entscheidungen, die wir heute treffen, über die langfristige Nachhaltigkeit dieser Unternehmungen entscheiden."

Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, die nicht nur eine biologische Kontamination verhinderten, sondern auch die Umwelt dieser Planeten im Allgemeinen schützten. Zudem könnten die dafür notwendigen technologischen Entwicklungen auch für den Schutz der Erde hilfreich sein.

Dafür müsse "die Nachhaltigkeit in den Kern unserer Raumfahrtpolitik" gerückt werden. Nur dadurch könnten bisherige Fehler, die auf der Erde gemacht wurden, bei der Erkundung neuer Welten vermieden werden. Seinen Beitrag schließt Atri mit folgenden Worten: "Die Zeit zum Handeln ist jetzt gekommen, zum Wohle der gesamten Menschheit, auf der Erde und darüber hinaus."


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