Momentum 4 Wireless im Praxistest:Gegen Sonys WH-1000XM5 hat Sennheiser keine Chance
Der Momentum 4 Wireless von Sennheiser liefert einen tollen Klang und hat eine gute ANC-Leistung. Das genügt jedoch nicht, um Sonys Spitzenmodell zu schlagen.
Sennheisers Momentum 4 Wireless im TestBild:
Ingo Pakalski/Golem.de
Sennheiser hat mit dem Momentum 4 Wireless ein neues Oberklassemodell seiner Kopfhörer mit Active Noise Cancellation (ANC) auf den Markt gebracht. Golem.de hat ihn vor allem gegen den WH-1000XM5 von Sony antreten lassen, der mit Spitzenleistungen in allen wichtigen Bereichen und einmaligen Komfortfunktionen derzeit der beste ANC-Kopfhörer am Markt ist.
Der Momentum 4 Wireless hat etwas kleinere Hörmuscheln als der WH-1000XM5 und das fällt mit mittelgroßen Ohren sofort auf: Wer besonders große Ohren hat, könnte die Momentum 4 Wireless als ungemütlich empfinden, auch wenn die Hörmuscheln nicht so klein sind wie etwa beim MW75 von Master & Dynamic. Brillenträger haben mit den Momentum 4 Wireless zunächst kein Problem, der Kopfhörer sitzt angenehm.
Momentum 4 Wireless lässt sich nicht falten
Nach einigen Stunden wurde es für uns jedoch ungemütlich, weil der Kopfhörer schmerzhaft auf die Bügel drückte. Das muss nicht bei jedem Brillenträger so sein, jedoch fühlen wir uns unter den Momentum 4 Wireless nicht so wohl wie unter den WH-1000XM5. Noch bequemer sitzen die WH-1000XM4, sie haben für uns einen besonders angenehmen Tragekomfort. Dazu tragen auch die weichen Polster bei und auch beim Sennheiser-Modell sind diese angenehm weich. Die Polster der Sennheiser-Kopfhörer sind mit Kunstleder überzogen, so dass sich darunter nach einiger Zeit ein Schweißfilm bildet.
Der Momentum 4 Wireless gehört zu den ANC-Kopfhörern, die sich nicht zusammenfalten lassen. Somit braucht er eine größere Transporttasche als die Modelle mit Faltmechanismus. Die Sennheiser-Tasche ist ähnlich groß wie die von Sonys WH-1000XM5. In der Sennheiser-Tasche können sehr bequem das USB-C-Ladekabel, das Klinkenkabel sowie der Doppelklinkenadapter für die Nutzung von In-Flight-Entertainment-Systemen verstaut werden. Für alle drei gibt es jeweils eine Gummischlaufe zum sicheren Fixieren – sehr vorbildlich.
Am Kopfhörer gibt es nur eine Taste, sie befindet auf der rechten Hörmuschelseite und dient zum manuellen Ein- und Ausschalten sowie zur Bluetooth-Kopplung. Sennheiser hat auch eine automatische Ein- und Abschaltung in den Kopfhörer implementiert, die uns aber im Test mehr genervt als erfreut hat. Wird der Kopfhörer aus der Tasche genommen, schaltet er sich ein, beim Ablegen in der Tasche schaltet er sich wieder ab.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
Bild 19/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 20/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 21/28: Für die Funktionen Soundcheck und Soundzonen wird ein Konto bei Sennheiser benötigt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 23/28: In einem Untermenü der ANC-Funktionen sind die Einstellungen zur Technik zur Reduzierung von Windgeräuschen versteckt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
Bild 25/28: Nirgendwo erklärt Sennheiser, was die Funktion Komfort-Anruf bedeutet. (Screenshot: Golem.de)
Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
Bild 28/28: Die Kacheln auf der Startseite der Smart-Control-App lassen sich bei Bedarf ausblenden. (Screenshot: Golem.de)
Das klingt erst einmal praktisch, sorgt jedoch für Verdruss, wenn wir den Kopfhörer aus der Tasche nehmen, ihn einschalten möchten – und ihn damit versehentlich gleich wieder ausschalten. Denn nur beim Herausnehmen aus der Tasche schaltet sich der Kopfhörer ein – sonst nie. Damit stimmen die Angaben in der Kurzanleitung nicht, die eine automatische Einschaltung beim Anheben des Kopfhörers andeuten. Ärgerlicherweise wird die automatische Abschaltung in der Kurzanleitung weder erwähnt noch erklärt. Kunden müssen selbst darauf kommen oder sich die Zeit nehmen, das Online-Handbuch(öffnet im neuen Fenster) herauszusuchen und durchzuarbeiten.
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Warum schaltet sich der Kopfhörer jetzt ein?
Bei uns kam es im Test wiederholt vor, dass sich der Kopfhörer unterwegs in der Tasche von selbst einschaltete. Der Grund ließ sich nicht genau bestimmen, jedoch stößt der Einschalter des Kopfhörers an die Tasche, wenn er drin liegt. Wenn dann etwas Druck auf die Tasche ausgeübt wird, kann sich der Kopfhörer einschalten. Solch ein Konstruktionsfehler sollte einem Hersteller wie Sennheiser nicht passieren.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
Bild 19/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 20/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 21/28: Für die Funktionen Soundcheck und Soundzonen wird ein Konto bei Sennheiser benötigt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 23/28: In einem Untermenü der ANC-Funktionen sind die Einstellungen zur Technik zur Reduzierung von Windgeräuschen versteckt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
Bild 25/28: Nirgendwo erklärt Sennheiser, was die Funktion Komfort-Anruf bedeutet. (Screenshot: Golem.de)
Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
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Sennheiser setzt beim Momentum 4 Wireless für die Steuerung auf ein großes Sensorfeld, das sich auf der rechten Hörmuschelseite befindet. Darüber können wir mit einem einfachen Tippen die Musikwiedergabe anhalten oder fortsetzen. Das sorgt leicht dafür, dass eine versehentliche Berührung des Sensorfelds die Musik ungewollt pausiert. Ein Doppeltipp schaltet zwischen ANC und dem integrierten Transparenzmodus um. Das hat den Nachteil, dass sich die Sensorfläche mit normalen Handschuhen nicht bedienen lässt. In der kalten Jahreszeit ist die Steuerung also eingeschränkt.
Ansonsten setzt Sennheiser auf eine Sensorsteuerung, wie sie bei vielen anderen ANC-Kopfhörern üblich ist.
Sennheisers Sensorsteuerung wie bei der Konkurrenz
Die übrige Musiksteuerung ähnelt dem, was die Konkurrenz von Bose und Sony vormacht. Wischen wir von oben oder unten über die Sensorfläche, ändern wir die Lautstärke. Dabei müssen wir aber behutsam wischen, weil es schon bei einer kurzen Wischbewegung schnell sehr laut oder sehr leise werden kann. Vor allem beim Laufen steigt das Risiko, die Lautstärke zu stark zu verstellen, wenn zu weit über das Sensorfeld gewischt wird.
Ein seitlicher Wisch über das Sensorfeld springt ein Lied vor oder zurück. Das Spulen in Musikstücken ist möglich, indem der Finger beim seitlichen Wischen auf dem Sensorfeld gelassen wird. Ärgerlich auch hier, dass die Kurzanleitung das verschweigt.
Mit typischer Zoom-Geste lässt sich die ANC-Stufe anpassen
Sennheiser erlaubt eine Änderung der ANC-Stufe am Kopfhörer. Dabei hält es der Hersteller für eine gute Idee, die typische Zoom-Geste aus der Smartphone-Welt auf den Kopfhörer zu übertragen. Solche Gesten auszuführen, wenn man den Kopfhörer trägt, ist allerdings nicht sonderlich angenehm.
Auch bei der Steuerung der Telefonfunktionen geht Sennheiser ungewöhnliche Wege. Eingehende Anrufe werden mit einem Wisch nach vorne angenommen. Das Ablehnen von Anrufen erfolgt mit einem Wisch nach hinten. Wer bereits andere Kopfhörer verwendet hat, wird sich daran erst gewöhnen müssen. Eine Änderung der Gestensteuerung ist nicht vorgesehen.
Anders als in der mitgelieferten Kurzanleitung angegeben, steht in Telefonaten erfreulicherweise die Lautstärkeregelung der Musiksteuerung zur Verfügung.
Umfangreiche Telefonsteuerung am Kopfhörer
Vorbildlicherweise gehört Sennheiser zu den wenigen Herstellern, die an eine Mikrofonsteuerung am Kopfhörer gedacht haben und folgt damit dem Beispiel von Technics mit dem EAH-A800. Dafür wird jedoch nicht das Sensorfeld verwendet, sondern die einzige Taste am Kopfhörer: Durch einmaliges Drücken der Ein-Aus-Taste in einem Telefonat wird das Mikrofon an- und abgeschaltet. Bei jeder Mikrofonumschaltung gibt es eine englischsprachige Ansage, die sich leider nicht abschalten lässt. Das kann etwa in Telefonkonferenzen unpraktisch sein, weil andere Teilnehmer währenddessen eventuell nicht oder schwer zu verstehen sind.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
Bild 19/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
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Bild 21/28: Für die Funktionen Soundcheck und Soundzonen wird ein Konto bei Sennheiser benötigt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
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Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
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Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
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Es ist eine unglückliche Entscheidung, dass Sennheiser auf der Sensorfläche bereits mit einem einfachen Tippen Befehle annimmt. So passiert es beim Zurechtrücken des Kopfhörers immer wieder mal, dass ungewollt ein Befehl ausgeführt wird. Das ist ärgerlich und die Konkurrenz hat hier schlauere Entscheidungen getroffen, indem ein einfaches Tippen eben keinen Befehl ausführt.
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USB-C-Buchse für die Musikwiedergabe
Neben den Steuerelementen befinden sich alle Buchsen auf der rechen Seite des Kopfhörers. Dazu gehören eine USB-C-Buchse sowie eine 2,5-mm-Klinkenbuchse. Die USB-C-Buchse wird zum Laden des integrierten Akkus verwendet. Erfreulicherweise kann der Kopfhörer während des Ladens weiter verwendet werden. Das ist bei vielen Konkurrenzmodellen nicht möglich. Außerdem kann über die USB-C-Buchse Musik gehört werden – ein klarer Vorteil im Vergleich zur Sony-Konkurrenz, die das nicht kennt. Schade ist nur, dass Sennheiser kein Kabel mit zwei USB-C-Buchsen mitliefert.
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Bild 19/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
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Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 23/28: In einem Untermenü der ANC-Funktionen sind die Einstellungen zur Technik zur Reduzierung von Windgeräuschen versteckt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
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Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
Bild 28/28: Die Kacheln auf der Startseite der Smart-Control-App lassen sich bei Bedarf ausblenden. (Screenshot: Golem.de)
Zudem ist eine Musikübertragung über die 2,5-mm-Klinkenbuchse möglich, ein passendes Kabel mit 3,5-mm-Klinke auf der anderen Seite gehört zum Lieferumfang. Erfreulicherweise erlaubt Sennheiser sogar eine Lautstärkeregelung im Kabelbetrieb. Mit dem Klinkenkabel kann zwar nicht die Lautstärke am Smartphone verändert werden, aber der Kopfhörer erhält eine davon unabhängige Lautstärkeregelung.
Mit dem Klinkenkabel ist ansonsten keine weitere Musiksteuerung möglich. Anders sieht es bei einer USB-Verbindung aus: Hier stehen alle Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung, die es auch im Bluetooth-Betrieb gibt. Der Momentum 4 Wireless verwendet Bluetooth 5.1 und unterstützt die Codecs SBC, AAC, AptX sowie AptX Adaptive. LDAC steht nicht zur Verfügung. Dabei wird Bluetooth Multipoint unterstützt, um parallel zwei Geräte mit dem Kopfhörer zu verbinden. Die Multipoint-Funktion ist, anders als bei Sony, nicht abschaltbar.
Bei der Klangqualität kann der Momentum 4 Wireless überzeugen.
Momentum 4 Wireless klingt toll
Der Momentum 4 Wireless verwendet für die Klangproduktion 42 mm große Treiber, die einen tollen Job erledigen. Der Sennheiser-Kopfhörer klingt lebendig, bietet ein dynamisches Klangbild und hat eine gute Räumlichkeit. Dem soliden und intensiven Bassfundament stehen klare Höhen und ein kräftiger Mittenbereich zur Seite.
Beim Klangvergleich mit Sonys WH-1000XM5 zeigen sich Unterschiede nur in Nuancen, beide Produkte liefern einen tollen Klang und leisten sich keine Patzer. Von der Sony- und Bose-Konkurrenz übernimmt Sennheiser die positive Eigenschaft, dass das An- oder Abschalten der ANC-Funktion keinen Einfluss auf das Klangbild hat.
Bei einem ANC-Kopfhörer werden die Außengeräusche mit Mikrofonen analysiert und der Kopfhörer spielt passend dazu einen Gegenschall ab, so dass die Geräusche im Idealfall komplett verschwinden. Systembedingt arbeiten ANC-Systeme vor allem bei niedrigen Frequenzen besonders gut, etwa beim Brummen in einem Flugzeug, wofür die Technik zuerst eingesetzt wurde. Fahrgeräusche in Zügen, Autos oder Bussen sowie Verkehrs- oder Baustellenlärm lassen sich ebenfalls reduzieren.
Momentum 4 Wireless hat eine gute ANC-Leistung
Wir haben den Momentum 4 Wireless all diesen Schallquellen ausgesetzt, ohne mit dem Kopfhörer Musik zu hören. Wir wollten ermitteln, wie laut Störgeräusche noch wahrzunehmen sind. Sennheiser erreicht in dieser Disziplin eine hohe Leistung und kann entsprechend viel Stille erzeugen. Das gilt zumindest für niedrigere Frequenzen. Ansonsten schneidet Sennheiser schlechter ab als die Sony-Konkurrenz, die mehr Frequenzbereiche leiser macht.
Wenn wir mit dem Momentum 4 Wireless keine Musik hören, ist ein leises Rauschen zu hören, während Sony und Bose eine rauschfreie Geräuschunterdrückung erreichen. Die ANC-Leistung des Momentum 4 Wireless ist hoch genug, damit wir Musik nicht lauter stellen müssen, um Außengeräusche auszublenden und uns auf die Musik konzentrieren zu können. Das leise Rauschen ist dann auch nicht mehr wahrnehmbar.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
Bild 19/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 20/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 21/28: Für die Funktionen Soundcheck und Soundzonen wird ein Konto bei Sennheiser benötigt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 23/28: In einem Untermenü der ANC-Funktionen sind die Einstellungen zur Technik zur Reduzierung von Windgeräuschen versteckt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
Bild 25/28: Nirgendwo erklärt Sennheiser, was die Funktion Komfort-Anruf bedeutet. (Screenshot: Golem.de)
Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
Bild 28/28: Die Kacheln auf der Startseite der Smart-Control-App lassen sich bei Bedarf ausblenden. (Screenshot: Golem.de)
Für den Momentum 4 Wireless gibt es mehrere ANC-Stufen, die wir aber eigentlich nicht benötigen, denn mittels ANC wollen wir einfach so viele Nebengeräusche wie möglich unterdrücken. Wir können auch die Adaptive-Funktion des ANC einschalten, dann passt er sich dem Lärmpegel an.
Momentum 4 Wireless mit Technik gegen pfeifende Windgeräusche
Prinzipbedingt haben ANC-Kopfhörer mit Wind zu kämpfen, wenn Hersteller keine Maßnahmen dagegen ergreifen. Beim Momentum Wireless 4 gibt es einen Modus zur Reduzierung von Windgeräuschen, den wir auch dringend benötigen. Ohne Anti-Wind-Technik hören wir laute Pfeifgeräusche im Kopfhörer, selbst wenn wir nur einen leichten Windhauch im Gesicht spüren. Bei starkem Wind pfeift es noch lauter. Das mindert die Freude am Musikkonsum entsprechend. Der Kopfhörer ist dann draußen kaum nutzbar.
Die speziellen Modi zur Windreduzierung lassen sich am Kopfhörer nicht aktivieren, das geht nur in der App. Ärgerlicherweise sind die entsprechenden Einstellungen nur in einem Untermenü der App zu finden und somit nicht sehr bequem erreichbar. Ganz anders als bei den Momentum True Wireless 3 von Sennheiser (g+). Sie haben ebenfalls einen Modus zur Reduzierung von Windgeräuschen, die Umschaltung befindet sich aber hier auf der obersten Ebene der App. Wir wundern uns, warum der gleiche Hersteller bei diesem Kopfhörer eine schlechtere Nutzung integriert.
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Für den Anti-Wind-Modus gibt es beim Momentum 4 Wireless einen Automatikbetrieb und eine Max-Einstellung. Der Automatikbetrieb ist aber irreführend betitelt, denn in dieser Einstellung werden die Windgeräusche nie so stark reduziert, wie es der Kopfhörer eigentlich schafft.
Wenn doch Automatikbetrieb nur so arbeiten würde ...
Der Automatikbetrieb verringert das Pfeifen nur, wenn es draußen nicht zu windig ist. Sobald es windet, pfeift es im Kopfhörer im Automatikbetrieb so laut, dass es keine Freude macht, so Musik zu hören. Draußen müssen wir also eigentlich immer den Max-Modus verwenden. Wenn er aktiv ist, werden die Pfeifgeräusche auch bei stärkerem Wind so stark reduziert, dass sie den Musikgenuss nicht mehr stören.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
Bild 19/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
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Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
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Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
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Bild 28/28: Die Kacheln auf der Startseite der Smart-Control-App lassen sich bei Bedarf ausblenden. (Screenshot: Golem.de)
Damit liegen die Sennheiser-Kopfhörer auf der Leistung der sehr guten WH-1000XM5. Im Max-Modus verringert sich allerdings die ANC-Leistung des Sennheiser-Kopfhörers. Immerhin macht sich das bei der Musikwiedergabe nicht so dramatisch bemerkbar.
Aber gerade bei der Windproblematik macht Sennheiser unnötig viel falsch: Wenn der Automatikmodus so arbeiten würde, wie es die Bezeichnung verspricht, wäre alles prima. Wir könnten uns darauf verlassen, dass draußen die größtmögliche Windreduktion erzielt und drinnen im Gegenzug immer die maximale ANC-Leistung angeboten wird. Stattdessen müssen wir die Max-Einstellung bei jedem Spaziergang draußen im Untermenü der App aktivieren – unbequemer geht es kaum noch.
Im Vergleich zum WH-1000XM5 sieht die Sennheiser-Neuvorstellung mehr als alt aus. Bei der Sony-Konkurrenz sind Anti-Wind-Maßnahmen immer aktiv, wir müssen uns um nichts weiter kümmern – und das auf einem sehr hohen Niveau. Außerdem gibt es bei Sony die Windgeräuschreduktion auch im Transparenzmodus – anders als bei Sennheiser.
Das ist leider nicht der einzige Nachteil des Transparenzmodus.
Transparenzmodus beim Momentum 4 Wireless mit Schwächen
Wie viele andere ANC-Kopfhörer hat auch der Momentum 4 Wireless eine Transparenzfunktion. In dieser Betriebsart werden Außengeräusche extra in die Hörmuschel geleitet, um das Umfeld wahrnehmen zu können. In diesem Modus werden beim Momentum 4 Wireless alle Windgeräusche als pfeifende Störgeräusche in den Kopfhörer geleitet. Die Einstellungen zur Windgeräuschreduktion in der Sennheiser-App haben im Transparenzmodus keine Wirkung.
Aber auch drinnen kann uns der Transparenzmodus des Momentum 4 Wireless nicht begeistern. Im Idealfall klingt der Transparenzbetrieb besonders natürlich. Bose und Technics setzen hier mit einer unverfälschten Wiedergabe den Maßstab. Wir hören dann keinen Unterschied, wenn wir den Kopfhörer absetzen. Das schafft Sennheiser nicht und verstärkt manche Umgebungsgeräusche zu stark.
Mit der Leistung des Transparenzmodus könnten wir uns noch arrangieren – viel störender ist das starke Rauschen. Wir haben den Eindruck, dass im Sennheiser-Kopfhörer ein kleiner Ventilator läuft, wenn der Transparenzmodus aktiv ist. In Hörbüchern, Podcasts oder in Videokonferenzen ist das entsprechend störend, sobald es etwa ruhigere Passagen oder Sprechpausen gibt. Das bekommen viele Konkurrenzprodukte viel besser hin. Beim WH-1000XM5 ist der Transparenzmodus beispielsweise so rauschfrei wie der ANC.
Trageerkennung beim Momentum 4 Wireless
Beim Momentum 4 Wireless können wir einstellen, dass die Musik angehalten wird, sobald der Transparenzmodus am Kopfhörer aktiviert wird. Das funktioniert gut, aber Komfortfunktionen zur Aktivierung des Transparenzbetriebs wie bei der Sony-Konkurrenz fehlen. Sony erlaubt eine kurzfristige Aktivierung des Transparenzmodus durch Handauflegen, ergänzend dazu kann sich der Transparenz automatisch einschalten, sobald gesprochen wird.
Sennheiser hat in den Momentum 4 Wireless einen Tragesensor integriert, der erkennt, wenn der Kopfhörer abgenommen wird. Bei entsprechender Einstellung wird die Musik angehalten, sobald der Kopfhörer abgesetzt wird. Wenn der Kopfhörer wieder getragen wird, spielt die Musik weiter. Das funktioniert gut.
Gute Sprachqualität bei Telefonaten
Der Momentum 4 Wireless liefert drinnen und draußen eine gute Sprachqualität, solange es in der Umgebung leise ist. Drinnen dürfen wir beim Telefonieren mit nichts Klapperndem hantieren, das ist für die andere Seite als lautes Störgeräusch hörbar. Draußen gibt es bei Telefonaten immerhin für andere bei Wind keine Pfeifgeräusche zu hören – für uns hingegen schon, wenn wir den Anti-Wind-Modus nicht auf Maximum gestellt haben.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
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Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
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Bild 25/28: Nirgendwo erklärt Sennheiser, was die Funktion Komfort-Anruf bedeutet. (Screenshot: Golem.de)
Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
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Telefonieren wir draußen auf dem Bürgersteig, sind vorbeifahrende Autos deutlich als Störgeräusch wahrnehmbar. Immerhin werden wir von der Gegenseite weiterhin verstanden. Aber es ist für die andere Seite entsprechend anstrengend, mit uns zu telefonieren, wenn wir an einer stark befahrenen Straße entlanglaufen.
An die vorzügliche Leistung der Bose-Kopfhörer sowie des WH-1000XM5 von Sony kommt der Momentum 4 Wireless damit nicht heran. Unter Kopfhörern der Konkurrenz werden jegliche Störgeräusche für Anrufer restlos eliminiert: Wir können uns beeindruckenderweise direkt vor einer lauten Baustelle aufhalten und der Gesprächspartner hört von dem Lärm nichts. Straßenlärm wird natürlich für die andere Seite auch unhörbar gemacht.
Sennheiser-App mit Schwächen
Für den Momentum 4 Wireless gibt es eine App für Android und iOS, die nicht gerade flott startet. Wollen wir etwas am Kopfhörer einstellen, müssen wir 15 Sekunden warten. Das bekommen einige Konkurrenten besser hin. Ansonsten ist es erfreulich, dass für die meisten Funktionen kein Benutzerkonto erforderlich und die App auch prinzipiell ohne GPS-Aktivierung nutzbar ist.
Die App ist größtenteils gut strukturiert, aber die Optionen zur Reduktion der Windgeräusche hätten wir uns als Haupteintrag und nicht als Untermenü gewünscht. Wir fanden es ungewöhnlich, dass die App im Vergleich zum Momentum True Wireless 3 an einigen Stellen verschlechtert wurde. Beim Sennheiser-Stöpsel haben wir einen Schalter, um ANC sowie Transparenzmodus bequem umschalten zu können. Beim Momentum 4 Wireless müssen wir hingegen mittels Schieberegler die Position finden, in der ANC abgeschaltet ist, wenn wir das über die App machen wollen.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
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Bild 25/28: Nirgendwo erklärt Sennheiser, was die Funktion Komfort-Anruf bedeutet. (Screenshot: Golem.de)
Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
Bild 28/28: Die Kacheln auf der Startseite der Smart-Control-App lassen sich bei Bedarf ausblenden. (Screenshot: Golem.de)
Die App bietet ansonsten recht viele Einstellmöglichkeiten. Es gibt einen Equalizer, wir können bei Bedarf bei Telefonaten die eigene Stimme mithören und manche Funktionen des Kopfhörers lassen sich abschalten. Bei der Trageerkennung können wir festlegen, dass sich der Kopfhörer automatisch nach einer bestimmten Zeitspanne abschaltet, wenn er abgenommen wurde.
Zudem können darüber Firmware-Updates eingespielt werden. Sie nehmen bei Sennheiser-Produkten erfreulicherweise vergleichsweise wenig Zeit in Anspruch und im Vorfeld wird die Dauer ziemlich genau abgeschätzt. Zudem lassen sich Kopfhörereinstellungen abhängig vom Standort anpassen. Dafür ist ein Nutzerkonto erforderlich und Standortdaten werden dafür logischerweise ebenfalls benötigt.
Manche Funktionen gibt es nur auf bestimmten Geräten
Im Laufe des Tests wurde die Codec-Anzeige freigeschaltet – allerdings nicht auf allen Smartphones. Die Funktion dient dazu, den verwendeten Bluetooth-Codec anzuzeigen, eine Änderung ist darüber nicht möglich. Auf manchen Smartphones wurde der verwendete Codec in der Sennheiser-App nach einigen Updates angezeigt, auf anderen Smartphones fehlt die Information in der jeweils aktuellen App weiterhin. Es ist derzeit unklar, ob die Funktion für alle Smartphones nachgeliefert wird.
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In der App wird der Akkustand nur sehr ungenau in Prozent angegeben und dabei auch nicht einstellig. Das ist unpraktisch, hier wäre eine genauere Anzeige hilfreich. Bei der Einrichtung der App gibt es ein Tutorial, in dem aber nur wenige Funktionen erklärt werden. Es steht nur in englischer Sprache zur Verfügung, es gibt keine Anpassungen für den deutschen Markt. Auch die Ansagesprache des Kopfhörers gibt es nur in Englisch und das lässt sich nicht ändern. Viele Konkurrenzprodukte liefern hier Anpassungen für den deutschsprachigen Markt.
Wenn die Anleitung zu viel verspricht und zu wenig erklärt
Besonders enttäuscht waren wir von der Qualität der Anleitung. Dem Kopfhörer liegt eine sehr knappe Kurzanleitung bei, in der wichtige Grundfunktionen nicht beschrieben werden. Das ist ärgerlich, denn wir können uns nicht darauf verlassen, dass alle wichtigen Funktionen angerissen werden. Zum Teil werden auch falsche Angaben gemacht.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
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Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 23/28: In einem Untermenü der ANC-Funktionen sind die Einstellungen zur Technik zur Reduzierung von Windgeräuschen versteckt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
Bild 25/28: Nirgendwo erklärt Sennheiser, was die Funktion Komfort-Anruf bedeutet. (Screenshot: Golem.de)
Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
Bild 28/28: Die Kacheln auf der Startseite der Smart-Control-App lassen sich bei Bedarf ausblenden. (Screenshot: Golem.de)
Auf der Produktseite zum Kopfhörer steht eine Anleitung im PDF-Format bereit, die auf den ersten Blick angenehm ausführlich ist. Dieser Eindruck ändert sich, wenn wir auf Funktionen stoßen, die nirgends erklärt werden. Dazu gehört die App-Funktion "Komfort-Anruf". Besonders ärgerlich finden wir, wenn in der Anleitung Funktionen versprochen werden, die dann nicht vorhanden sind.
So behauptet die Anleitung, die Sensorfläche lasse sich bei Bedarf in der App deaktivieren. Aber eine solche Option gibt es nicht. Das Gleiche gilt für Sprachansagen: Anders als in der Anleitung angegeben, lassen sich diese nicht in der App abschalten.
Momentum 4 Wireless bietet eine sehr lange Akkulaufzeit
Sennheiser verspricht für den Momentum 4 Wireless bei aktiviertem ANC eine Akkulaufzeit von 60 Stunden. Wir erreichen bei unseren Messungen bei AptX-Wiedergabe und aktiviertem ANC eine ununterbrochene Musikwiedergabe von 52 Stunden. Bei der Messung musste der Kopfhörer die ganze Zeit das Geräusch wie von einer Dunstabzugshaube eliminieren.
Mit diesen Werten schlägt der Momentum 4 Wireless viele Konkurrenzgeräte. Die meisten ANC-Kopfhörer erreichen eine Laufzeit von 20 bis 30 Stunden. Der Momentum 4 Wireless gehört zu den wenigen ANC-Kopfhörern am Markt, die sich weiternutzen lassen, während der Akku geladen wird. Wenn der Akku leer ist, dauert es etwa zwei Stunden, bis er komplett aufgeladen ist.
Sennheiser Momentum 4 Wireless: Verfügbarkeit und Fazit
Sennheiser ist mit dem Momentum 4 Wireless ein toll klingender Kopfhörer gelungen. Er liefert eine angenehm hohe ANC-Leistung, die sich jedoch verringert, sobald der Modus zur Reduzierung von Windgeräuschen aktiviert wird. Auch wenn diese Funktion laute Pfeifgeräusche unterbinden kann, so enttäuscht uns die Art der Implementierung. Wir müssen zu stark manuell eingreifen und das geht auch nur über die App, in der diese Funktion etwas versteckt ist.
Die Technik zur Reduzierung von Windgeräuschen hat auf den Transparenzmodus keinen Einfluss, so dass dieser draußen nur einsetzbar ist, wenn es nicht stört, dass es immer wieder laut im Kopfhörer pfeift. Zudem ist das starke Rauschen im Transparenzbetrieb lästig. In Anbetracht dieser Probleme finden wir es sogar weniger schlimm, dass der Transparenzmodus nicht so natürlich klingt, wie es andere Kopfhörer hinbekommen.
Mit mehr als 50 Stunden liefert der Momentum Wireless 4 eine erfreulich lange Akkulaufzeit und damit deutlich mehr als viele andere ANC-Kopfhörer. Sehr vorbildlich ist, dass der Kopfhörer beim Aufladen weiter verwendet werden kann.
Die neuen Sennheiser-Kopfhörer dürften für unseren Geschmack gerne bequemer sitzen. Als Brillenträger schmerzt es darunter nach einiger Zeit und für große Ohren könnten die etwas kleineren Hörmuscheln ungünstig sein. Die Sensorsteuerung kann uns nicht vollends überzeugen, weil es passiert, dass wir ungewollt Aktionen ausführen.
Die Telefonqualität draußen ist an sich gut, aber Umgebungsgeräusche sind laut und vernehmlich zu hören, etwa wenn ein Auto vorbeifährt. Die Telefonqualität eines WH-1000XM5 oder aktuellen Bose-Kopfhörers erreicht Sennheiser nicht. Auch in Innenräumen werden etwa Umgebungsgeräusche vom Sennheiser-Modell stark verstärkt und sind für andere deutlich hörbar. Erfreulicherweise ist Sennheiser einer der wenigen Hersteller, die daran gedacht haben, eine Mikrofonstummschaltung direkt am Kopfhörer zu ermöglichen.
Bild 18/28: Startseite der Smart-Control-App für Momentum 4 Wireless (Screenshot: Golem.de)
Bild 19/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 20/28: Equalizer-Einstellungen in der Smart-Control-App (Screenshot: Golem.de)
Bild 21/28: Für die Funktionen Soundcheck und Soundzonen wird ein Konto bei Sennheiser benötigt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 22/28: Die ANC-Funktion kann nur mittels Schieberegler abgeschaltet werden, ein einfacher Schalter fehlt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 23/28: In einem Untermenü der ANC-Funktionen sind die Einstellungen zur Technik zur Reduzierung von Windgeräuschen versteckt. (Screenshot: Golem.de)
Bild 24/28: Besser gelöst: Bei den Momentum True Wireless 3 gibt es einen Schalter für die ANC-Funktion und die Einstellungen zur Technik für die Reduzierung von Windgeräuschen ist direkt auf dem Startbildschirm erreichbar. (Screenshot: Golem.de)
Bild 25/28: Nirgendwo erklärt Sennheiser, was die Funktion Komfort-Anruf bedeutet. (Screenshot: Golem.de)
Bild 26/28: In den Einstellungen finden sich alle Funktionen zur Trageerkennung für die Momentum 4 Wireless. (Screenshot: Golem.de)
Bild 27/28: Einstellungen für die automatische Abschaltung, wenn die Trageerkennung aktiv ist. (Screenshot: Golem.de)
Bild 28/28: Die Kacheln auf der Startseite der Smart-Control-App lassen sich bei Bedarf ausblenden. (Screenshot: Golem.de)
Der nicht faltbare Kopfhörer nimmt in der Transporttasche entsprechend mehr Platz ein als ein Modell mit Faltmechanismus. Die Tasche ist gut strukturiert und das meiste wichtige Zubehör liegt bei. Schade nur, dass kein Kabel mit zwei USB-C-Buchsen mitgeliefert wird. Denn ein Vorzug des Sennheiser-Modells ist, dass er Musikwiedergabe über die USB-Buchse erlaubt. Ansonsten steht dafür eine 2,5-mm-Klinkenbuchse bereit, dafür liegt ein passendes Kabel dabei.
Genervt waren wir von der nicht abschaltbaren Ein- und Ausschaltautomatik. Der Kopfhörer hat sich bei uns in der Tasche immer wieder ungewollt eingeschaltet – vermutlich ein Konstruktionsfehler. Abgesehen davon fanden wir es widersinnig, dass sich der Kopfhörer nur im Zusammenspiel mit der Tasche automatisch ein- oder ausschaltet.
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Ganz besonders enttäuscht waren wir von der mitgelieferten Dokumentation. Wichtige Funktionen werden verschwiegen, die dann nur im Online-Handbuch erklärt werden. Aber selbst dort werden nicht alle Funktionen erklärt und es werden Funktionen genannt, die es nicht gibt. Für einen renommierten Hersteller wie Sennheiser ist das ein Armutszeugnis.
Wer sich den Momentum 4 Wireless zulegt, muss auf Komfortfunktionen im Zusammenspiel mit dem Transparenzmodus verzichten, die es bei den Sony-Modellen WH-1000XM4 sowie WH-1000XM5 gibt und die ungemein praktisch sind. Für sich genommen ist der Momentum 4 Wireless ein guter ANC-Kopfhörer, der aber zu viele Schwächen hat, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können.
Vor allem der WH-1000XM5 von Sony ist der Sennheiser-Konkurrenz haushoch überlegen: Insbesondere in den Disziplinen ANC-Leistung sowie Anrufqualität in lauten Umgebungen setzt er Maßstäbe. Kein Produkt eines anderen Herstellers liefert vergleichbar viel Komfort wie das aktuelle Oberklassemodell von Sony.