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Mond: Fünf Jahre bis zum russischen Atomreaktor auf dem Mond?

Russland will in fünf bis sieben Jahren einen Atom -Reaktor auf dem Mond bauen und die USA in ihrem Vorhaben überholen. Das Kernkraftwerk ist für Chinas Mondbasis.
/ Patrick Klapetz
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Russland plant einen Kernreaktor für den Mond. (Bild: Pixabay, FreeSVG/Montage: Golem)
Russland plant einen Kernreaktor für den Mond. Bild: Pixabay, FreeSVG/Montage: Golem

Russland gibt sich zuversichtlich, dass das Land das erste sein könnte, das ein Kernkraftwerk für den Mond entwickelt. Fünf bis sieben Jahre soll es dauern, teilte der Präsident des Nationalen Forschungszentrums des Kurchatow-Instituts, Michail Kowalchuk, dem Fernsehsender Rossiya-24 mit(öffnet im neuen Fenster) .

Das Gespräch zwischen dem Sender und Kowalchuk fand während des 4. Future Technologies Forums im World Trade Center Moskau (WTC) statt. Auf der jährlichen Leitveranstaltung, die dieses Jahr am 25. und 26. Februar abgehalten wurde, werden wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Technologien vorgestellt, die die Entwicklung der Wirtschaftssektoren in den kommenden Jahren prägen sollen.

Das neue Space Race im Kleinen: Russland gegen die USA

Kowalchuk bezweifelt nicht, dass Russland als erstes Land ein Kernkraftwerk für die Mondoberfläche bauen wird: "In fünf bis sieben Jahren, darum geht es" , teilt er mit. Damit würde frühestens 2031 ein Kernreaktor auf dem Mond entstehen.

Das ist zwar fünf Jahre vor der eigentlichen Zielsetzung – immerhin soll Russland für die von China geleitete Internationale Mondforschungsbasis ILRS bis 2036 einen Reaktor bereitstellen. Jedoch sollen die USA bereits ab 2030 mit dem Bau eines solchen Kernkraftwerks beginnen . Zumindest sieht dies der aktuelle Plan und die dazugehörige Verordnung zur Errichtung einer US-amerikanischen Mondbasis vor.

Die NPO Lavochkin ist dabei der Generalauftragnehmer für das Gesamtsystem des russischen Mondreaktors. Die Vertragsunterzeichnung mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos(öffnet im neuen Fenster) fand am 24. Dezember 2025 statt. Neben der Versorgung des ILRS soll das Kraftwerk in seiner Hauptfunktion auch der langfristigen Stromversorgung des russischen Mondprogramms sowie Einrichtungen ausländischer Partner dienen, teilte die russische Nachrichtenagentur Interfax am 27. Januar 2026 mit(öffnet im neuen Fenster) .

Nach Berechnungen der NPO Lavochkin wird es für die Errichtung eines Kernkraftwerks auf dem Mond drei Raketenstarts benötigen. Diese sollen in den Jahren 2033 bis 2035 erfolgen, teilte Wassili Marfin mit, der Generaldirektor von NPO Lavochkin ist. Im Jahr 2033 soll ein experimentelles Raumfahrzeug zum Mond aufbrechen, 2034 ein Infrastrukturraumfahrzeug, gefolgt von dem eigentlichen Energiemodul im Jahr 2035.

Bewährte Technik in neuem Gewand

Dennoch ist Kowalchuk davon überzeugt, dass Russland das Rennen um einen Mondreaktor gewinnen wird: "Im Wesentlichen müssen wir die Systeme, die sich bewährt haben, mithilfe neuer Materialien in hochmoderne Systeme umwandeln. Die Prinzipien sind bekannt und bewährt. Ich würde sagen, dass wir uns derzeit in einer gewissen linearen Phase befinden."

Neben dem ersten russischen Mondkernkraftwerk arbeiten das Kurchatov-Institut, die staatliche Gesellschaft Rosatom und die Russische Akademie der Wissenschaften auch an einem elektrodenlosen Plasma-Raketentriebwerk für zukünftige Raumfahrzeuge. Mit diesem sollen Missionen zum Mond und Mars ermöglicht werden.


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